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Weihnachtsbaumverkauf

Weihnachtsdekoration

Weihnachtsbaum aus Echtholz oder Plastik-Tanne? Was ist ökologischer?

Ein Weihnachtsbaum gehört für viele zu Weihnachten dazu. Fast 30 Millionen Bäume werden jedes Jahr verkauft - doch der Trend geht zum Plastikbaum.

  • Die Deutschen kaufen jährlich fast 30 Millionen Weihnachtsbäume
  • Die Nordmanntanne ist der liebste Weihnachtsbaum der Deutschen
  • Der Trend geht zum Plastikbaum an Weihnachten
  • Was ist ökologischer: Echtholz-Baum oder Plastik-Weihnachtsbaum?

2018 wurden in Deutschland 29,8 Millionen Weihnachtsbäume verkauft, im Jahr 2019 sollen laut Schätzungen noch einmal etwa 300.000 Bäume mehr verkauft werden. Der Lieblingsbaum der Deutschen ist dabei die Nordmanntanne - sie hat einen Anteil von fast 80 Prozent bei den Weihnachtsbäumen in Deutschland.

Unter dem Hashtag #KeinerBleibtAllein setzten sich Menschen gegen ungewollte Einsamkeit an Weihnachten und Silvester ein. Sie laden Fremde in ihr Wohnzimmer. Die Frankfurterin Claudia Albert macht zum ersten Mal mit.

Doch der Trend geht zum Plastikbaum. Mittlerweile sind in privaten Wohnzimmern etwa zwölf Prozent der Weihnachtsbäume aus Plastik, heißt es bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. In Zeiten von Klimawandel, Bewusstsein für Umweltschutz und Plastikverboten stellt sich die Frage: Ist ein Echtholz-Baum oder ein Plastik-Weihnachtsbaum die ökologischere Variante?

Weihnachtsbaum: Nordmanntanne oder Plastik-Tannenbaum?

Ein Hektar Weihnachtsbäume bindet in zehn Jahren 145 Tonnen Kohlendioxid und sorgt für 100 Tonnen Sauerstoff, heißt es bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Der Plastik-Tannenbaum gewinnt dagegen nur, wenn er auch wirklich Stehvermögen hat. Das sagt Kathrin Klinkusch, Sprecherin beim Naturschutzbund Deutschland (NABU), denn: „Ein Plastikbaum müsste 17 bis 20 Jahre durchhalten, bevor er sich ökologisch rechnet.“ Die Anbieter werben dagegen meist damit, dass ihre künstlichen Tannenbäume im Schnitt zwischen acht bis zehn Jahre genutzt werden können.

In der Natur gewachsene Weihnachtsbäume sind dem Verband Natürlicher Weihnachtsbaum zufolge in der Regel klimaneutral. „Während des Wachstums verarbeiten sie klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre. Bei der späteren Verwertung des Baumes wird aber weniger CO2 freigesetzt, als vorher gespeichert wurde“, so die Argumentation.

Weihnachtsbaum aus Durchforstungsmaßnahmen kaufen

Wirklich klimafreundlich sei aber nur der Weihnachtsbaum, dessen Holz oder Holzspäne nach dem Fest als Material für Möbel oder Baumaterial verwendet werde. Der NABU rät zudem zu Fichten, Kiefern und Weißtannen aus Durchforstungsmaßnahmen oder von forstlichen Sonderstandorten wie unter Hochspannungstrassen. Diese in der Regel unbehandelten Bäume müssten sowieso gefällt werden, sagt Sprecherin Klinkusch.

Ein Großteil der Weihnachtsbäume in Deutschland stammt demnach aus Deutschland - 90 Prozent. Die meisten Import-Weihnachtsbäume kommen aus Dänemark. Außerdem exportiert Deutschland etwa eine Million Weihnachtsbäume - vor allem in die Schweiz, nach Frankreich, Österreich und Polen.

Die Umweltschutzorganisation Robin Wood weist darauf hin, dass die meisten der in Deutschland verkauften Christbäume aus Plantagen stammen, die gedüngt und mit Pestiziden bespritzt werden - mit entsprechender Belastung für Böden, Gewässer und Tiere.

Weihnachtsbaum aus ökologisch wirtschaftenden Betrieben

Es gebe zwar inzwischen mehr als 700 Verkaufspunkte für Bäume aus ökologisch wirtschaftenden Betrieben - der Marktanteil der Öko-Weihnachtsbäume werde aber wohl auch in diesem Jahr unter 0,5 Prozent bleiben. Das ehrliche Fazit lautet damit: „Weihnachten ist nicht gut für die Umwelt“ - weder mit Echtholz-Baum noch mit Plastik-Tanne. (dpa/tab)

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