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Weinstein-Skandal

New York verklagt Weinstein

  • VonEliana Berger
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Der US-Bundesstaat New York verklagt Harvey Weinstein und seinen Bruder Robert sowie ihre gemeinsame Produktionsfirma Weinstein Company.

Harvey Weinstein, das war einmal ein großer Name in Hollywood. Die Welt kannte ihn, weil er Welterfolge produzierte. „Pulp Fiction“, „Der Herr der Ringe“ und „Der Englische Patient“, zum Beispiel. Seine Filme erhielten Oscars und Golden Globes, Meryl Streep nannte ihn in einer Dankesrede einst einen „Gott“.

Heute distanziert sich Streep von Weinstein. Die eigene Weinstein Company hat den 65-Jährigen als Vorstandschef abgesetzt, Organisationen wie die Oscar-Akademie haben ihn ausgeschlossen. Denn seit Herbst vergangenen Jahres haben mehr als 100 Frauen Weinstein beschuldigt, sie sexuell belästigt, genötigt oder vergewaltigt zu haben.

Geplanter Verkauf scheitert

Nun hat der US-Bundesstaat New York Harvey Weinstein und seinen Bruder Robert und ihre gemeinsame Produktionsfirma Weinstein Company verklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen in der Anklage „wiederholte, fortdauernde und entsetzliche Rechtsverletzungen“ vor. Harvey Weinstein habe seine Angestellten „bösartig und ausbeuterisch“ behandelt. Die Firma habe sie nicht vor diesen Übergriffen geschützt. Von einem für Frauen „feindlichen Arbeitsumfeld“ ist die Rede, in der Weinstein Company sollen Bürger-, Menschen- und Arbeitsrechte verletzt worden sein.

Für die Weinstein-Brüder und ihre Firma kommt diese Nachricht zu einem schlechten Zeitpunkt. Ein geplanter Verkauf der Weinstein Company scheitert nach Bekanntwerden der Anklage am Sonntag. Eine interessierte Investorengruppe zieht ihr Angebot über 500 Millionen US Dollar laut Wall Street Journal wieder zurück.

Harvey Weinstein, das ist in Hollywood kein großer Name mehr. Dabei führte zu seinen erfolgreichen Tagen kaum ein Weg an ihm vorbei: „Shakespeare in Love“, „Django Unchained“, „Good Will Hunting“. Man könnte Bücher füllen mit den Erfolgen, die er produzierte. 1979 gründen er und sein Bruder in New York Miramax, eine Produktions- und Verleihfirma. 1993 kauft Disney die Firma, 2005 verlassen die Weinstein-Brüder Miramax und gründen die Weinstein Company. Was nun, nach dem geplatzten Verkauf, aus der Firma wird, bleibt unklar.

Niemand in der Branche spricht mehr über den Produzenten Weinstein. Sein Name ist zu einem Synonym für sexuelle Belästigung geworden.

Als die Vorwürfe gegen Weinstein bekannt werden, ihn Schauspielerinnen wie Rose McGowan und Asia Argento der Vergewaltigung bezichtigen, mündet das in eine große Debatte über Sexismus. Künstlerinnen aus Hollywood gründen die Bewegung „Time’s Up“ gegen sexuelle Belästigung. Unter dem Hashtag „metoo“ teilten weltweit Frauen ihre Erfahrungen mit dem Thema. Weinstein hat die Branche verändert – auf eine andere Art, als er es sich vermutlich gewünscht hätte.

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