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Audrey Taotou verkörpert die legendäre Modemacherin im Kinofilm "Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft".
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Audrey Taotou verkörpert die legendäre Modemacherin im Kinofilm "Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft".

Audrey Tautou im Interview

Die zauberhafte Welt der Coco Chanel

Das kleine Schwarze, Chanel No. 5 - große Schöpfungen der Designerin. Aber wer war diese Frau? Ein Gespräch mit der Schauspielerin Audrey Tautou. ( Mit Trailer)

Madame Tautou, Sie sind in Beaumont geboren, ganz in der Nähe des Ortes, in dem Coco Chanel aufgewachsen ist. Wussten Sie also schon alles über die Figur, die Sie nun spielen?

Nein, auf keinen Fall. Ich wusste ja nicht einmal, dass sie im Waisenhaus eines Klosters aufgewachsen ist. Alles, was ich wusste, war, dass wir aus der selben Gegend stammen, in der selben Landschaft aufgewachsen sind. Aber ich wusste auch nicht mehr, als wir alle über sie wissen. Ich kannte die Maison Chanel, wir alle kennen ihr Gesicht. Aber niemand kennt ihre wirkliche Persönlichkeit.

Welche Eigenschaften verbindet die Menschen aus Beaumont miteinander?

Naja, es ist keine beliebte Gegend. Beaumont liegt im Landesinnern, weit weg vom Meer, weit weg von den Bergen. Die Menschen sind Bauern, arme Arbeiter. Aber sie sind willensstark.

Gab es Eigenschaften, mit denen Sie sich identifizieren konnten? Bauersfrauen sind Sie ja nun beide nicht...

(lacht) Nein, natürlich nicht. Es gibt schon Eigenschaften, in denen ich mich wiederfinde, ihr Temperament etwa, ihre Intelligenz oder ihren Stolz, aber bei Coco Chanel war das alles so viel stärker. Wir haben vielleicht ein paar Gemeinsamkeiten, aber die Tatsache, dass sie anders war als die Frauen ihrer Zeit, dass sie diese Sehnsucht hatte, frei und unabhängig zu sein, das war eine sehr moderne Auffassung. Es ist unglaublich, wenn man sich überlegt, dass sie ein kleines Mädchen war, das aus dem Nichts kam, aus einem Waisenhaus.

Wie war es, am Set Chanel-Kleider tragen zu dürfen?

Die Kleider hat alle der Kostümdesigner des Films gemacht. Sie sahen als nur so aus, als wären sie von Chanel.

Wenn Sie es von heute aus betrachten - was hat Chanels Kleider damals so besonders gemacht?

Ich denke, Kleider waren nicht einfach eine Dekoration für sie - wie es heute bei vielen Frauen der Fall ist, die zeigen wollen, wie reich sie sind. Coco Chanel hat sich durch ihre Kleidung ausgedrückt. Sie hat ihr geholfen, sich zu befreien, zu atmen, selbstbewusst zu werden.

War sie eine Feministin?

Sie hat einfach gespürt, dass die Bedingungen für Frauen nicht so bleiben konnten. Das war eine persönliche Sache, keine feministische. Sie wollte jemand sein, das kam von innen.

Es ging Chanel gar nicht um die Mode?

Am Anfang hat sie gar nicht über Mode nachgedacht. Sie wollte Sängerin werden oder Schauspielerin. Sie wollte unabhängig sein, etwas schaffen, sich von ihrer Herkunft lösen. Das war es.

Und Sie - tragen Sie jetzt nur noch Chanel?

Ich habe den Chanel-Stil schon immer geliebt, er ist einfach, sehr feminin, sehr französisch. Aber das hat nichts mit dem Film zu tun. Mich hat Coco Chanels Persönlichkeit interessiert, nicht ihre Mode. Es sollte ja auch kein Modefilm werden. Das wäre nicht halb so interessant gewesen.

Sie haben neben der Filmrolle auch einen Werbevertrag mit Chanel unterschieben. Ist das Teil der Film-Vermarktung?

Nein, das geschah vollkommen unabhängig von den Dreharbeiten. Ich hatte gerade begonnen, mit Anne Fontaine (die Regisseurin, Anm. d. Red.) über den Film zu sprechen, als ich gefragt wurde, ob ich das machen wolle. Das ging dann ganz schnell und hatte nichts mit dem Film zu tun. Bei den Dreharbeiten waren wir im Übrigen vollkommen frei, wir konnten tun, was wir wollten. Es war aber ein gutes Gefühl, dass Chanel hinter uns stand und stolz war auf das Projekt.

Und jetzt hoffen Sie, endlich nicht mehr als die ewige Amélie zu gelten?

Ach, wissen Sie, für 90 Prozent der Menschen werde ich für immer Amélie bleiben. Also versuche ich gar nicht erst, dagegen anzukämpfen. Das ist okay. Was ich satt habe, ist, immer die gleichen Fragen gestellt zu bekommen.

Interview: Michael Wolsky, Übersetzung: Felix Helbig

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