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Wie hier in der Nähe von Windsor am 22. März ist der östliche Teil der Australischen Küstenregion überflutet.
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Wie hier in der Nähe von Windsor am 22. März ist der östliche Teil der Australischen Küstenregion überflutet.

Extrem-Wetter

Jahrhundertflut in Australien: Tornado und katastrophale Überschwemmungen

  • VonBarbara Barkhausen
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Hochwasser in Australien: 17 000 Menschen müssen aus der Küstenregion um Sydney evakuiert werden. Im Landesinneren gibt es eine Mäuseplage.

Sydney - Noch vor etwas über einem Jahr kämpfte das Land gegen schwere Buschfeuer. Kurz danach erreichte die Pandemie die Küsten Australiens. Am vergangenen Wochenende wurden Sydney und große Teile der Ostküste nun von einer wahren Sintflut heimgesucht. Das Wetter und die Wassermassen machen Australien zu schaffen: Starker Regen ließ das Wasserreservoir der Millionenmetropole, die normalerweise mit Sorge auf die niedrigen Wasserstände blickt, überfließen.

Im Westen von Sydney meldeten die Behörden gar einen kleinen Tornado, außerdem gibt es Hochwasser. Viele Flüsse im Osten von Australien traten über die Ufer. Rund 17 000 Menschen mussten am Wochenende wegen der außergewöhnlichen Wetterbedingungen aus den von Wasser überfluteten Küstenregionen evakuiert werden. Schon 2019 hatte es in Australien ein verheerendes Hochwachwasser gegeben.

Geteiltes Land: So wie hier bei Old Pitt sind viele Flüsse über die Ufer getreten.

Nach Hochwasser in Australien und Tornado bei Sydney: Bodyboarder vermisst, Wanderer eingeschlossen

Die australischen Rettungsdienste verzeichneten tausende Einsätze wegen des plötzlichen Hochwassers und mussten hunderte Menschen vor den Wasserfluten in Sicherheit bringen. Ein Bodyboarder gilt seit Samstagnachmittag als vermisst. Im Blue Mountains Nationalpark westlich von Sydney mussten zwei gestrandete Buschwanderer gerettet werden, nachdem die Wassermassen sie eingeschlossen hatten.

Im romantischen Sinne tragisch ist der Fall eines Paares nördlich von Sydney: Die Australier Sarah Soars und Joshua Edge wollten am Samstag eigentlich heiraten, doch statt den glücklichsten Tag ihres Lebens zu verbringen, mussten sie zusehen, wie das Wetter den Tag in die Hand nahm und die Wasser-Flut ihre gemeinsame Zukunft zerstörte: Ihr Haus bei Sydney wurde vom Hochwasser komplett überschwemmt – das Wasser riss es schließlich aus seiner Verankerung und triebe es den Fluss „Manning River“ hinab.

Wetter-Katastrophe in Australien: Wassermassen rissen an der Hochzeit eines Paares ihr Haus mit

Noch habe sie die Tragweite dessen, was geschehen sei, gar nicht wirklich begriffen, sagte Sarah Soars gegenüber dem lokalen Medium „News Limited“ über die aktuellen Wetterereignisse in Australien, die ihre Hochzeit ruinierten. Das werde wohl erst passieren, wenn „ich meinen Partner wiedersehe und wir uns überlegen, wie wir nun weitermachen“. Derzeit trennt das Hochwasser nördlich von Sydney die beiden noch voneinander – die junge Braut steckt in dem Örtchen Taree fest, ihr zukünftiger Ehemann ist im 15 Kilometer entfernten Tinonee. Der australische Manning River ist so überflutet, dass er aufgrund des Hochwassers derzeit nicht überquert werden kann.

Das Schicksal des Paars aus der Nähe von Sydney hat vielen in Australien das Ausmaß der Natur- und Wetterkatastrophe vor Augen gehalten. Eine von Joshuas Bruder Lyle Edge eingerichtete Online-Fundraising-Seite hatte am Sonntag bereits rund 80 000 Australische Dollar, also umgerechnet knapp 52 000 Euro, gesammelt, um dem von Wassermassen gebeutelten Paar zu helfen.

Versunken: Spaziergänger in einem Park nahe Sydney.

Wetter-Kontrast in Australiens Zentrum: Größte Mäuseplage seit Jahrzehnten wegen Dürre

Während die Küstenbewohner im Osten vor den Wassermassen flüchten, kämpft die ländliche Bevölkerung in großen Teilen des Inlands derzeit gegen eine der schlimmsten Mäuseplagen der vergangenen hundert Jahre. Eine Konsequenz der Dürre in der Region.

Videos auf sozialen Medien zeigen die Ausmaße der Flut. Einige zeigen wie Farmen von hunderten oder sogar tausenden Mäusen überfallen werden, die großen Schaden anrichten. Norman Moeris, ein Farmer aus Gilgandra, einem kleinen Ort rund sechs Autostunden nordwestlich von Sydney, berichtete, dass er in manchen Getreidesäcken schon bis zu 30 000 Mäuse gefunden habe. Der Gestank sei so intensiv, man könne ihn „aus Hunderten Metern Entfernung riechen“, sagte er im Zoom-Interview.

Alles angeknabbert: Bewohner wünschen sich Starkregen gegen die Mäuse-Plage im Zentrum Australiens

„Hier gibt es wahrscheinlich kaum noch einen guten Heuballen“, sagte er. „Wir hatten drei Jahre Dürre und jetzt haben wir gutes Heu geerntet, es im Heuschuppen eingelagert und all das Heu ist total ruiniert.“ Kein anderes Tier wolle es mehr fressen, so sehr stinke es, nachdem die Mäuse darüber hergefallen sind. Die örtlichen Supermärkte mussten bereits Waren für tausende Dollar wegwerfen, nachdem die Mäuse viele Packungen angeknabbert haben. „Sie müssen alle Sachen wegpacken und in Plastiktüten stecken“, sagte er. „Sie haben sogar die Filter der Zigaretten unter den Theken gefressen.“

Auch wenn es in früheren Jahren schon Mäuseplagen gegeben habe, sei dies eine Plage, der besonders schwer beizukommen sei. „Ich bin 64 Jahre alt und das ist das Schlimmste, das ich je erlebt habe“, sagte der Farmer. Lokale Medien sprachen bereits von einer Plage „biblischen Ausmaßes“. Während die Bewohner der Küsten vor dem Starkregen flüchten, wünscht Moeris sich nichts sehnlicher als viel Wasser. Denn die Wassermassen würden der Mausplage ein natürliches Ende setzen, erklärte er. „Wir brauchen viel Regen und kaltes Wetter, um die Sache wieder hinzukriegen.“ Hoffnung dafür besteht: Laut Wettervorhersage soll der Starkregen ab Montag auch die Region von Moeris Farm erreichen. (Barbara Barkhausen)

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