Was Medienhäuser 2020 planen - taz
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Was Medienhäuser 2020 planen - taz

Beschwerde beim Deutschen Presserat 

Polizei verklagt „taz“ Zeitung wegen Volksverhetzung

Eine „taz“-Autorin schreibt über die Abschaffung der Polizei – und wird wegen Volksverhetzung verklagt. 

  • Die Zeitung „taz“ wird verklagt. 
  • Grund dafür ist ein satirischer Beitrag, in dem die Autorin über die Abschaffung der Polizei sinniert. 
  • Die Anklage lautet: Volksverhetzung. 

Frankfurt – Wegen eines Artikels mit dem Titel „Abschaffung der Polizei - All cops are berufsunfähig“ hat die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Anzeige gegen die Berliner „tageszeitung (taz)“ erstattet. Bei der Kolumne vom 15. Juni handle es sich um Volksverhetzung, zeigte sich die DPolG am Dienstag überzeugt. Auch beim Deutschen Presserat werde Beschwerde eingereicht. 

„taz“ wird wegen Volksverhetzung verklagt

In dem satirischen Beitrag sinniert die Autorin Hengameh Yaghoobifarah über die Abschaffung der Polizei und mögliche Berufsalternativen für Polizisten. Am Ende kommt er zu dem Schluss, dass Polizeibeamte am besten auf einer „Mülldeponie“ aufgehoben seien. Die Gewerkschaft kritisierte, für Polizisten sei der Text ein „Schlag ins Gesicht“.

„Wenn die Polizei abgeschafft wird, der Kapitalismus jedoch nicht, in welche Branchen kann man Ex-Cops dann überhaupt noch reinlassen?“, so die Autorin in ihrer Kolumne. „Schließlich ist der Anteil an autoritären Persönlichkeiten und solchen mit Fascho-Mindset in dieser Berufsgruppe überdurchschnittlich hoch“. Im Anschluss führt die Autorin mehrere Berufe auf, in denen ehemalige Polizisten nicht arbeiten könnten. Machtpositionen, wie Lehrer, Anwälte oder Ärzte auf keinen Fall. Denn „streng genommen möchte man sie nicht einmal in die Nähe von Tieren lassen“. Auch zur Pediküre seien Polizisten denkbar ungeeignet, da es sich bei einer Nagelfeile laut der Autorin um eine Waffe handele. 

Anklage wegen Volksverhetzung: „taz“-Autorin sinniert über Abschaffung der Polizei 

„Andere Menschen zu entpersönlichen, ihnen Würde und Menschen abzusprechen und sie wie Unrat auf einer Müllhalde entsorgen zu wollen - wie hasserfüllt, degeneriert und voller Gewaltbereitschaft muss man eigentlich sein, um solche widerlichen Gedanken aufzuschreiben?“, erklärte der DPolG-Vorsitzende Rainer Wendt. Die Berufsvertretung werde solche Denkweisen mit „allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen.“

marv mit afp 

Die Presse wird stärker geknebelt. Autoritäre Regierungen nutzen dafür auch die Corona-Krise*. Der Journalismus muss die Herausforderung annehmen.

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