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Auf dem Weg zur Sojus-Kapsel und dann zur ISS: Der japanische Milliardär Yusaku Maezawa (l.), sein Assistent Yozo Hirano (r.) und der Kosmonaut Alexander Misurkin (M.).
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Auf dem Weg zur Sojus-Kapsel und dann zur ISS: Der japanische Milliardär Yusaku Maezawa (l.), sein Assistent Yozo Hirano (r.) und der Kosmonaut Alexander Misurkin (M.).

Raumfahrt

Russland schickt Weltraumtouristen zur ISS – mit großen Plänen

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Die russische Raumfahrt schickt erstmals seit 2009 Weltraumtouristen zur Internationalen Raumstation ISS. Einer von ihnen ist ein „alter Bekannter“.

Baikonur – 2021 ist das Jahr des Weltraumtourismus, das ist seit den Starts der Milliardäre Richard Branson und Jeff Bezos ins Weltall längst klar. Doch 2021 ist auch das Jahr, in dem der Tourismus auf der Internationalen Raumstation ISS wieder an Fahrt aufnimmt. Seit 2009 hat kein Weltraumtourist und keine Weltraumtouristin mehr die ISS betreten – sieht man von der russischen Schauspielerin Julia Peressild und ihrem Regisseur Klim Schipenko ab, die im Oktober 2021 einen Film an Bord der Raumstation drehten und daher nicht ganz in das Schema „Weltraumtourismus“ passen.

Nun hat die russische Raumfahrtorganisation Roskosmos erstmals wieder Sitze in der Raumkapsel „Sojus“ an Touristen verkauft – gleich zwei Männer fliegen dieses Mal mit: die Japaner Yusaku Maezawa (46) und Yozo Hirano (36). Maezawa ist ein japanischer Milliardär, der vor einigen Jahren bereits für großes Aufsehen in der Raumfahrt-Branche gesorgt hat: 2018 wurde er von Milliardär Elon Musk als erster Mensch vorgestellt, der mit einer geplanten SpaceX-Rakete, die damals noch „Big Falcon Rocket“ hieß, im Jahr 2023 um den Mond fliegen soll. Maezawa kündigte damals an, er werde „sechs bis acht“ Künstler aus aller Welt auf seine Reise mitnehmen.

Russische Raumfahrt lässt Weltraumtourismus zur ISS wieder aufleben

Später begann Maezawa öffentlichkeitswirksam nach einer Frau zu suchen, die mit ihm um den Mond fliegt. Geplant war eine Fernsehsendung namens „Full Moon Lovers“ – doch Maezawa machte einen Rückzieher und sagte den Plan „aus persönlichen Gründen“ ab. Doch der Flug um den Mond ist weiterhin geplant, auch wenn die SpaceX-Rakete mittlerweile „Starship“ heißt. Quasi als Vorbereitung auf den langen Flug zum Mond und zurück fliegt Maezawa jetzt zur Internationalen Raumstation. Gemeinsam mit seinem Assistenten Yozo Hirano wird er sich zwölf Tage an Bord der ISS aufhalten. Geplant ist, dass Hirano den Milliardär filmt, die Videos sollen auf Youtube veröffentlicht werden.

Liftoff! Die Rakete mit dem japanischen Milliardär Yusaku Maezawa, seinem Assistenten Yozo Hirano und dem Kosmonauten Alexander Misurkin startet zur ISS.

Mit dabei hat Maezawa eine Liste mit 100 Dingen, die er im Weltall tun will. Vorgeschlagen wurden sie von der Öffentlichkeit – unter anderem stehen Dinge wie „das am weitesten entfernte Papierflugzeug fliegen lassen“, „einen TikTok-Tanz machen“ und „Luft von der ISS mitnehmen“ auf der Liste. „Ich dachte nicht, dass ich in der Lage sein werde, ins Weltall zu fliegen“, erklärte Maezawa bei einer Pressekonferenz vor seinem Start. „Ich fühle mich glücklich über diese Möglichkeit und dass ich endlich meinen Traum erfüllen kann.“

Weltraumtouristen und Weltraumtouristinnen an Bord der ISS

NameJahr des Aufenthalts im All
Dennis Tito2001
Mark Shuttleworth2002
Gregory Olsen2005
Anousheh Ansari2006
Charles Simonyi2007 + 2009
Richard Garriott2008
Guy Laliberté2009
Yusaku Maezawa2021
Yozo Hirano2021

Weltraumtourismus: Japanischer Milliardär Yusaku Maezawa erfüllt sich seinen Traum

Für diesen Traum dürfte der Milliardär gewaltige Summen ausgegeben haben: Der Chef des auf Weltraumtourismus spezialisierten US-Unternehmens Space Adventures, Tom Shelley, erklärte der Nachrichtenagentur dpa, dass pro Person und Flug umgerechnet zwischen 44 Millionen und 53 Millionen Euro fällig werden. Was Maezawa für die beiden Flüge zur ISS bezahlt hat, ist nicht bekannt, auch was ihn das Arrangement mit SpaceX kostet, ist unklar – es dürfte jedoch noch teurer sein als der Flug zur Raumstation.

Weltraumtourismus: Russland hat wieder Sitze für Privatpersonen frei

Russland dürfte der Trubel, den der exzentrische Milliardär Maezawa um den Weltraumtourismus veranstaltet, entgegenkommen. Roskosmos will künftig vermehrt Privatpersonen ins All bringen, um damit Geld zu verdienen. Das ist wieder möglich, da die russischen Sojus-Raumkapseln weniger US-Astronaut:innen transportieren müssen. Mit dem Ende des US-Space-Shuttle-Programms war die US-Raumfahrtorganisation Nasa und sämtliche weitere Raumfahrtnationen darauf angewiesen, mit den Sojus-Kapseln der Russen zur ISS zu fliegen. Seit einiger Zeit sind die USA dazu in der Lage, ihre Astronaut:innen mit „Crew Dragon“-Raumkapseln von SpaceX selbst zur ISS zu befördern – in den Sojus-Kapseln sind so Plätze frei geworden.

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Die Raumkapsel mit Yusaku Maezawa, Yozo Hirano und dem erfahrenen Kosmonauten Alexander Misurkin ist am frühen Mittwochmorgen (08.12.2021) vom Kosmodrom in Baikonur abgehoben. Etwa sechs Stunden später (gegen 14.41 Uhr MEZ) soll die Sojus-Kapsel die ISS erreichen und dort andocken. Dann werden die drei Neuankömmlinge von den derzeitigen ISS-Bewohner:innen begrüßt. Unter ihnen ist auch der europäische Astronaut Matthias Maurer, der Anfang November gemeinsam mit vier Nasa-Kolleg:innen mit einer „Crew Dragon“-Kapsel von SpaceX zur ISS gereist ist. (tab)

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