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Rettungshelfer behandeln am Dienstag, 10. Februar 2009, den Fahrer eines PKW, der am Morgen in Saarbrücken Göttelborn von einem durch einen Sturm entwurzelten Baum getroffen wurde. Der Fahrer musste mit schweren Kopfverletzungen von der Feuerwehr aus dem Wrack geborgen werden.

Wetterchaos in Europa

Wintersturm und Schnee

Orkanböen, heftige Regen- und Schneefälle, überflutete Straßen, Stromausfälle, Unfälle: Der Winter hat in Teilen Europas noch einmal kräftig zugeschlagen.

London/Paris/Hamburg. Orkanböen, heftige Regen- und Schneefälle, überflutete Straßen, Stromausfälle, Unfälle: Der Winter hat in Teilen Europas noch einmal kräftig zugeschlagen.

In 3000 Haushalten im Westen Englands, wo es in der Nacht zum Dienstag bis zu zwölf Zentimeter geschneit hatte, fiel der Strom aus, nachdem Äste unter der Schneelast auf Strommasten fielen. In London und Südengland regnete es in 24 Stunden so viel wie sonst im ganzen Februar. Ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern legte in Paris den Flugverkehr lahm. Auch in der Schweiz behinderten schwere Sturmböen vor allem den Flugverkehr. In Teilen Deutschlands hat ein erneuter Wintereinbruch am Dienstagmorgen zu Verkehrsbehinderungen und Unfällen geführt.

In England wurden Autobahnen und Straßen wegen Hochwassers gesperrt. Etwa 30 Menschen steckten mit ihren Autos auf überfluteten Straßen fest und mussten von der Feuerwehr befreit werden. Mehr als 300 Hausbesitzer pumpten ihre vollgelaufenen Keller leer und stellten vorsorglich Sandsäcke auf, weil wegen Schneeschmelze weitere Überflutungen befürchtet wurden. Wegen des orkanartigen Sturms war der Flughafen Bristol über Nacht geschlossen. Außerdem kam es im Zugverkehr zwischen London und Mittelengland zu erheblichen Verspätungen.

Der Winter hat Großbritannien seit gut einer Woche im Griff. Am Montag vergangener Woche waren nach den stärksten Schneefällen seit 18 Jahren landesweit über sechs Millionen Menschen nicht zur Arbeit erschienen. Selbst die Hauptstadt war lahmgelegt.

In Frankreich beschädigte ein heftiger Sturm etliche Hochspannungsleitungen. In Paris wurde der Flugverkehr zeitweise lahmgelegt. Rund 600 000 Haushalte waren stundenlang ohne Strom. Die großen Airports in der Hauptstadt untersagten von Montagabend bis Dienstagvormittag alle Starts und Landungen. Allein Air France strich 200 Kurz- und Mittelstreckenflüge sowie zehn Langstreckenverbindungen. 3000 Passagiere wurden über Nacht in Hotelzimmern untergebracht, teilte die Fluggesellschaft am Morgen mit.

In Zürich in der Schweiz mussten bis gegen Mittag wegen Sturms mehr als 20 Flugzeuge im Landeanflug durchstarten. Viele Flüge wurden gestrichen, wie die Behörden mitteilten. Am Flughafen wurden Windgeschwindigkeiten bis zu 107 Stundenkilometer gemessen. Der Wintersturm bereitete auch den Rettungsdiensten und der Polizei viel Arbeit. In Aarau südöstlich von Basel wurde ein Kind von einem umgestürzten Baum verletzt. Im Kanton Freiburg starben vier Kühe in ihrem Stall an einem Stromschlag, als eine Stromleitung auf eine Wasserleitung stürzte. In allen nördlich der Alpen gelegenen Landesteilen waren Straßen durch umgestürzte Bäume blockiert. Mehrere Bahnstrecken wurden unterbrochen. In einzelnen Regionen fiel der Strom aus.

Auch in Teilen Deutschlands führte at der erneute Wintereinbruch zu Verkehrsbehinderungen und Unfällen. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt, meist blieb es aber bei Blechschäden. Auf schneebedeckten Straßen kam der Schwerlastverkehr größtenteils zum Erliegen. Lastzüge blockierten Fahrspuren.

In Baden-Württemberg verursachte das Sturmtief "Quinten" zahlreiche Schäden. Landesweit mussten mehrere Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden, teilte das Innenministerium in Stuttgart mit. Dächer wurden abgedeckt, parkende Autos durch herabfallende Äste und Ziegel beschädigt, Verkehrsschilder abgerissen und Ampeln umgeknickt. In Freiburg wurde eine Bahnstrecke durch einen umgestürzten Baum blockiert.

Im südbadischen Gottenheim wurde durch den Sturm an einem Baukran ein Eisenkorb abgerissen. Er traf einen 40-jährigen Arbeiter am Kopf. Der Mann wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. In Freiburg wurde eine Radfahrerin von einer Windböe erfasst. Sie geriet in den Gegenverkehr, stieß mit einem Auto zusammen und wurde schwer verletzt.

Auf dem höchsten Berg im Land, dem Feldberg im Südschwarzwald, wurden am Morgen Orkanböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 166 Kilometern pro Stunde gemessen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Stuttgart mit. (dpa)

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