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Altes deutsches Liedgut, von Chören und Tenören gesungen, sorgt für die richtige Weihnachtsstimmung.
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Altes deutsches Liedgut, von Chören und Tenören gesungen, sorgt für die richtige Weihnachtsstimmung.

DER FR-ADVENTSKALENDER

Weihnachten nie ohne Evangelium

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Warum das Fest nur mit dieser einen Geschichte wirklich festlich ist: Teil 20 der FR-Adventsgeschichten.

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.“ Mit diesen Worten beginnt bei uns jedes Jahr der Heilige Abend. Die Lichter am Christbaum brennen, Kerzen werden angezündet, mein großer Sohn liest die Worte des Weihnachtsevangeliums feierlich und bedächtig, im Hintergrund läuft Weihnachtsmusik von der CD. Kein „Driving Home for Christmas“, kein „Feliz Navidad“, sondern altes deutsches Liedgut, von Chören und Tenören gesungen. Für „Stille Nacht“ und „O du fröhliche“ darf’s gerne Pavarotti sein! Allein schon beim Schreiben dieser Zeilen ergreift mich der Zauber dieser Weihnachtsstimmung und ich freue mich jetzt schon drauf.

Als Schulkind, als er Ministrant war, hat mich mein großer Sohn an Weihnachten erstmals mit dem Weihnachtsevangelium nach Lukas überrascht und damit eine festliche Stimmung in den Raum gezaubert, die sofort Besinnlichkeit, Wärme und Nähe aufkommen ließ. Seitdem wird bei uns das Weihnachtsevangelium gelesen, bevor die Geschenke geöffnet werden. „Seitdem“ – das heißt jetzt schon seit fast 30 Jahren. Normalerweise liest der große Sohn, einmal auch schon der kleine, der schon lange nicht mehr klein ist. Im vergangenen Jahr wollte keiner von beiden lesen, dann war halt ich an der Reihe. Heiligabend ohne diese Worte ist für mich einfach kein Weihnachten.

Weihnachtsrituale

Für die einen ist es die Gans an Heiligabend, für die anderen muss es „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ im Nachmittagsprogramm sein. Wir alle haben bestimmte Geschichten, Filme oder auch Rituale, die zu Weihnachten gehören – und ohne die unsere Adventszeit nur halb so festlich wäre. In diesem Jahr finden Sie im FR-Adventskalender nicht nur die beliebten persönlichen Geschichten, sondern hin und wieder auch Verlosungen. Viel Glück und auf jeden Fall: Frohes Fest! FR

Die Geschenke werden schon vorher unter den Christbaum gelegt und nach dem besinnlichen Weihnachtsevangelium verteilt. Einer nach dem anderen öffnet sein Geschenk, ja nicht alle zusammen! Es wird am Tesafilm gepult, das Papier einfach runterreißen will keiner. Schließlich hat das Geschenke öffnen ja was Feierliches. So zeigt man dem Gegenüber, dass man sein Geschenk ehrt – oder zumindest die Idee, die dahinter steckt. Geldgeschenke gibt es bei uns nicht. Das ist an Weihnachten zu unpersönlich, da sind wir uns einig. Mein Vater ausgenommen. Er hat stets Geld in einer Weihnachtskarte mit herzlichen Worten verschenkt. Schmerzlich werde ich jetzt daran erinnert, dass er nicht mehr da ist, dass das nun schon das zweite Weihnachten ohne ihn ist.

Gutscheine dagegen sind schon immer verschenkt worden – aber die zeigen ja auch auf, dass sich der Schenkende Gedanken gemacht hat. Darauf legen wir alle viel Wert. Selbst wenn zugegebenermaßen vorher schon mal gefragt wird, was es denn vielleicht zu Weihnachten sein darf…

Auch wenn der große Sohn schon lange kein Ministrant mehr ist, keiner von uns mehr in die Kirche geht und ich selbst nicht mehr gläubig bin, begibt es sich bei uns also jedes Jahr zu jener Zeit, dass das Weihnachtsevangelium wirkt. Es hilft uns nicht nur bei der festlichen Stimmung, sondern zeigt uns auch auf, wie schön es ist, dass wir dieses Fest zusammen feiern können, wo uns doch sonst Hunderte von Kilometern trennen. Und diese besondere Atmosphäre möchte ich noch so lange wie möglich nicht missen.

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