Corona

Zeitungen und Zeitschriften erholen sich langsam nach Corona-Flaute

Deutsche Printmedien haben Verluste während der Corona-Krise gut weggesteckt.

Die Gesamtauflagen der Zeitungen und Zeitschriften am deutschen Pressemarkt haben die Verluste durch die Corona-Pandemie im dritten Quartal weitgehend ausgeglichen. Es gingen wieder deutlich mehr Zeitungen und Publikumszeitschriften über die Theken der Kioske und weiteren Verkaufsstellen, teilte die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) am Donnerstag in Berlin mit. Von den Folgen der Pandemie weiterhin stärker betroffen seien allerdings die Fachpresse und die Kundenzeitschriften. Die Tageszeitungen einschließlich der Sonntagsausgaben und Sonntagszeitungen verkauften im dritten Quartal des laufenden Jahres durchschnittlich pro Erscheinungstag 14,19 Millionen Exemplare und damit 5,33 Prozent weniger als im Vorjahresquartal (3/2019: 14,99 Millionen Stück). Die Anzahl der als ePaper abgesetzten Tageszeitungsexemplare, die in die Gesamtzahl bereits eingerechnet ist, sei allerdings weiter angestiegen: Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr betrage erneut rund ein Fünftel (aktuell: 1,88 Millionen ePaper-Verkäufe gegenüber 1,57 Millionen verkauften ePaper- Ausgaben in 3/2019). Für die Tagespresse entwickelten sich neben den ePaper-Ausgaben inzwischen auch die Plus-Angebote von Zeitungshäusern im Internet zur relevanten Vertriebssäule, hieß es weiter. So erfasse die IVW inzwischen für vier überregionale und zwei regionale Zeitungen die Verkaufszahlen von Paid-Content-Angeboten. Im dritten Quartal seien bei den Digital-Angeboten dieser Zeitungstitel durchschnittlich 777.419 Nutzungsrechte pro Tag im Abonnement verkauft worden. Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) verzeichneten mit Blick auf die verkaufte Auflage deutliche Verluste. Während diese bei der SZ um 6,14 Prozent auf 306.553 (davon 88.730 ePaper und 62.066 Plus-Angebote) sank, brach die FAZ um 11,81 Prozent auf 199.899 Exemplare (davon 51.756 ePaper und 58.794 Plus-Angebote) ein. Die rund 1,65 Millionen abgesetzten Exemplare von Wochenzeitungen bedeuteten im direkten Jahresvergleich ein Plus von 1,83 Prozent. Dagegen wuchs die Wochenzeitung „Die Zeit“ um sechs Prozent auf 532.453 Stück (davon 172.168 ePaper). Im Durchschnitt für das dritte Quartal 2020 liege die verkaufte Auflage der Publikumszeitschriften mit rund 61,7 Millionen pro Ausgabe verkauften Exemplaren um 24 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres, teilte die IVW mit. „Der Spiegel“ musste demnach ein Minus von 9,01 Prozent verzeichnen, die verkaufte Auflage sank von 719.326 verkauften Exemplaren (3/2019) auf 654.484 Exemplare (davon 146.282 ePaper). Die Wochenzeitschrift „Stern“ aus Hamburg hat einen Verlust von 16,3 Prozent zu verzeichnen. Die verkaufte Auflage sank auf 390.044 Exemplare, davon 26.523 ePaper-Ausgaben. Den „Focus“ traf es noch härter: Er brach um 28,09 Prozent ein und verkaufte nur mehr 261.938 Exemplare 

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