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Es ist völlig schnurz, was man trinkt und in welcher Reihenfolge – wer zu viel säuft, der leidet, bestätigt eine Studie.

Volksmund

Abgestandene Weisheiten

Warum „Bier auf Wein, das lass‘ sein“ passé ist.

Es scheint, als drehe sich die Welt immer schneller, und es wird von Tag zu Tag schwieriger, sich zurechtzufinden und die Dinge zu verstehen. In einer immer komplexer werdenden Welt scheinen uns selbst die einfachsten Zusammenhänge zu verwirren. Wenigstens gelingt es hin und wieder, sich mit alten Weisheiten durchs Leben zu hangeln. „Morgenstund’ hat Gold im Mund“, um ein Beispiel zu nennen. Oder: „Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.“ Lange Zeit funktionierte auch „ehrlich währt am Längsten“ – aber dann kam Donald Trump. Und fortan wusste man überhaupt nicht mehr, woran man war.

Was hingegen immer weitergeholfen hat, war der Spruch: „Bier auf Wein, das lass‘ sein, Wein auf Bier, das rat‘ ich dir.“ Generationen seliger Zecher haben sich damit durch ihr Nachtleben navigiert, und das nicht nur in Deutschland, auch auf Englisch, Französisch und einigen anderen Sprachen ist der Spruch geläufig. Schluckspechte aus aller Welt haben nach dieser Regel getrunken; und wer sich nicht daran hielt, den bestraften sowohl das Leben als auch ein mächtiger Kater.

Zu viel tut immer weh

Aber die Welt ist im Wandel – und nun ist selbst diese Maxime aller gutgläubigen Trunkenbolde nichts mehr wert. In einer jahrelangen Studie, die seinerzeit an der Uni Witten/Herdecke begann und jetzt in Cambridge abgeschlossen wurde, haben Wissenschaftler dem beliebten Spruch den Garaus gemacht. Ihr Ergebnis: Es ist völlig schnurz, was man trinkt und in welcher Reihenfolge – wer zu viel säuft, der leidet.

Durchgeführt wurde der Versuch mit etwa 100 Freiwilligen beiderlei Geschlechts zwischen 19 und 40 Jahren. Wie sich denken lässt, war es nicht sehr schwierig, einen entsprechenden Personenkreis zu rekrutieren. Unter Anleitung haben sich diese Probanden dann im Namen der Wissenschaft ordentlich betrunken, und das gleich mehrfach. Mit anderen Worten: Es ist kein Zweifel möglich.

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