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Türchen Nummer 12

DER FR-ADVENTSKALENDER

Willkommen im Lummerland 3.0

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Unser Türchen Nummer 12:  Wie man Jim Knopf heute richtig hört.

Im frühen Grundschulalter besaß ich genau drei Hörspielkassetten: „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, Band 1-3. Fernsehen war (für uns Kinder) zu Hause tabu, deswegen hatte ich auch keine Ahnung, was die Augsburger Puppenkiste war, die Lukas, Jim, Frau Mahlzahn, König Alfons den Viertelvorzwölften und all die anderen eigentlich berühmt gemacht hatte.

Der Kassettenrecorder war ganz neu, bloß nicht durfte man aus Versehen die rote Record-Taste drücken. Und so tauchte ich mit Jim Knopf und der schwimmenden Lokomotive Emma erstmals ab in die Welt der Hörspiele, nach China, zu den Piraten der Wilden 13 und dem Scheinriesen Herrn Tur Tur. Es dauerte nicht lange, da konnte ich ganze Textpassagen mitsprechen.

Den Kassettenrecorder gibt es nicht mehr. Er wurde erst von einem Sony-Walkman, dann von einer monströsen Stereoanlage und später von einem iPod mit Bluetooth-Boxen ersetzt. Alles Schnee von gestern! Mein Sohn ist fünf Jahre alt und hat das nun auch nicht mehr ganz so neue Trendgerät in seinem Zimmer stehen: die Toniebox. Das ist ein schicker Hör-Würfel im Retrodesign, auf den man kleine Figuren stellt.

„Jim Knopf“  als Tonie gibt es für 14,99 Euro im Spielzeughandel, genau wie die zugehörige Toniebox von Boxine.

Bibi Blocksberg, Benjamin Blümchen, der kleine Rabe Socke, Janoschs kleiner Tiger: Die gibt es als sogenannte Tonies, die bei Kontakt mit dem Magnetstreifen der Box das entsprechende Hörspiel abspielen. Mit der Toniebox hat die Firma Boxine eine Lizenz zum Gelddrucken erfunden – jeder Tonie kostet 15 Euro, im Zeitalter von mp3 und Spotify durchaus aufsehenerregend.

Aber Eltern lieben die tolle Box (Kinder sowieso), mit der die eigene Kindheit durch die Hintertür wieder ins Haus kommt. Der Lieblings-Tonie meines Sohnes: Jim Knopf. Mit Jim Knopf schläft er ein, mit der Wilden 13 entspannt er vom Kindergarten, das „Perpetomobil“ findet er genauso faszinierend wie ich früher. Das Trägermedium hat gewechselt, eine gute Geschichte bleibt eine gute Geschichte. Lummerland 3.0, sozusagen.

Natürlich kann er sie auswendig, die gute Geschichte, die sich sätzeweise auch noch in meinen Hirnwindungen findet. Wir könnten also zusammen mitsprechen, manchmal tun wir das auch: „Das Land, in dem Lukas der Lokomotivführer lebte, hieß Lummerland und war nur sehr klein. Es war sogar ganz außerordentlich klein im Vergleich zu anderen Ländern, wie zum Beispiel Deutschland oder Afrika oder China. Es war ungefähr doppelt so groß wie unsere Wohnung und bestand zum größten Teil aus einem Berg mit zwei Gipfeln, einem hohen und einem, der etwas niedriger war …“

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