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Sommer und Winterzeit

Zeitumstellung im Oktober 2021: Die Winterzeit kommt – Was Sie wissen müssen

  • Andreas Apetz
    VonAndreas Apetz
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Im Oktober wird an der Uhr gedreht. Doch der Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit sorgt bei vielen Personen für Verwirrung - ein Überblick zur Zeitumstellung.

Frankfurt – Bald ist es wieder so weit: Im Oktober werden die Uhren wieder neu gestellt. Für die Wintermonate wird der Zeiger der Uhr eine Stunde zurückgedreht. Dann werde die Nächte wieder länger, dafür kommen in den Morgenstunden bereits die ersten Sonnenstrahlen zum Vorschein.

Nachdem in der EU lange über die Sinnhaftigkeit der Zeitumstellung diskutiert wurde, steht nun fest: Am 31. Oktober 2021 beginnt wieder die Winterzeit und somit werden auch unsere Uhren erneut umgestellt.

Zeitumstellung 2021: Seit wann werden in Deutschland die Uhren umgestellt?

Die Idee der Zeitumstellung findet seinen Ursprung in der Ölkrise 1973. Als der arabische Ölhahn zugedreht wurde, standen zahlreiche Industrieländer vor einem riesigen Problem: Die Import-Kosten des Rohstoffs stiegen so stark an, dass die Kosten kaum mehr tragbar waren. Um Energie einzusparen, wurde 1973 erstmals eine Zeitumstellung vorgenommen. Das Tageslicht sollte besser genutzt werden. Einige Staaten erhofften sich davon, der Energiekrise zu entkommen.

Basierend auf dieser Idee passte sich Deutschland seinen Nachbarländern an und führte 1980 auch die Zeitumstellung ein. Seit 1996 gibt es in der EU eine einheitliche Regelung.

Winterzeit und Sommerzeit: Wie sinnvoll ist die Zeitumstellung?

Die Zeitumstellung ist ein heiß diskutiertes Thema. Einige Menschen leiden unter dem Zeitwechsel und beklagen sich über Müdigkeit, Schlafstörungen oder ähnliche Beschwerden. Der ursprüngliche Gedanke hinter Sommer- und Winterzeit wird dabei oft außen vor gelassen: Die Energieersparnisse.

Die Zeitumstellung zur Winterzeit erfolgt dieses Jahr am 31. Oktober 2021.

Doch wird durch das einfache Vor- und Zurückstellen der Uhr wirklich merklich viel Energie gespart? Der wirtschaftliche Nutzen der Zeitumstellung ist äußerst umstritten. Mehrere Studien zeigen, dass durch die Zeitumstellung nur geringfügig Energie eingespart wird. Das Bundesumweltamt argumentiert: „Zwar wird durch die Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends weniger häufig das Licht angeknipst – im Frühjahr und Herbst jedoch wird in den Morgenstunden auch mehr geheizt. Das hebt sich gegenseitig auf. Die Zeitumstellung spart im Saldo daher keine Energie.“

Wie die Zeitschrift „Wirtschaftsdienst“ berichtet, konnte überprüft werden, dass die Einsparungen beim Stromverbrauch privater Haushalte nur bei rund 0,78 Prozent liegen. Eine Familie mit drei Kindern würde damit jährlich nur rund 11 Euro einsparen.

Zeitumstellung 2021 im Oktober: Was wäre besser - Sommerzeit oder Winterzeit?

Aus Sicht der Schlafforschung gibt es eine klare Meinung: Die Winterzeit wäre angenehmer für den biologischen Rhythmus der Menschen. Hans-Günter Weeß, Leiter des Schlafzentrums am Pfalzklinikum spricht sich für die längeren Nächte aus: „Wir müssen bedenken, dass wir die Dunkelheit brauchen, um müde zu werden.“ Während der langen Sommerabende würde die Bildung des Schlafbotenstoffs Melatonin unterdrückt werden. Dies würde Menschen nicht rechtzeitig müde machen und für einen gestörten Schlafrhythmus sorgen.

Aus wirtschaftlicher Sicht hingegen könnte die Sommerzeit effizienter sein. Eine Simulation der Wirtschaftszeitschrift „Wirtschaftsdienst“ hat das Einsparungspotenzial von Sommer- und Winterzeit miteinander verglichen. Die Hochrechnungen ergaben, dass in Deutschland bei Umstellung auf reine Sommerzeit 383 Millionen Euro mehr eingespart werden könnten, als bei einer Umstellung auf reine Winterzeit.

Übrigens: Bei einer „Ewigen Sommerzeit“ würde am kürzesten Tag des Jahres die Sonne erst gegen 9.30 Uhr aufgehen. Bei „Ewiger Winterzeit“ würde sie am längsten Tag des Jahres bereits um 20.30 Uhr untergehen. So oder so sind sich Experten in einem Punkt einig: Das System der Zeitumstellung ist längst überholt und bedarf einer dringenden Erneuerung.

Zeitumstellung: So unzufrieden sind die Deutschen

Eine Umfrage der Krankenkasse DAK-Gesundheit aus dem Jahr 2021 zeigt, dass fast jeder vierte Deutsche körperlich unter den Folgen der Zeitumstellung leidet. Rund 85 Prozent der befragten Personen gaben an, aufgrund des Zeitenwechsels müde und abgeschlagen zu sein. 70 Prozent beschwerten sich über Einschlafprobleme und zwölf Prozent gaben sogar an unter depressiven Verstimmungen zu leiden.

Obwohl sich mehr als 70 Prozent der Deutschen das Ende von Sommer- und Winterzeit wünschen, glauben 63 Prozent der befragten Personen nicht, dass in absehbarer Zeit die Zeitumstellung abgeschafft wird.

Sommer- und Winterzeit: Wann wird die Uhr umgestellt?

Die Uhr wird in Deutschland jährlich zweimal umgestellt: jeweils am letzten Sonntag im März und Oktober. Im Jahr 2021 markiert der 31. Oktober den Beginn der Winterzeit. Die Zeitumstellung wird um 3 Uhr nachts vorgenommen und der Zeiger der Uhr wird um eine Stunde zurückgestellt. Wir gewinnen also eine Stunde Schlaf.

Termine für die Zeitumstellung 2021/22
Sonntag, 31. März 2021Uhr wird von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt
Sonntag, 27. März 2022Uhr wird von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt
Sonntag, 30. Oktober 2022Uhr wird von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt

Die Umstellung auf Sommerzeit erfolgt dann am 27. März 2022. Eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2002 regelt, dass die Sommerzeit in allen Mitgliedstaaten „dauerhaft“ und „verbindlich“ gilt. (aa)

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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