Coronavirus

„Es ist an der Zeit, uns bereit zu machen“

Nach ersten Fällen in Europa: Die Weltgesundheutsorganisation WHO fordert die Länder auf, sich auf das Coronavirus vorzubereiten.

Nach den ersten Nachweisen der neuartigen Lungenkrankheit in Europa hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein gemeinsames Vorgehen gegen den Erreger angemahnt. „In einer Zeit der Unsicherheit über die Entstehung und das Verhalten eines Virus ist es umso entscheidender, dass Länder, Organisationen und die internationale Gemeinschaft als Einheit handeln“, teilte das WHO-Regionalbüro Europa am Samstagabend mit (aktuelle Entwicklungen rund um das Coronavirus im Newsticker).

Dazu zähle auch, auf lokaler und nationaler Ebene vorbereitet zu sein, um erkrankte Menschen aufzuspüren und auf das Virus zu testen. „Es ist an der Zeit, uns bereit zu machen“, erklärte das Büro. Der Ausbruch in China sei ein Zeichen, dass jedes Land vorbereitet sein müsse, um Krankheitsausbrüche jeglicher Art rechtzeitig zu erkennen und zu handhaben.

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In Frankreich, wo am Freitagabend die ersten drei Infektionen mit dem Virus in Europa bestätigt wurden, habe man gute Arbeit bei der Identifizierung der Fälle geleistet. Die Funde seien eine Erinnerung daran, dass der globale Reiseverkehr kein Land von der Ausbreitung von Infektionskrankheiten ausschließe. Es sei zurzeit unklar, wie sich der Ausbruch entwickele, ergänzte die Behörde.

56 Todesopfer in China

Eine Evakuierung deutscher Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus der vom Coronavirus besonders betroffenen chinesischen Provinz Hubei ist indes noch nicht geplant. Aus Regierungskreisen in Berlin verlautete am Sonntag, das Auswärtige Amt stehe in engem Kontakt mit Betroffenen und Partnerorganisationen vor Ort.

Demnach leben in der Region etwa 100 deutsche Staatsangehörige mit ständigem Wohnsitz, die in der Krisenvorsorgeliste des Amtes registriert sind. In diese Liste können Deutsche sich freiwillig eintragen lassen. Das US-Außenministerium hatte am Sonntag angekündigt, es werde US-Bürger aus Wuhan ausfliegen; laut „Wall Street Journal“ halten sich rund 1000 US-Bürgerinnen und -Bürger in der Millionenmetropole auf.

Auch Frankreich plant eine Evakuierungsaktion aus der Provinz Hubei per Bus. In Wuhan war der Erreger 2019-nCoV erstmals aufgetreten, in der Stadt gibt es die meisten der inzwischen fast 2000 Infizierten in China. Die Elf-Millionen-Metropole wurde unter Quarantäne gestellt und komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

Trotz drastischer Gegenmaßnahmen nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit gibt es immer mehr Todesfälle in China. 56 Todesopfer sind mittlerweile bestätigt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag berichtete. Insgesamt haben sich demnach 1975 Menschen in China mit dem Coronavirus angesteckt, der die neuartige Lungenkrankheit auslöst. Zuletzt war von knapp 1400 Infizierten die Rede gewesen.

Weltweit kommen nach bisherigen Informationen rund 30 bestätigte Fälle hinzu – darunter die drei Patientinnen und Patienten in Frankreich. Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping berief am Samstag in Peking ein Krisentreffen ein. Alle Ebenen von Partei und Regierung müssten dem Kampf gegen das Coronavirus höchste Priorität einräumen, hieß es. (dpa/afp)

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