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 Nicht nur für Eisenbahn-Freaks.
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Nicht nur für Eisenbahn-Freaks.

Spielzeit

Wie einst Opas Bimmelbahn

Bei „Switch & Signal“ sind Kooperation und Geschick gefordert. Eine Rezension von Hunter & Cron.

Wie der Verlag das Spiel beschreibt: Wer behält am besten den Überblick? Auf den Schienen ist unglaublich viel Verkehr! Anfangs geht es ziemlich entspannt zu, aber je mehr Eisenbahnen auf den Spielplan gesetzt werden, desto enger wird es. Sind die Weichen richtig gestellt? Fährt der Zug wirklich auf der richtigen Strecke? Steht das Signal auf Grün? Jede Eisenbahn ist unterschiedlich schnell unterwegs. Daher müssen sich die Spieler in diesem kooperativen Strategiespiel gut absprechen und versuchen, ohne Zeitverlust die Waren zum Zielort zu transportieren. Quer durch Europa oder Nordamerika geht die Reise. Dank einfacher Regeln gleich loslegen. Die Zeit drängt!

Rezension von Hunter & Cron: Das Thema Eisenbahn fristet bei Brettspielen eigentlich ein Nischendasein. Zumeist beschäftigen sich eher komplizierte Strategiespiele mit Zügen und allem, was so dazugehört. Die Ausnahme bildet da lediglich das familientaugliche Streckenbauspiel „Zug um Zug“, das immer wieder neue Auflagen und Varianten bekommt.

Mit „Switch & Signal“ hat der Kosmos-Verlag nun aber ein ganz neues Eisenbahnspiel für Familien im Portfolio. Die Besonderheit besteht hier im kooperativen Spielprinzip, denn diesmal müssen wir alle an einem Strang ziehen, um acht farbige Klötzchen mithilfe von Zügen von mehreren europäischen Städten zu einem Hafen zu transportieren. Dabei geht es vor allem um Geschwindigkeit, denn wir müssen diese Aufgabe bewältigen, bevor der Stapel an Fahranweisungskarten aufgebraucht ist.

Zu Beginn jedes Spielzugs muss eine solche Fahranweisungskarte gezogen werden. Sie lässt zum Beispiel neue Züge an einer zufälligen Stelle des Spielplans erscheinen oder weist uns an, eine der drei Zugfarben mithilfe des farblich passenden Würfels zu bewegen. Die drei Zugfarben Grau, Braun und Schwarz unterscheiden sich dabei durch ihre Geschwindigkeit. Die sehr langsamen grauen Züge werden mit einem grauen Würfel bewegt, der viermal die Eins und nur einmal eine Drei zeigt, während die sehr schnellen schwarzen Züge mithilfe eines Würfel mit mehreren Vieren und Fünfen dahineilen.

Unsere Aufgabe als Spielerin und Spieler ist es nun, mit unseren Aktionskarten dafür zu sorgen, dass die Züge durch die korrekte Weichenstellung dabei auch in die richtige Richtung fahren und nicht etwa an einer roten Ampel anhalten müssen, obwohl sie noch Bewegungsschritte übriggehabt hätten. Denn wenn ein Zug seine Bewegung nicht vollständig ausführen kann, weil eine rote Ampel nicht rechtzeitig auf grün geschaltet wurde oder er gar in einen anderen Zug hineinfährt, verlieren wir Zeitplättchen. Haben wir sieben Zeitplättchen verloren, müssen wir eine Fahranweisungskarte abgeben, was die Anzahl der Runden, die uns zur Erfüllung der Aufgabe bleibt, um eine reduziert. Dies gilt es unter allen Umständen zu verhindern, denn das Zeitlimit ist unsere größte Herausforderung.

Das Spielgefühl von „Switch & Signal“ lässt sich am ehesten mit Opas analoger elektrischer Eisenbahn vergleichen. Wenn man den Strom aufdreht, fahren alle Züge gleichzeitig los und nur die Weichen oder Signale können Kollisionen verhindern. Die Spielerinnen und Spieler bei „Switch & Signal“ haben zudem das Problem, dass sie die Züge zielgenau manövrieren müssen, um die Warenwürfel zum Hafen zu bringen. Dabei gilt es, die Aktionskarten möglichst effizient einzusetzen und nicht selten müssen harte und spannende Entscheidungen getroffen werden. Denn ohne Risiko kommt man hier nicht zum Ziel.

So können sich die Spieler:innen meistens aussuchen, welche Züge neu eingesetzt werden. Die langsamen grauen Züge sind zwar viel leichter zu kontrollieren, doch wird ihre geringe Geschwindigkeit niemals ausreichen, um die Waren rechtzeitig abzuliefern. Die schnellen schwarzen Züge dagegen sind ständig in Gefahr durch eine unglückliche Verkettung von Fahranweisungskarten und Würfelwürfen zu kollidieren oder falsche Abzweigungen zu nehmen.

„Switch & Signal“ glänzt durch einfache Regeln und einen hochspannenden Spielverlauf. Jeder Spielerzug zählt und so ergeben sich immer wieder intensive Diskussionen über die richtigen Entscheidungen. Ein besonderer Pluspunkt ist der Schwierigkeitsgrad. Dieser ist hoch angesetzt, so dass man sich den Erfolg auch verdienen muss. Er ist aber vor allem sehr gut variierbar, um sich der Spielstärke der Gruppe anzupassen. So wird „Switch & Signal“ selbst für Netzwerkprofis nie langweilig und bietet zugleich auch unerfahrenen Eisenbahner:innen einen leichteren Einstieg.

Auf der Rückseite des Europaspielplans verbirgt sich dann auch noch ein Spielplan von Nordamerika, bei dem die acht Warenwürfel auf jeweils zwei Häfen an West- und Südküste verteilt werden müssen. Dies zusammen mit einem komplett anderen Streckennetz und ein paar Spezialregeln ergeben so noch einmal eine ganz neue Herausforderung.

Auch für Eisenbahn-Muffel ist das Spiel absolut empfehlenswert, solange man Spaß am gemeinsamen Spielen gegen die Zeit hat. Und einen Vorteil hat „Switch & Signal“ im Gegensatz zu Opas elektrischer Eisenbahn allemal – man muss das Spiel nicht am Vorabend zu Weihnachten mühsam aufbauen.

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