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„Totalausfall“ im Mai: Wetter-Prognose für Deutschland lässt wenig auf Frühling hoffen

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Von: Nadja Austel

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Aprilwetter mit viel Regen und dunklen Wolken am Himmel
Was das April-Wetter mit dem unvorhergesehenen Regen im Mai zu tun hat. (Symbolbild) © Jan Eifert/Imago

Im Mai könnte der „Totalausfall“ für den Frühling drohen. Was das heißt und wie sich das Deutschland-Wetter im Wonnemonat vermutlich entwickeln wird.

München – Nachdem sich Deutschland am vergangenen Samstag (22. April) schon fast über den „ersten Sommertag im Jahr 2023“ freuen konnte, haben die Wetterdienste für den sonst so verheißungsvoll „Wonnemonat“ Mai trübere Aussichten in Petto. Einen „maximal durchschnittlichen Monat“ sieht Meteorologe Dominik Jung in der Ensembleprognose auf uns zukommen. Es drohe möglicherweise gar ein „Totalausfall“ für den Frühling.

Wetterexperte Jung meint damit, dass der Mai, anders als die Langfristwettermodelle vom US-Wetterdienst NOAA noch vor vier Wochen voraussagten, vielleicht sogar etwas kälter werden könnte – statt um bis zu zwei Grad wärmer. „Wahrscheinlich wird die Monatsprognose bald auf zu kalt kippen“, sagt er weiter. Und damit nicht genug, das europäische Wettermodell ECMWF gehe zudem von einem „zu nassen Mai“ aus.

Das Deutschland-Wetter im Mai: Anfangs „sehr durchwachsen“ – kein stabiles Frühlingswetter

Statt Wonnemonat also Regenwetter im Mai: „Viele Wolken und immer wieder Regenschauer. Die ersten zehn Maitage fallen sehr durchwachsen aus“, so Jung in seiner Video-Prognose bei wetter.net. Auch das lange Wochenende um den 1. Mai scheine kein stabiles Frühlingswetter zu bringen.

Wie wird das Wetter im Mai 2023 also nun? Jungs Kollege bei wetter.net, Meteorologe Johannes Graf, sieht in den Berechnungen einen recht durchschnittlichen Wonnemonat auf Deutschland zukommen. Die verschiedenen Wettermodelle zeigen demnach nur noch minimale Abweichungen zum Mai-Mittel an. Allerdings seien diese Berechnungen ohnehin „mit einer gewissen Skepsis zu betrachten“, so Graf. Langzeitprognosen würden lediglich einen Trend angeben, der „in der Vergangenheit öfters daneben“ lag.

Wetter in Deutschland: Warum lagen die Mai-Prognosen nur „mäßig richtig“ bis daneben?

Warum lauteten die Vorhersagen für den Mai bis vor Kurzem noch so anders? Diese Frage möchte ein weiterer Meteorologe klären. Denn der Blick in die Wetter-App oder ins Internet sei derzeit „eher irreführend“. Tatsächlich lägen die nur „mäßig richtigen Vorhersagen“ am Aprilwetter, so Moritz Hey. Beziehungsweise sei es die Wetterlage, die im April oftmals vorherrsche.

Der April sei für das Wetter eine Zeit des Umbruchs. Die Temperaturen steigen, gleichzeitig können immer noch kalte, feuchte Luftmassen aus nördlicher Richtung zu uns gelangen. „In dieser chaotischen Wetterlage kommt es häufig dazu, dass instabile Wetterlagen auftreten“, erklärt Hey. Diese sind typisch für die Wechselphasen im Frühling und Herbst.

Deutschland-Wetter: Prognosen können „lokal auftretende Phänomene“ schlecht vorhersagen

Das Problem für die Prognosen sei, dass bereits winzige Aufwinde an einem Hügel reichen können, um die Konvektion in Gang zu bringen. „Und dann geht auf einmal alles ganz schnell.“ Zu schnell, um mit den Wetter-Berechnungen hinterherzukommen. „Die Modelle können solche sehr lokal auftretenden Phänomene nur schlecht vorhersagen“, meint Hey. Zudem habe man ganz einfach nicht die Rechenkapazität, an jedem Punkt auf der Welt für jeden Zeitpunkt das Wetter zu bestimmen.

Die Modelle bestimmen stattdessen das Wetter an bestimmten Punkten, welche bis zu 25 Kilometer auseinanderliegen. An dieses erste Modell schließen sich meist noch einmal weitere Programme an, die wiederum Mittelwerte bilden und diese mit Erfahrungswerten vergleichen. Der Abstand zwischen den Punkten des ursprünglichen Modells ist jedoch zu groß, als dass jeder örtliche Regenschauer genau vorhergesagt werden könnte, so der Meteorologe. Zudem werde ein neuer Modelldurchlauf nur alle sechs Stunden durchgeführt. Unter Umständen habe sich die Wetterlage in der Zeit dazwischen stark geändert. (na)

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