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Weihnachten mit dem König

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Von: Sandra Danicke

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Eine Statue von Elvis Presley – dem König des Rock‘n‘Roll.
Eine Statue von Elvis Presley – dem König des Rock‘n‘Roll. © Maksim Blinov/imago

Und zwar dem König des Rock’n’Roll: Teil 9 unserer Geschichten über Weihnachtsrituale.

Es begann mit einem Sommerurlaub in Österreich. Ich war neun Jahre alt, und Elvis Presley war tot. Ich hatte keine Ahnung, wer Elvis Presley war (also, eine Ahnung schon, aber nicht sehr viel mehr), aber ich sah das Titelbild auf dem „Stern“, den meine Eltern am Kiosk gekauft hatten, und war schockverliebt. Dieser Elvis sah einfach fantastisch aus (sie hatten ein Bild aus den Anfangsjahren seiner Karriere abgedruckt). Blöd nur, dass ich diesen schönen Mann nie würde treffen können. Dafür ließ ich mir seine Platten schenken, zum Geburtstag, zu Weihnachten und zwischendurch. Außerdem ging mein Taschengeld dafür drauf. Als ich zwei Jahre später ein Zwergkaninchen bekam, nannte ich es Elvis.

Warum das hier eine Rolle spielt? Na, wegen des Rituals. Nachdem ich ungefähr 17 Elvis-Platten zusammenhatte (vielleicht waren es auch nur elf), entdeckte ich, dass der King auch Weihnachtslieder intoniert hatte. Es war Sommer, aber ich liebte diese Platte sofort. Das lag natürlich auch daran, dass der Sänger darauf in einem schicken Skianzug abgebildet ist. Er steht im Schnee, verschränkt verfroren die Arme vor der Brust und lächelt sein Elvislächeln. So süß! Seither ist – ungelogen – kein einziges der darauffolgenden 38 Weihnachten mehr vergangen, ohne dass meine Eltern die Elvisplatte aufgelegt hätten. Mittlerweile ist es natürlich eine CD. Wir haben es zwischendurch mal mit Bing Crosby probiert, aber es klappte nicht. Ohne Elvis ist es einfach kein richtiges Weihnachten.

Bereits an Heiligabend schmettert der King sein „Santa Claus is back in town“ durch unser Wohnzimmer (also das meiner Eltern), während das Lametta mit den Wunderkerzen um die Wette glitzert und sich die Flammen wegen eines Zugluftproblems einträchtig im Takt wiegen. Ob „Silent Night“, „White Christmas“ oder „Little Town of Bethlehem“, der King lässt alles wie typische Elvis-Schmonzetten klingen, aber darum geht es. Man will an Weihnachten ja unbedingt ein bisschen Kitsch. Aber nicht nur, einige Nummern sind richtig bluesig oder auch rockig (oh yeah!). Und natürlich gibt es auch Gospel-Elemente, das macht sich an Weihnachten eh gut.

Inzwischen ist es – zugegebenermaßen – so, dass die CD nicht mehr ganz so oft läuft, wie früher. Statt sechzig Mal an zweieinhalb Tagen sind es jetzt höchsten noch fünf Mal an anderthalb Tagen. Am zweiten Weihnachtstag verzichten wir in der Regel darauf. Aber am Heiligabend geht es nicht anders: Zur Geschenkübergabe spielt der King auf, wieder und wieder und wieder.

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