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Innenminister mit Verdacht

Nach Messer-Attacke in Würzburg: Täter sprach von „seinem Beitrag zum Dschihad“

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Nach der tödlichen Messer-Attacke in Würzburg laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Es verhärtet sich der Verdacht auf einen islamistischen Hintergrund.

  • Am Freitag (25.06.2021) ereignete sich im unterfränkischen Würzburg ein Messer-Angriff. Drei Personen kamen ums Leben.
  • Der Mann wurde von der Polizei angeschossen und festgenommen.
  • Die aktuelle Nachrichtenlage zu den tödlichen Messerangriffen in Würzburg finden Sie im folgenden News-Ticker.

Update vom Montag, 28.06.2021, 06.45 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die Menschen, die sich dem Messerangreifer von Würzburg in den Weg gestellt haben, als „echte Helden“ bezeichnet. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erwäge eine besondere Ehrung für sie, sagte Herrmann am Sonntag bei „Bild live“. Der Innenminister regte als mögliche Auszeichnung die Bayerische Rettungsmedaille an. Diese sei bestimmt für „Menschen, die ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um andere Menschenleben zu retten“.

Herrmann sagte bei „Bild live“, vieles spreche für eine „islamistisch motivierte Tat“. So habe man bei der Durchsuchung der Unterkunft des 24-Jährigen „einiges gefunden, was auf islamistisches Propagandamaterial hinweisen könnte“. Außerdem habe der Täter selbst von „seinem Beitrag zum Dschihad“ gesprochen. Man müsse aber jetzt die weiteren Ermittlungen abwarten, vor allem die Auswertung zweier Handys des Mannes. 

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Freitagabend in Würzburg.

Nach Messer-Angriff in Würzburg: Trauer und Entsetzen – Gedenkfeier im Dom

Update, 17.45 Uhr: Die Stadt Würzburg hat mit einem Trauergottesdienst der Opfer der Messerattacke vom Freitag gedacht. Das Geschehen bleibe „unfassbar sinnlos“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag bei der Veranstaltung im Würzburger Dom. Würzburgs katholischer Bischof Franz Jung dankte allen Nothelfern. „Mit einem Schlag wurde uns wieder ins Bewusstsein gerufen, wie brüchig unsere scheinbare Normalität ist“, so Jung.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte: „Es bleibt völlig unfassbar“. Als gläubiger Christ frage er sich: „Wie konnte Gott das zulassen?“ Söder verwies auch darauf, wie sich die Menschen verhalten hätten: Viele hätten ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben geholfen – neben den Rettungskräften auch Bürgerinnen und Bürger mit und ohne Migrationshintergrund. In all dem Grauen sei dies ein „ganz kleiner Lichtstrahl“.

Würzburg: Söder und OB Schuchardt gedenken der Opfer des Messer-Angriffs

Update, 15.45 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) gedenken der Opfer des tödlichen Messerangriffs in Würzburg. „Es bleibt dieses unfassbare, dieses völlige Unverständnis, warum jemand sowas macht“, sagte Söder bei einer Kranzniederlegung am Tatort. „Das sind die Momente im Leben, wo Rechtsstaat, Gesellschaft, Religion an ihre absoluten Grenzen stoßen“. Der Freitag sei ein schlimmer Tag für Würzburg und Bayern gewesen, so Söder weiter.

Söder und Schuchardt sprachen zudem mit Angehörigen der Opfer. Danach wollten beide an einer Gedenkfeier im Würzburger Kiliansdom teilnehmen. Erwartet wurden unter anderem auch Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), Landesinnenminister Joachim Herrmann (CSU) und der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

Messer-Angriff in Würzburg: Spurenauswertung und Zeugenbefragung laufen

Update, 11.15 Uhr: In Würzburg laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren. Nach der Gewalttat mit drei Toten und sieben Verletzten laufen ist die Polizei derzeit weiterhin mit Spurenauswertung und Zeugenbefragungen beschäftigt. Ziel sei, den genauen Tatablauf zu rekonstruieren und das Motiv des Angreifers herauszufinden, sagte ein Polizeisprecher heute Vormittag. Die Ermittler:innen gehen zum einen dem Verdacht nach, der 24 Jahre alte Somalier könnte psychisch krank sein. Zum anderen könnte eine extremistische Einstellung für den Messerangriff des Mannes in der Innenstadt mitverantwortlich gewesen sein.

Die Bundesregierung hat den tödlichen Messerangriff in Würzburg verurteilt.

Das bayerische Landeskriminalamt leitet in Zusammenarbeit mit der Generalstaatsanwaltschaft München die Ermittlungen. So untersuchen die Beamt:innen beispielsweise ein Handy, das in der Würzburger Obdachlosenunterkunft des Angreifers entdeckt worden war. „Die Auswertungen dauern einfach, erfahrungsgemäß mehrere Tage“, sagte ein Ermittler der dpa. „Das muss jetzt alles übersetzt und bewertet werden.“

Messer-Angriff in Würzburg: Polizei präzisiert Angaben zu Opfern

Update, 10.45 Uhr: Nach unterschiedlichen Angaben zu Zahl und Identität der Opfer des Messerangriffs von Würzburg hat die Polizei am Sonntag ihre Angaben präzisiert. Demnach starben in einem Kaufhaus drei Frauen im Alter von 24, 49 und 82 Jahren. Vorherige Angaben, eine der Frauen habe in dem Laden als Verkäuferin gearbeitet, träfen nicht zu, sagte ein Polizeisprecher.

Zudem verletzte der Somalier in dem Geschäft einen 57 Jahre alten Mann leicht. Der Täter griff in dem Laden den Ermittlungen zufolge auch eine 52-jährige Frau an. Sie wurde schwer verletzt, ist aber außer Lebensgefahr. Auf der Straße vor dem Kaufhaus fanden Polizisten ein elfjähriges Mädchen sowie einen 16 Jahre alten Jugendlichen - beide mit schweren Verletzungen. Lebensgefahr bestand bei beiden am Sonntag nicht mehr.

Der Täter verletzte darüber hinaus eine 26 Jahre alte Frau leicht - sie wurde ebenfalls auf der Straße gefunden. In einer nahe gelegenen Bank soll der Mann eine weitere Frau angegriffen haben. Die 73-Jährige kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus, ist aber laut Polizei nun außer Lebensgefahr.

Der Zustand einer 39-Jährigen, die der Somalier ebenfalls attackierte, war am Sonntag stabil. Sie sei nicht mehr in einem lebensbedrohlichen Zustand, sagte der Sprecher. Wo der Mann diese Frau angriff, war zunächst unbekannt. Die blutige Bilanz der Messerattacke: drei tote Frauen, drei lebensgefährlich verletzte Frauen, ein Mädchen und ein Jugendlicher in Lebensgefahr, ein leicht verletzter Mann und eine leichtverletzte Frau, so die Polizei.

Würzburg: Gedenkfeier nach Gewalttat – Handyauswertung läuft 

Update vom Sonntag, 27.06.2021, 06.30 Uhr: Nach der Messerattacke von Würzburg wird es am Sonntagnachmittag im Kiliansdom der Stadt eine Gedenkfeier für die Opfer geben. Daran wollen neben dem katholischen Würzburger Bischof Franz Jung auch Vertreter weiterer Religionen und der Öffentlichkeit teilnehmen, wie Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) mitteilte. Erwartet werden bei der Feier der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, die evangelische Regionalbischöfin Gisela Bornowski und Vertreter der muslimischen Gemeinden.

Warum der 24-jährige Täter die Menschen angriff, die er offensichtlich gar nicht kannte, ist bisher noch nicht geklärt. Womöglich ist der Migrant psychisch krank. Die Ermittler prüfen aber auch, inwiefern islamistische Einstellungen zur Tat beigetragen haben könnten.

So werten die Beamten derzeit beispielsweise ein Handy aus, das in der Würzburger Obdachlosenunterkunft des Angreifers entdeckt worden war. „Die Auswertungen dauern einfach, erfahrungsgemäß mehrere Tage“, sagte ein Ermittler der Deutschen Presse-Agentur. „Das muss jetzt alles übersetzt und bewertet werden.“

„Brutale Morde“: Polizei nennt Details zu tödlichen Messer-Angriffen in Würzburg

+++ 16.00 Uhr: Die Ermittlungsbehörden bestätigten zudem, dass bei der Durchsuchung einer Obdachlosenunterkunft in Würzburg, wo der 24-Jährige gelebt hatte, Material sichergestellt wurde. Einerseits sei ein Smartphone gefunden worden, das nun ausgewertet werden soll. Dies gestaltet sich laut Informationen der Polizei jedoch „sehr schwierig und sehr aufwändig“, da Übersetzungen der Textnachrichten notwendig seien.

Zudem habe man „Hassbotschaften“ auf Papier entdeckt. Ob diese im Zusammenhang mit einem islamistischen Motiv stehen, müsse noch ermittelt werden, hieß es.

+++ 15.40 Uhr: Laut Angaben der Behörden wurde der 24-jährige Täter bereits am Samstagnachmittag einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Das Gericht hat mittlerweile einen Haftbefehl, wegen Mordes in drei Fällen, versuchten Mordes in sechs Fällen und vorsätzlicher Körperverletzung in einem Fall, erlassen.

Der 24-Jährige befindet sich nun in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt, wie die Ermittelnden erklärten.

+++ 15.20 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat am Nachmittag neue Details zum tödlichen Messer-Angriff in Würzburg bekannt gegeben. Herrmann sprach von „brutalen Morden“ – und richtete seine Hoffnungen an die Verletzten in den Krankenhäusern, die teilweise „noch um ihr Leben ringen“.

„Gruselig“ und „erschreckend“ – Trauer und Entsetzen in Würzburg*

Würzburg: Drei Frauen sterben durch Messer-Angriff

Die Ermittlungen der Polizei würden auf Hochtouren laufen, so Herrmann. Vor allem sei nun das Motiv des 24-Jährigen zu klären, ein islamistischer Hintergrund werde überprüft. In diese Prüfung werden unter anderem die Staatsanwaltschaft Bamberg und die Kriminalpolizei Würzburg einbezogen. Der unterfränkische Polizeipräsident sprach von einer enormen Bedeutung des couragierten Eingreifens durch Bürgerinnen und Bürger aus Würzburg. Auf diese Weise sei der schnelle Zugriff der Polizei erst möglich gewesen, so Gerhard Kallert.

Kallert nannte weitere Details: Beispielsweise handelt es sich bei den drei Todesopfern um Frauen. Eine davon war eine Verkäuferin eines Würzburger Kaufhauses. Sie hatte den 24-Jährigen wegen eines Messers, das später zur Tatwaffe wurde, in der Haushaltsabteilung beraten. Alle drei Frauen erlagen ihren schweren Stichverletzungen noch vor Ort. Anschließend setzte der Täter seinen „Amoklauf“, wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder das Ereignis bezeichnete, auf der Straße fort. Der Mann griff neben Menschen auf der Straße auch Menschen in einer Sparkasse an.

Laut Angaben der Kriminalpolizei sei der 24-Jährige ein „Einzeltäter“ gewesen. Die Auswertung der Videoaufnahmen sei dabei entscheidend gewesen, hieß es am Samstagnachmittag.

+++ 14.25 Uhr: Bestürzt über die Tat äußerte sich am Samstag auch die Bundesregierung. „Die Ermittlungen werden ergeben, was den Amokläufer von Würzburg antrieb“, schrieb der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert, auf Twitter. „Sicher ist: Seine entsetzliche Tat richtet sich gegen jede Menschlichkeit und jede Religion.“

Würzburg: Bundesregierung spricht von Amoklauf - und verurteilt „entsetzliche Tat“

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte, er habe dem bayerischen Innenminister „jegliche Unterstützung zugesagt“. Die Sicherheitskräfte täten alles, um eine schnelle Aufklärung der Hintergründe zu unterstützen. Seehofer zeigte sich „tief erschüttert“ von der Tat. „Nach allem, was wir wissen, ist es dem couragierten Eingreifen mutiger Männer und Frauen in Würzburg und dem entschlossenen Handeln der Polizei zu verdanken, dass noch schlimmeres verhindert wurde“, erklärte er. „Dieser selbstlose Einsatz verdient höchste Anerkennung.“

+++ 12.25 Uhr: Laut Angaben der Polizei werden aktuell fünf Personen, die am Freitag schwer verletzt wurden, in Krankenhäusern behandelt. Zwei der Verletzten schweben wohl weiterhin in Lebensgefahr. Zwei Leichtverletzte konnte die Kliniken hingegen mittlerweile verlassen, so die Polizei.

+++ 12.00 Uhr: Mittlerweile gibt es neue Details zum Täter aus Würzburg. Nach seiner Festnahme soll der 24-Jährige gegenüber der Polizei erklärt haben, seinen „Dschihad“ nun verwirklicht zu haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel unter Berufung auf interne Behördeninformationen. Wie bereits zuvor bekannt wurde, hatte der Angreifer kurz vor seiner Tat „Allahu Akbar“ gerufen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hatte am Freitagabend davon gesprochen, dass es Hinweise auf ein islamistisches Motiv gebe. Die Ermittlungen dazu laufen. Am Samstagnachmittag wollen sich die Behörden erneut an die Öffentlichkeit wenden und neue Details bekannt geben.

+++ 10.45 Uhr: Am Tatort in der Würzburger Innenstadt haben Bürgerinnen und Bürger am Samstagmorgen Kerzen aufgestellt und Blumen niedergelegt, wie Fotoaufnahmen zeigen.

Die Ermittlungsbehörden haben für den Nachmittag eine Pressekonferenz angekündigt, auf der weitere Details zur Tat und zum weiteren Vorgehen erwartet werden.

Tödlicher Messer-Angriff in Würzburg: Passanten reagierten mutig

+++ 10.30 Uhr: Am Tag nach dem tödlichen Messerangriff in Würzburg, durch den drei Menschen ihr Leben verloren, häufen sich die Reaktionen der Politik. Neben Beileidsbekunden, dominiert vor allem das Verhalten der Passantinnen und Passanten, die sich dem 24-jährigen Täter mutig in den Weg stellten. Somit verhinderten sie offenbar, dass der Mann weitere Menschen angreifen konnte. Ein Polizist schoss dem Mann schließlich in den Oberschenkel, wodurch er festgenommen werden konnte.

Bayerns Innenminister Herrmann betonte, wie wichtig die Courage der Bürgerinnen und Bürger in Würzburg gewesen sei. Martin Hagen, FDP-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, teilte auf Twitter mit: „Großen Respekt an die couragierten Bürger, die sich dem Täter in den Weg gestellt und verhindert haben, dass noch mehr Menschen zu Schaden kommen.“ Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich ebenfalls auf Twitter (siehe Update von 6.30 Uhr): „Ein großer Dank und Respekt für das beherzte Eingreifen vieler Bürger, die sich dem mutmaßlichen Angreifer entschlossen entgegenstellten.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte sich „erschüttert“ über die Messerattacke. „Der Täter hat mit äußerster Brutalität gehandelt. Für diese menschenverachtende Tat wird er durch den Rechtsstaat zur Verantwortung gezogen“, erklärte er.

Würzburg: Nach Messer-Angriff – Innenminister Herrmann spricht von islamistischem Motiv

+++ 08.10 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann spricht von einem islamistischen Motiv beim tödlichen Messerangriff in Würzburg. Laut Angaben des Ministers habe der 24-Jährige, der sich vor rund zwei Wochen in psychische Behandlung begab, bei der Tat „Allahu Akbar“ gerufen. Es gebe somit Hinweise darauf, dass die Tat islamistisch motiviert gewesen sei, so Herrmann am späten Freitagabend. Demnach sei der Mann in den vergangenen Monaten bereits durch „Gewaltbereitschaft“ aufgefallen. Das berichten zahlreiche Medien übereinstimmend.

Die Ermittlungen der Behörden dauern derweil an. Der 24-jährige Angreifer befindet sich in Gewahrsam. Die unterfränkische Polizei rief auf Twitter wiederholt zu Zurückhaltung auf. „Bitte teilt keine Bilder oder Videos“, hieß es.

+++ Update von Samstag, 26.06.2021, 6.30 Uhr: Via Twitter hat sich Bayern Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) zu der Messerattacke in Würzburg geäußert. „Ein großer Dank und Respekt für das beherzte Eingreifen vieler Bürger, die sich dem mutmaßlichen Angreifer entschlossen entgegenstellten. Und allen Rettungskräften für ihren Einsatz vor Ort“, schrieb Söder im Kurznachrichtendienst.

Über das Motiv des Täters besteht auch am Morgen nach der schrecklichen Tat in Würzburg Unklarheit. Die Polizei war nach eigenen Angaben die ganze Nacht hindurch mit zahlreichen Kräften im Einsatz, um die Hintergründe des Angriffs zu ermitteln. Sowohl eine psychische Erkrankung des Täters als auch ein islamistisches Motiv könnten Gründe für den Messerangriff gewesen sein.

Messer-Angriff in Würzburg: Drei Menschen tot, zwei weitere in Lebensgefahr

+++ 22.58 Uhr: Bei der Messerattacke von Würzburg sind neben den drei getöteten Menschen mindestens zwei weitere Angegriffene lebensgefährlich verletzt worden. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Abend, es sei nicht klar, ob alle der Schwerstverletzten überleben würden.

Insgesamt seien fünf Menschen schwerstverletzt worden, darüber hinaus habe es weitere Verletzte gegeben. „Wir müssen jetzt hoffen und beten, dass die Schwerstverletzten überleben“, sagte er. Zur Identität der Opfer machte er keine Angaben.

Messer-Attacke in Würzburg: Tote, Verletzte und die Suche nach dem Tatmotiv

+++ 22.45 Uhr: Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt zeigt sich beeindruckt von den couragierten Bürger:innen, die sich dem mutmaßlichen Täter entgegenstellten – mit Besen und Holzstühlen in den Händen. Er finde es unglaublich, sagte Schuchardt der Nachrichtenagentur dpa, dass die Menschen so engagiert gehandelt und ihr eigenes Leben gefährdet haben.

Im Einsatz waren am Freitag (25.06.2021) zeitweise 140 Männer und Frauen, um die Opfer der Messer-Attacke in der Würzburger Innenstadt zu versorgen. Das berichtet die Mainpost und beruft sich auf Aussagen des Einsatzleiters der Rettungsdienste, Uwe Kinstle. „Wir sind noch selbst ganz schockiert“, sagte Kinstle am Abend gegenüber der Mainpost. In der Führung sei er nahezu mit dem gleichen Team vor Ort gewesen wie beim Axt-Attentat in Würzburger Stadtteil Heidingsfeld vor fast genau fünf Jahren. „Wir hatten danach unsere Einsatzpläne gezielt für solche Situationen optimiert, um aus Erfahrungen zu lernen“, sagte Kinstle. „Heute konnten wir von davon zehren.“

Polizei in Würzburg sucht nach Messer-Attacke nach Tatmotiv

Am 18. Juli 2016 hatte ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan mit einem Messer und einer Axt in einer Regionalbahn vier Menschen zum Teil schwer verletzt. Die Polizei erschoss den Mann während der Flucht. Die Tat hatte später die Terrormiliz IS für sich reklamiert.

Welches Motiv der mutmaßliche Täter hatte, der am Freitag (25.06.2021) in einem Kaufhaus, einer Bank und auf der Straße in Würzburg auf Passanten einstach, ist noch unklar. Bei der Messer-Attacke wurden drei Menschen getötet und fünf zum Teil schwer verletzt.

Bluttat in Würzburg: Innenminister schließt islamistischen Anschlag nicht aus

+++ 22.07 Uhr: Im Gegensatz zur Polizei schließt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zum jetzigen Zeitpunkt einen islamistischen Anschlag nicht aus. Es gebe Indizien dafür, sagte der CSU*-Politiker der dpa in Würzburg. Wie Herrmann berichtet, habe ein Zeuge erklärt, der mutmaßliche Täter habe bei der Tat „Allahu Akbar“ gerufen.

Bei der Messer-Attacke waren am Freitag (25.06.2021) gegen 17 Uhr drei Menschen getötet und fünf Menschen verletzt worden. Ein 24 Jahre alter Mann aus Somalia wurde festgenommen, nachdem ihn ein Polizist laut Herrmann gezielt in den Oberschenkel geschossen hatte. Der Mann soll sich zuvor in psychiatrischer Behandlung gefunden haben.

Messer-Attacke in Würzburg: Polizei bittet Zeugen um Mithilfe

+++ 21.57 Uhr: Der Verdächtige der Messer-Attacke in Würzburg ist nicht wegen Straftaten polizeibekannt, die „Richtung Islamismus hindeuten“. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa, die sich auf die Aussage eines Polizeisprechers beruft. „Wir müssen natürliche alle Erkenntnisse zusammentragen, die es irgendwo gibt“, sagte der Pressesprecher. Das werde einige Zeit dauern.

Der Verdächtige habe bei den Ermittlern kurze Angaben gemacht, berichtet dpa. Was der 24-jährige Somalier aussagte, ist nicht bekannt. Laut Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt lebt der mutmaßliche Täter seit fünf Jahren in Deutschland.

Die Polizei Unterfranken bittet Zeugen um Mithilfe und bittet sie, Bilder und Videos von Tat und Täter unter einem Link zur Verfügung zu stellen.

+++ 21.22 Uhr: Bei der Messer-Attacke in Würzburg ist nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann auch ein kleiner Junge verletzt worden. Sein Vater sei wahrscheinlich getötet worden, sagte der CSU-Politiker laut der Nachrichtenagentur dpa am Freitagabend vor Ort in Würzburg.

Das, was ihm die Rettungskräfte vom Tatort berichtet hätten, sei „fürchterlich und an Brutalität kaum zu überbieten“, sagte Herrmann auf Fragen von Journalisten.

Messer-Attacke in Würzburg: Mutmaßlicher Täter griff vor allem Frauen an

+++ 21.07 Uhr: Wie Innenminister Joachim Herrmann weiter mitteilt, habe der mutmaßliche Täter vor allem Frauen attackiert. Auf Videos sei zu sehen, dass er gezielt nach einer bestimmten Person gesucht habe, so Herrmann.

Er sei entsetzt über eine solch schreckliche Tat, sagte der Innenminister vor Journalisten. Diese riefe sofort Erinnerungen an den Amoklauf vor fünf Jahren in einer Regionalbahn bei Würzburg* wach. Damals hatte ein 17-Jähriger mehrere Menschen mit einer Axt zum Teil schwer verletzt. Anschließend war er zu Fuß geflüchtet, hatte eine Spaziergängerin attackiert und wurde schließlich von Polizist:innen erschossen.

Attacke in Würzburg: Mutmaßlicher Täter soll mit unglaublicher Brutalität zugestochen haben

+++ 21.01 Uhr: Innenminister Joachim Herrmann bestätigte Medienberichten zufolge am Abend, dass sich der mutmaßliche Täter in psychiatrischer Behandlung befunden habe. Er sei in den vergangenen Monaten als gewaltbereit aufgefallen und sei polizeilich bekannt. Laut einer Zeugenaussage soll der Mann mit unglaublicher Brutalität zugestochen haben. Die Polizei durchsuche zurzeit die Wohnung des Mannes, erläuterte Herrmann.

Der bayerische Innenminister dankte zudem den Einsatzkräften und den Menschen vor Ort. Er habe sehr großen Respekt davor, dass sich Würzburger:innen dem Mann in den Weg gestellt haben.

Würzburg: Täter war polizeilich bekannt und in psychiatrischer Behandlung

+++ 20.40 Uhr: Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks soll der mutmaßliche Täter psychisch erkrankt sein. Er soll mit einem 40 Zentimeter langen Messer auf Passanten eingestochen haben. Mehrere Menschen hatten sich dem Mann entgegengestellt, ihn mit Stühlen und Stangen davon abgehalten, weitere Passanten zu attackieren. In mehreren Videos ist zu sehen, wie sie den mutmaßlichen Täter verfolgen und bis zum Eintreffen der Polizei in Schach halten.

+++ 20.25 Uhr: Bei dem mutmaßlichen Täter der Messerattacke von Würzburg handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 24 Jahre alten Mann aus Somalia. Er lebe in Würzburg, sagte ein Polizeisprecher am Freitagabend vor Ort. Laut der Tagesschau sei ein Streit zwischen dem mutmaßlichen Täter und einer Frau der Auslöser für den Angriff gewesen. Besagte Frau befinde sich demnach auch unter den Opfern.

Zudem bestätigte die Polizei nun, dass es drei Todesopfer gebe. Weitere Personen seien „zum Teil schwer verletzt worden“.

Würzburg: Drei Tote nach Messer-Attacke

+++ 20.20 Uhr: Die dpa berichtet ebenfalls von drei Toten nach der Messer-Attacke in Würzburg. Demnach seien fünf weitere Personen verletzt worden. „Wir haben keinerlei Hinweise auf weitere Täter“, sagte ein Polizeisprecher. Die Gefahr für die Bevölkerung sei vorüber. Über die möglichen Motive des Festgenommenen wurde zunächst nichts bekannt. Die Polizei war nach eigenen Angaben gegen 17.00 Uhr alarmiert worden.

+++ 20.15 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ist in Würzburg am Tatort eingetroffen. Eck spricht von einem „glatten Durchschuss“, mit dem der mutmaßliche Täter gestoppt worden sei. Er schwebe nicht in Lebensgefahr. Unterdessen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu dem Drama in Würzburg geäußert. Er schrieb bei Twitter: „Entsetzliche und schockierende Nachricht aus Würzburg. Wir trauern mit den Opfern und deren Familien. Wir bangen und hoffen mit den Verletzten. Dank an die Polizei für das rasche Eingreifen.“

Messer-Attacke in Würzburg: Passanten wollten mutmaßlichen Täter stoppen

+++ 20.05 Uhr: Bei dem Messer-Angriff in Würzburg am Barbarossaplatz sollen drei Menschen getötet worden sein, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Mindestens sechs Menschen wurden demnach schwer verletzt. Wie Mainpost weiter berichtet, soll Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck von drei Todesopfern und zehn Verletzten gesprochen haben.

Videos, die im Internet geteilt wurden, zeigen den mutmaßlichen Täter. Darauf ebenfalls zu sehen: Offenbar haben mehrere Passanten versucht, den Mann zu stoppen. Unter anderem ist auf einem der Videos zu sehen, wie sie Gegenstände nach ihm werfen und versuchen, auf ihn einzuschlagen. Zu dem Festgenommenen gab die Polizei derweil noch keine genauen Angaben. Auf Twitter schrieb die Polizei: „Es sind viele, nicht hilfreiche Spekulationen im Umlauf. Wir berichten weiter, sobald wir gesicherte Informationen haben.“

Update vom Freitag, 25.06.2021, 19.53 Uhr: Die Polizei hat bestätigt, dass der Angreifer durch Schusswaffengebrauch überwältigt wurde. Demnach sei dem Mann ins Bein geschossen worden, ehe er festgenommen und medizinisch versorgt werden konnte. Zudem bittet die Polizei darum, keine Videos oder Bilder des mutmaßlichen Täters im Internet zu teilen oder zu verbreiten. Am frühen Abend kursierten bereits zahlreiche Videos, auf denen auch der mutmaßliche Täter zu sehen ist.

Würzburg: Messerstecher richtet Blutbad an - Mehrere Tote

Erstmeldung von Freitag, 25.06.2021, 19.30 Uhr: Würzburg – In der Würzburger Innenstadt, in der Nähe des Barbarossaplatzes, sind am späten Freitagnachmittag (25.06.2021) bei einer Messerattacke mehrere Menschen getötet worden. Das teilt die Deutsche Presse-Agentur mit, die sich auf Aussagen der Polizei beruft. Weitere Personen seien verletzt worden, heißt es. Ein mutmaßlicher Täter sei überwältigt und festgenommen worden.

Hinweise auf weitere Täter gebe es nicht, sagte ein Polizeisprecher, der Entwarnung für die Menschen vor Ort gab. Über ein mögliches Motiv des Festgenommenen ist noch nichts bekannt.

Wie viele Todesopfer und Verletzte es gibt, ist bislang unklar. Die Polizei bittet, keine Videos und Bilder des mutmaßlichen Täters im Internet zu teilen oder zu verbreiten. Die Privatsphäre der Opfer soll respektiert werden.

Messer-Attacke in Würzburg: Hintergründe noch unklar

Der Mann hatte Medienberichten zufolge gegen 17 Uhr begonnen, in der Innenstadt Passanten mit einem Messer zu attackieren.

Anfang Januar dieses Jahres waren bei einer Messerattacke im Bahnhofsviertel in Frankfurt* vier Menschen verletzt worden, drei davon schwer. (uf/nc/tu/dil mit dpa/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa

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