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Sinkende Corona-Fallzahlen: RKI rechnet „fest“ mit neuer Welle

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Von: Jennifer Greve, Vincent Büssow

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Im Angesicht sinkender Corona-Fallzahlen werden Forderungen nach Lockerungen laut. Das RKI blickt währenddessen weiter in die Zukunft.

+++ 13.20 Uhr: Eine durchgesickerte Beschlussvorlage des Corona-Gipfels, der am Mittwoch (16.02.2022) stattfinden soll, nennt bereits konkrete Schritte weg von den Pandemie-Maßnahmen. Angesichts der sinkenden Corona-Fallzahlen (siehe Erstmeldung) mehren sich auch die Stimmen aus der Politik, die Lockerungen der Corona-Maßnahmen fordern. Laut dem RKI ist das Ende der Pandemie allerdings noch nicht erreicht. Stattdessen sei „fest“ mit einer weiteren Welle zu rechnen.

Diese Einschätzung geht aus einem internen Lagebericht des Instituts hervor, welches die Nachrichtenseite Welt veröffentlicht hat. Darin heißt es, dass die Endemie, also das Gleichgewicht zwischen Bevölkerungsimmunität und Übertragbarkeit des Virus, noch nicht erreicht ist. Vielmehr befänden wir uns in einer „Übergangsphase“, wobei die nächste Corona-Welle im Herbst 2022 zu erwarten sei.

RKI-Präsident Wieler
Lothar Wieler ist Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), laut dem im Herbst „fest“ mit einer weiteren Corona-Welle zu rechnen ist. (Archivbild) © Kay Nietfeld/dpa

Corona: Maßnahmen-Gegner versuchen zu Kretschmanns Privathaus vorzudringen

+++ 12.30 Uhr: Gegner der Corona-Maßnahmen haben versucht, in das Haus von Winfried Kretschmann einzudringen. Der Vorfall ereignete sich während eines nicht angemeldeten Zuges von Maßnahmen-Kritikern am Sonntagabend (13.02.2022), wie das Polizeipräsidium in Ravensburg auf Nachfrage bestätigte. Die 60 Teilnehmer wollten dabei eine Absperrung der Straße umgehen, die zum Privathaus des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg führte.

Die Polizei verhinderte das Vordringen der Corona-Demonstranten und informierte die Frau von Winfried Kretschmann, die zur selben Zeit nachhause kam. Der Grünen-Politiker selbst war nicht vor Ort. Der Vorfall erinnert an andere Versuche von Maßnahmen-Gegnern, Politiker einzuschüchtern. So fand im Dezember vergangenen Jahres ein Fackelaufmarsch vor dem Wohnhaus der sächsischen SPD-Gesundheitsministerin Petra Köpping statt.

Regierungs-Pressekonferenz in Stuttgart
Auch vor dem Haus von Winfried Kretschmann sind Gegner der Corona-Maßnahmen aufgezogen. (Archivbild) © Marijan Murat/dpa

Corona-Fallzahlen: RKI meldet Inzidenz-Rückgang – und spricht Warnung aus

Erstmeldung vom 14.02.2022, 11.13 Uhr: Frankfurt – Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist am zweiten Tag infolge gesunken. Allerdings ist die Aussagekraft der Daten derzeit eingeschränkt. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen (14.02.2022) mit 1459,8 an. Am Sonntag war der Corona-Wert erstmals seit Ende Dezember gesunken und lag bei 1466,5. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1426,0 (Vormonat: 470,6).

Es ist schwer zu beurteilen, ob das wirklich eine Wende im Infektionsgeschehen von Deutschland bedeutet. Es könnte auch sein, dass der Rückgang der Inzidenz nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen widerspiegelt, sondern Folge eines überlasteten Melde- und Testsystems ist. Darüber hinaus könnte es eine Rolle spielen, dass einige Menschen ihren positiven Selbst- oder Schnelltest nicht mit einem PCR-Test abklären lassen. Sie tauchen dann nicht in der Statistik auf.

Corona-Schnelltest
Das RKI meldet die aktuellen Corona-Fallzahlen (Inzidenz, Neuinfektionen, Todesfälle, Hospitalisierungsinzidenz) für Deutschland. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 76.465 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 95.267 Ansteckungen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 12.421.126 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona in Deutschland: Entwicklung der Fallzahlen im Wochenüberblick

TagNeuinfektionen | Todesfälle | Inzidenz
Montag (14.02.2022)76.465 | 42 | 1459,8
Sonntag (13.02.2022)125.160 | 58 | 1466,5
Samstag (12.02.2022)209.789 | 198 | 1474,3
Freitag (11.02.2022)240.172 | 226 | 1472,2
Donnerstag (10.02.2022)247.862 | 238 | 1465,4
Mittwoch (09.02.2022)234.250 | 272 | 1450,8
Dienstag (08.02.2022)169.571 | 177 | 1441,0
Montag (07.02.2022)95.267 | 49 | 1426,0
Quelle: Robert Koch-Institut / RKI

Corona-Fallzahlen in Deutschland RKI meldet 42 Todesfälle

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 42 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 49 Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 119.977. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Montag mit 8.838.800 an.

Trotz der hohen Corona-Fallzahlen sprechen Politiker:innen vor dem Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch (16.02.2022) immer wieder von Lockerungen: Nun äußerten sich Finanzminister Christian Lindner (FDP), Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 6,46 an (Donnerstag: 6,23). Darunter können auch Menschen mit positivem Corona-Test sein, die eine andere Haupterkrankung haben. Am Wochenende werden keine Daten zu den Klinikaufnahmen veröffentlicht. (jey/vbu/dpa)

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