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Kometen sind bekannt für ihre auffälligen Schweife. Auf dem Bild ist der Komet Neowise zu sehen, den man im Sommer 2020 am Nachthimmel entdecken konnte. (Archivbild)
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Kometen sind bekannt für ihre auffälligen Schweife. Auf dem Bild ist der Komet Neowise zu sehen, den man im Sommer 2020 am Nachthimmel entdecken konnte. (Archivbild)

Weltall

Asteroid verhält sich wie ein Komet – Forschung entdeckt seltsamen Himmelskörper

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Ein eigentlich bekannter Himmelskörper macht plötzlich unerwartetes – das wirft Fragen auf: Ist der Asteroid (248370) 2005 QN173 etwa ein Komet?

Tucson/Frankfurt – Asteroiden und Kometen sind eigentlich zwei komplett unterschiedliche Himmelskörper-Klassen, die in erster Linie eine Gemeinsamkeit haben: Beide sind Überbleibsel aus der Zeit, in der das Sonnensystem entstand. Abgesehen davon sind Kometen wie „schmutzige Schneebälle“ beschaffen, sie bestehen aus Staub und lockerem Gestein, das von Eis zusammengehalten wird. Kommt ein Komet der Sonne näher, sublimiert ein Teil des Eises, wird also direkt gasförmig – der für Kometen charakteristische Schweif entsteht. Asteroiden dagegen sind in der Regel Gesteinsbrocken, die die Sonne umkreisen und dabei keinen Schweif entwickeln.

Eigentlich sind Asteroiden und Kometen in der Astronomie also völlig unterschiedliche Typen von Himmelskörpern. Doch gelegentlich entdecken Forschende ein Objekt, das in keine der beiden Kategorien zu passen scheint – oder gleich in beide. Letzteres trifft auf den Himmelskörper mit der kryptischen Bezeichnung (248370) 2005 QN173 zu.

Ist Asteroid (248370) 2005 QN17 eigentlich ein Komet?

Der Himmelskörper, der bereits im Jahr 2005 entdeckt wurde, wurde lange Zeit für einen Asteroiden gehalten. Er befindet sich im Asteroidengürtel (auch Hauptgürtel genannt) zwischen Mars und Jupiter und war lange Zeit unauffällig. Doch nun haben Forschende des Planetary Science Institute (PSI) in Tucson (Arizona) bekannt gegeben, dass der Asteroid aktiv ist, das heißt, er gast aus und hat einen Schweif entwickelt. Die entsprechende Studie wurde vom Fachjournal Astrophysical Journal Letters zur Publikation angenommen.

Das Objekt (248370) 2005 QN173 ist links oben zu sehen (lange Spur). Es befindet sich im Hauptgürtel, in dem sich eigentlich Asteroiden aufhalten, scheint aber eher ein Komet zu sein.

Komet oder Asteroid? Himmelskörper (248370) 2005 QN173 scheint beides zu sein

„Sein Verhalten weist stark darauf hin, dass seine Aktivität auf die Sublimation von eisigem Material zurückzuführen ist“, erklärt der Hauptautor der Studie, Henry Hsieh vom PSI. Das mache aus dem Asteroiden einen sogenannten „Hauptgürtel-Kometen“, erläuterte Hsieh bei der Vorstellung seiner Studie bei einem virtuellen Treffen der American Astronomical Society. „Es ist eines von nur etwa 20 Objekten, die derzeit bestätigte oder vermutete Hauptgürtel-Kometen sind“, so Hsieh. Einige der 20 Objekte seien außerdem erst ein Mal als aktiv beobachtet worden, während beim Himmelskörper(248370) 2005 QN137 bereits mehrfach Aktivität beobachtet worden sei.

„247370 kann als Asteroid und als Komet angesehen werden oder genauer gesagt als Hauptgürtel-Asteroid, bei dem erst kürzlich erkannt wurde, dass er auch ein Komet ist“, versucht Hsieh den Himmelskörper zu definieren. „Er trifft die physikalischen Definitionen eines Kometen, da er sehr wahrscheinlich eisig ist und Staub ins Weltall bläst, auch wenn er die Umlaufbahn eines Asteroiden hat“, so Hsieh weiter.

„Diese Dualität und das Verwischen der Grenze zwischen dem, was man bisher für zwei völlig unterschiedliche Arten von Objekten hielt – Asteroiden und Kometen – ist ein wesentlicher Teil dessen, was diese Objekte so interessant macht“, freut sich Hsieh.

Hauptgürtel-Komet und Asteroid in einem: (248370) 2005 QN173 ist spannend für die Forschung

Das Forschungsteam um Hsieh fand heraus, dass der Kern des Kometen, der von einer Staubwolke umgeben ist, einen Durchmesser von 3,2 Kilometern hat. Im Juli 2021 war der Kometenschweif länger als 720.000 Kilometer und etwa 1400 Kilometer breit. Der sehr schmale Schweif zeige, dass sich die Staubpartikel mit sehr niedrigen Geschwindigkeiten vom Kern entfernten und dass der Gasabfluss des Kometen sehr schwach sei.

Das wiederum deute darauf hin, dass etwas anderes dem Staub helfe, vom Kometenkern zu entkommen – möglicherweise dreht sich der Kern schnell und schleudert den Staub so hinaus ins Weltall. Allerdings seien weitere Beobachtungen nötig, um das zu bestätigen, so Hsieh.

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Der PSI-Forscher Hsieh und sein Kollege David Jewitt waren 2006 die ersten, die die neue Klasse der Hauptgürtel-Kometen entdeckt haben. Für die Forschung sind die seltenen Kometen im Hauptgürtel besonders spannend: Es gibt die Theorie, dass Asteroideneinschläge einst einen großen Teil des Wassers auf die Erde brachten. Da ausgasende Kometen im Hauptgürtel bedeuten dürften, dass sie noch Wasser enthalten, könnten sie lohnende Ziele für die künftige Erforschung sein. (tab)

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