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Russlands Präsident Wladimir Putin hat einen Kopfhörer im Ohr (Archivbild).
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Die angebliche Tochter von Russlands Präsidenten Wladimir Putin ist eine eifrige „Clubhouse“-Nutzerin. Dort teilte sie kontroverse Aussagen (Symbolbild).

Über „Clubhouse“

Ansturm in Russland auf „Clubhouse“: Angebliche Tochter von Wladimir Putin dabei – mit dubiosen Theorien

  • Sandra Böhm
    vonSandra Böhm
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  • Sebastian Richter
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Die vermeintliche Tochter des russischen Präsidenten nutzt „Clubhouse“ für Verschwörungstheorien. Elon Musk macht Wladimir Putin ein Angebot.

  • Elon Musk hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin über Twitter zu einer Unterhaltung eingeladen.
  • Das Gespräch soll über die App „Clubhouse“ stattfinden.
  • Die angebliche uneheliche Tochter von Putin ist ebenfalls auf „Clubhouse“ aktiv.

+++ 09.30 Uhr: Tausende Russen und Russinnen wettern auf der neuen Audio-App „Clubhouse“ gegen das autoritäre Regime Russlands, berichtet das amerikanische News-Portal „The Daily Beast“. Auch die 17-jährige Luiza Rozova ist eine eifrige „Clubhouse“-Userin. Unabhängige russische Medien behaupten sie sei die uneheliche Tochter von Russlands Präsident Wladimir Putin. Der Kreml bestreitet das.

„Clubhouse“ in Russland: Angebliche Tochter von Wladimir Putin dabei

Kürzlich habe Rozova laut „The Daily Beast“ die App genutzt, um über ihr Uni-Hauptfach und ihre angestrebte Karriere in der Fashion-Industrie zu sprechen ‒ und über wilde Verschwörungstheorien. Dank „Clubhouse“ wüssten nun viele Russ:innen, dass die angebliche Tochter Putins kein Fernsehen schaue, ihre Nachrichten über die Telegram-App beziehe und an Verschwörungstheorien über die Corona-Pandemie glaube. Außerdem billige Rozova die Mordanschläge des Kremls an Regimekritiker:innen.

Rozova sprach unter anderem mit dem Autor des Investigativberichts „Iron Masks“, Andrei Zakharov, über die verschiedenen Verschwörungstheorien. In Zakharovs Bericht geht es um Rozovas sehr reiche Mutter, Svetlana Krivonogikh. Sie sei eine enge Vertraue Putins seit den 1990er-Jahren. Und ihre Tochter, Luiza Rozova, sehe Russlands Präsident auffällig ähnlich.

„Clubhouse“: Putins angebliche Tochter spricht öffentlich über Verschwörungstheorien

Ein „Clubhouse“-User soll Rozova gefragt haben, was sie von Putins Kommentar zu Alexej Nawalnys Vergiftung halte, in der Russlands Präsident gesagt hat, dass wenn russische Spezialkräfte Nawalny hätten töten wollen, hätten sie ihn auch erledigt. Rozova soll ohne Zögern geantwortet haben: „Die ‚Golden Billion‘ Gesellschaft steckt hinter dem ganzen Mätzchen mit dem Coronavirus. Es stellt sich heraus, dass sie Menschen töten.“, so der Teenager. „Wenn gewöhnliche Menschen es tun können, warum kann es die Regierung nicht tun ‒ für begründete Zwecke.“ Der Begriff „Golden Billion“ steht in Russland für die relativ reichen Menschen in Industrienationen oder im Westen.

Die angebliche Tochter von Russlands Präsidenten Wladimir Putin ist eine eifrige „Clubhouse“-Nutzerin. Dort teilte sie kontroverse Aussagen (Symbolbild).

Normalerweise wird über kontroverse Sichtweisen und Theorien in Russland eher stillschweigen gewahrt. Doch laut „The Daily Beast“ haben sich 300 russische Journalist:innen, Anwälte, Menschenrechtler:innen in einem öffentlichen „Clubhouse“-Raum virtuell getroffen und über den Spionage-Fall von Ivan Safronov, einer der wichtigsten Journalisten in Russland, wenn es um Militärangelegenheit geht, gesprochen. Safronov sitzt seit über einem Jahr im Gefängnis, weil er Verrat begangen haben soll. Seine Haftstrafe beträgt 20 Jahre.

Die russische Amtsblatt der Regierung „Rossiyskaya Gazeta“ warnte die Bevölkerung, Einladungen von „Clubhouse zu erwerben. Russische Bürokrat:innen hingegen nutzen Clubhouse und sprechen dort über verschiedene Angelegenheiten.

Elon Musk will sich mit Putin unterhalten ‒ und macht ein ungewöhnliches Angebot

Erstmeldung vom Dienstag, 16.02.2021: Moskau ‒ Eine Einladung des Tesla und SpaceX-Chefs Elon Musk zu einem Gespräch mit Russlands Präsident Wladimir Putin: Nichts scheint in der modernen Internetwelt der 2020er Jahre noch unmöglich. Auf Twitter erhielt der offizielle Account des Kremls „President of Russia“ eine Einladung zu einem digitalen Schwätzchen von Elon Musk, dem aktuell reichstem Mensch der Welt. Dabei will der Tesla-CEO das neue Social-Media-Netzwerk „Clubhouse“ nutzen. Die App ist in den USA im Kommen, auch in Deutschland gewinnt das neue Medium immer mehr Beliebtheit.

Elon Musk tritt mit Russlands Präsident Wladimir Putin in Kontakt.

Elon Musk will mit Putin über „Clubhouse“ diskutieren

„Clubhouse“ funktioniert nur über Audioinhalte, das Publikum kann den Gesprächen lauschen. Außerdem können sie fragen an die „auditive Bühne“ stellen. Bisher allerdings sehr exklusiv: Man braucht eine Einladung von einem Mitglied, um sich einen Account erstellen zu können. Außerdem ist die App bisher nur für iOS verfügbar. Trotzdem sollen schon fünf Millionen Menschen „Clubhouse“ heruntergeladen haben.

„Es wäre mir eine große Ehre, mit Ihnen zu sprechen“ schreibt Musk in einem zweiten Tweet auf Russisch. Was er mit Putin denn besprechen wolle, darüber lässt uns Musk bisher im Dunklen. Auch warum es unbedingt die neue App „Clubhouse“ sein soll, gibt Rätsel auf.

Putin: Kreml denkt über Gesprächsanfrage von Musk nach

Laut der russischen Nachrichten-Agentur „tass“ denkt der Kreml darüber nach, das Angebot anzunehmen. Zunächst müssen allerdings die Details des Angebots geklärt werden, sagte Kremlsprecher Dmitry Peskov am Montag (15.02.2021). „Wir wollen zuerst den Sinn dahinter erkennen. Putin selbst nutzt keine sozialen Netzwerke, er hat keine persönlichen Accounts.“ Auch wenn man ebenso in Moskau noch nicht ganz verstehe, was Musk denn mit Putin zu besprechen hätte, sei das Angebot „ohne Zweifel interessant“. Sobald der Kreml die offenen Fragen klären konnte und die Anfrage verifiziert hat, soll eine offizielle Antwort folgen, sagte Preskov.

Musk hat schon Vlad Tenev, den Co-Gründer der Trading-App „Robinhood“, interviewt, nachdem dessen App durch die Sperre von Gamestop-Aktien in große Kritik geraten war. In dieser Unterhaltung ging Musk nicht gerade zimperlich mit seinem Gesprächspartner um und stellte einige provokante und investigative Fragen. Ob er das Gleiche mit Putin vorhat, wird sich zeigen. Zunächst muss eine Antwort aus dem Kreml abgewartet werden, ob Putin seiner Social-Media-Abstinenz für ein Gespräch mit Musk entsagen möchte. (Sebastian Richter)

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