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Mit Blumen, Teddies und Kerzen geschmückt ist der Unfallort im Ortsteil Gertenbach. Nach dem tödlichen Unfall vor einer Kita wurden Mordermittlungen aufgenommen. Ein Mann soll am Freitag mit einem Auto in eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern gefahren sein. Ein achtjähriges Mädchen erlag wenige Stunden später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.
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Mit Blumen, Teddies und Kerzen geschmückt ist der Unfallort im Ortsteil Gertenbach. Nach dem tödlichen Unfall vor einer Kita wurden Mordermittlungen aufgenommen. Ein Mann soll am Freitag mit einem Auto in eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern gefahren sein. Ein achtjähriges Mädchen erlag wenige Stunden später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Hessen

Witzenhausen: Autofahrer nach tödlicher Kollision mit Kindern unter Mordverdacht

  • VonMirko Schmid
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Im nordhessischen Witzenhausen kommt es zu einem unfassbaren Vorfall: Ein 30-Jähriger soll mit seinem Auto absichtlich in eine Gruppe Schulkinder gefahren sein.

Witzenhausen - In Nordhessen kollidiert ein Automit einer Gruppe von Schulkindern. Inzwischen wird nicht mehr wegen eines Unfalls, sondern wegen Mordes ermittelt. Staatsanwaltschaft und Polizei teilten am Montag (01.11.2021) mit, dass der Verdacht bestehe, dass der Fahrer den Wagen vorsätzlich in die Gruppe gelenkt habe. Der 30-Jährige wurde zwischenzeitlich in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Es lägen Verdachtsmomente vor, so die Ermittlungsbehörden, dass er „an einer beträchtlichen psychiatrischen Erkrankung leidet und diese nach derzeitigem Erkenntnisstand ursächlich für den Tatentschluss gewesen sein könnte“.

Der 30-jährige soll am Freitag in Witzenhausen auf einem Gehweg vor einer Kita mit einem Auto in die Gruppe von Schüler:innen gefahren sein. Ein achtjähriges Mädchen erlag seinen schweren Verletzungen wenige Stunden später im Krankenhaus. Darüber hinaus wurden zwei Mädchen im Alter von sieben und acht Jahren schwer verletzt.

Zunächst waren die Ermittelnden von einem Unfall ausgegangen, Hinweise auf einen Vorsatz hätten anfangs nicht vorgelegen. Im Laufe der weiteren Untersuchungen habe sich jedoch ein bis dahin unbekannter Zeuge gemeldet, hieß es am Montag. Dessen Angaben ließen das Geschehen laut den Behörden „in einem völlig anderen Licht“ erscheinen. Sowohl dieser Umstand als auch die vorläufige Stellungnahme eines Sachverständigen führten zur Neubewertung des Falles, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel.

Polizei und Staatsanwaltschaft sprechen von „dringendem Verdacht“ einer absichtlichen Tat

Inzwischen besteht laut Staatsanwaltschaft und Polizei der „dringende Verdacht, dass der 30-Jährige eine aktive Lenkbewegung in Richtung der Grundschüler getätigt und folglich den Tod eines Kindes und die Verletzung mehrerer Kinder vorsätzlich herbeigeführt hat“. Hinweise für einen extremistischen oder terroristischen Hintergrund lägen allerdings nicht vor. Ermittelt wird nun wegen des Verdachts des versuchten und vollendeten heimtückischen Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Der 30-Jährige selbst soll in seiner Vernehmung von einem „Blackout“ gesprochen haben.

Der parteilose Bürgermeister von Witzenhausen Daniel Herz, früher selbst Mitarbeiter der Kripo, telefonierte noch am Nachmittag mit Polizei und Staatsanwaltschaft. „Die Stimmung im Ort ist seit Freitag sehr bedrückend, gleich ob das jetzt ein Unfall war oder Vorsatz“, so Herz gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Wendung in dem Fall empfinde er als „überraschend“. Die meisten Bürger:innen hätten angenommen, „dass etwas Medizinisches dahintersteckt“. Bremsspuren habe es jedoch wohl keine gegeben.

Bevölkerung von Witzenhausen mit großer Anteilnahme nach Tod eines Schulkindes

Auch für den Landrat des Werra-Meißner-Kreises, Stefan Reuß (SPD), bezeichnet diese Wendung als „sehr überraschend“. Auf Grundlager der zuvor bekannten Informationen, sei dies nicht zu vermuten gewesen. Die Stimmung in Witzenhausen sei nach wie vor „sehr gedrückt“. Die Anteilnahme der Bevölkerung sei sehr groß und werde „gerade durch diese Nachricht noch verstärkt“.

Zu den weiteren Ermittlungen in dem Fall gehört unter anderem die Analyse einer Blutprobe des 30-jährigen Mannes auf mögliche Substanzen wie Alkohol, Drogen, oder Medikamente. Zudem wird dessen Schuldfähigkeit eine Rolle spielen.

Die tödliche Autofahrt von Witzenhausen erinnert an mehrere Vorfälle in der jüngeren Vergangenheit, bei denen Fußgänger von Autos erfasst und ums Leben gekommen sind oder Verletzungen erlitten. Für Entsetzen sorgte etwa die mutmaßliche Auto-Attacke auf den Rosenmontagszug im nordhessischen Volkmarsen im Februar 2020. Ein heute 31-Jähriger soll absichtlich in die Zuschauermenge gefahren sein. 90 Menschen, darunter viele Kinder, erlitten teils schwere Verletzungen. Insgesamt geht die Staatsanwaltschaft von mehr als 150 Betroffenen aus. Derzeit läuft der Prozess gegen den 31-jährigen Deutschen, es geht unter anderem um versuchten Mord. (msc mit dpa)

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