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Uhren wurden vorgestellt

Uhren umgestellt auf Sommerzeit: War das nun die letzte Zeitumstellung?

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Am 28. März 2021 wurden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Doch wollte man die Zeitumstellung in der EU nicht eigentlich abschaffen? Das ist der aktuelle Stand.

  • Wieder einmal wird in Deutschland die Zeit umgestellt. Die Uhren werden heute Nacht eine Stunde vorgestellt – dann gilt die Sommerzeit.
  • Die Debatte um Abschaffung der Zeitumstellung bleibt uns erhalten. Was ist aus dem EU-Vorhaben geworden?
  • Sommerzeit oder Normalzeit: Welche Zeitzone empfehlen Fachleute aus gesundheitlicher Sicht?

Frankfurt am Main - Es ist länger hell draußen und man kann den Frühling bereits erahnen. Wenn die warme Jahreszeit zurückkommt, werden die Uhren auch wieder umgestellt. In der Nacht von Samstag (27. März) auf Sonntag (28. März) ist es so weit. Die Uhren werden eine Stunde nach vorne gestellt.

Die Umstellung zur Sommerzeit 2021* findet in der EU seit 1996 immer am letzten Sonntag im März (Umstellung auf Sommerzeit) und am letzten Sonntag im Oktober (Umstellung auf Winterzeit/Normalzeit) statt.

Zeitumstellung 2021: Zwei Mal im Jahr wird derzeit an der Uhr gedreht: Am 28. März 2021 wurden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. (Symbolbild)

Abschaffung der Zeitumstellung: Da war doch was

Doch sollte die Zeitumstellung nicht eigentlich abgeschafft werden? Im Sommer 2018 befragte die EU-Kommission ihre Bürger:innen zur Zeitumstellung und veröffentlichte das eindeutige Ergebnis der Umfrage: Die überwältigende Mehrheit (84 %) der 4,6 Millionen Teilnehmenden stimmte für eine Abschaffung der Zeitumstellung. Daraufhin sprach sich auch das Europäische Parlament für eine Abschaffung der Zeitumstellung nach dem Jahr 2021 aus. Seitdem hat sich allerdings nicht mehr viel getan: Die Mitgliedsstaaten der EU müssen nun festlegen, welche Zeit künftig für sie gelten soll.

Sommerzeit 2021: Wann wird die Zeitumstellung in Deutschland und der EU abgeschafft?

Allerdings ist die Abschaffung der Zeitumstellung nicht so einfach, wie es klingt. In der EU hat man derzeit eine große Zeitzone, die von Spanien im Westen bis Polen im Osten reicht. Würde sich jedes Land für eine eigene Zeitzone entscheiden, entstünde ein zeitlicher Flickenteppich innerhalb der EU. Das möchte man vermeiden. In einem öffentlichen Dokument der rumänischen Ratspräsidentschaft hieß es im Juni 2019 deshalb auch: „Ein EU-weit harmonisierter und koordinierter Ansatz ist von entscheidender Bedeutung, um Zeitzonen-Flickenteppiche zu vermeiden und das reibungslose Funktionieren des EU-Binnenmarktes zu gewährleisten.“

Bisher gibt es keine Mehrheit für eine Zeitzone, denn für manche Länder hat die Sommerzeit Vorteile, für andere ist die Normalzeit besser. Bleibt es auch künftig bei der großen Zeitzone von Spanien bis Polen, wird es bei den einen im Winter erst sehr spät morgens hell, bei den anderen geht dagegen im Sommer bereits mitten in der Nacht die Sonne auf.

Termine für die Zeitumstellung 2021:
So, 28. März 2021Uhr wird um 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt
So, 31. Oktober 2021Uhr wird von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt

Abschaffung der Zeitumstellung: Erst einmal werden die Uhren weiter umgestellt

Bisher ist das Thema nicht weiter vorangeschritten – mutmaßlich auch, weil die EU wegen der Corona-Pandemie derzeit wichtigere Probleme zu lösen hat. Bis das Thema bei der EU wieder auf den Tisch kommt, bleibt also nichts anderes übrig, als die Uhren in der Nacht vom 27. auf den 28. März 2021 eine Stunde vorzustellen. Das hat zur Folge, dass es morgens später hell wird, dafür bleibt es abends länger hell.

Ein Hintergedanke bei der Einführung der Zeitumstellung war, so das Tageslicht besser ausnutzen zu können und Energie zu sparen. Allerdings ist der wirtschaftliche Nutzen der Zeitumstellung gering – und das regelmäßige Drehen an der Uhr hat auch negative Aspekte, vor allem gesundheitlicher Art.

Zeitumstellung von Winterzeit zu Sommerzeit 2021: Viele klagen über gesundheitliche Probleme

Umfragen zeigen, dass etwa jeder vierte Deutsche nach einer Zeitumstellung mit gesundheitlichen oder psychischen Problemen zu kämpfen hat. Die Uhrumstellung stört den Schlafrhythmus vieler Menschen. Doch wenn man sich zwingend für eine Zeitzone entscheiden müsste, welche sollte es dann sein? Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) spricht sich aus gesundheitlichen Gründen für die Beibehaltung der Normalzeit (Winterzeit, MEZ) aus. Das Tageslicht sei der „Hauptzeitgeber“ für die innere Uhr des Menschen und für den Wach-Schlaf-Rhythmus. All das wird nach Ansicht der Experten vor allem in der Normalzeit gewährleistet.

Auch andere Forschende warnen vor einer „ewigen Sommerzeit“. Till Roenneberg vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität München argumentierte bereits vor einiger Zeit gegenüber der Nachrichtenagentur dpa gegen die Sommerzeit: „Man erhöht die Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme – das heißt, wir Europäer werden immer dicker, dümmer und grantiger.“ Auch Lehrer sprechen sich immer wieder gegen die Sommerzeit aus. (Tanja Banner) *ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Ralf Hirschberger

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