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Flammen auf dem Montana Alta auf der Insel Gran Canaria.

Biosphärenreservat

Waldbrand auf Gran Canaria: Experten sprechen von „Umwelt-Tragödie“

Auf der spanischen Insel Gran Canaria brennen Wälder. Rund 6000 Hektar Land sind bereits zerstört, 9000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Der erneute Waldbrand auf der spanischen Ferieninsel Gran Canaria hat sich nach Einschätzung von Naturschützern zur Umwelt-Tragödie entwickelt. Das Feuer habe den als "grüne Lunge der Insel" bekannten Naturpark Tamadaba erreicht, sagte Lourdes Hernández von der Umweltorganisation WWF der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Seit Samstag hat der Waldbrand im Zentrum der Insel bereits rund 6000 Hektar Land zerstört. Den Behörden zufolge ist das Feuer "außer Kontrolle".

Hernández machte den Klimawandel für die schnelle Ausbreitung von Bränden verantwortlich. Die Flammen breiteten sich rasend schnell aus und die Glut fliege häufig mehrere Meter weit. "Das nennt man einen Feuersturm. Wir sprechen hier von Bränden, denen man sich nicht nähern kann und die nicht gelöscht werden können", sagte die WWF-Expertin. Das Feuer bedrohe auch das für seine biologische Vielfalt bekannte Naturschutzgebiet Inagua.

Waldbrand auf Gran Canaria: Bis zu 50 Meter hohe Flammen

Die bis zu 50 Meter hohen Flammen machten es den Einsatzkräften nach eigenen Angaben an manchen Stellen unmöglich, zu dem Feuer vorzudringen. Auch Löschflugzeuge konnten dort nicht mehr eingesetzt werden. "Das ist ein kritischer Moment", sagte der spanische Landwirtschaftsminister Luis Planas. "Heute und morgen werden entscheidend sein", warnte er. Dies bedeute allerdings nicht, dass die Einsatzkräfte das Feuer "in 48 Stunden löschen werden".

Rund 700 Feuerwehrleute und 14 Löschflugzeuge und Hubschrauber sind derzeit auf Gran Canaria im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Die spanische Regierung schickte Soldaten vom Festland auf die Insel, um die örtlichen Einsatzkräfte zu unterstützen. Am Dienstag sollen weitere Hubschrauber eintreffen. Dieser Einsatz von Boden- und Luftwaffen sei "der größte, der jemals auf den Kanarischen Inseln durchgeführt wurde, und einer der größten, der in den letzten Jahren in Spanien durchgeführt wurde", sagte Planas.

Waldbrände auf Gran Canaria

Die Flammen lodern bis zu 50 Meter hoch: Der Waldbrand auf der spanischen Ferieninsel Gran Canaria ist den Behörden zufolge außer Kontrolle geraten.
Die Flammen lodern bis zu 50 Meter hoch: Der Waldbrand auf der spanischen Ferieninsel Gran Canaria ist den Behörden zufolge außer Kontrolle geraten. © afp
Das Feuer sei „jenseits unserer Löschkapazitäten“, sagte der Leiter der örtlichen Rettungsdienste, Federico Grillo, in der Nacht zum 19. August2019  vor Journalisten.
Das Feuer sei „jenseits unserer Löschkapazitäten“, sagte der Leiter der örtlichen Rettungsdienste, Federico Grillo, in der Nacht zum 19. August2019  vor Journalisten. © afp
Mehrere Dörfer im Zentrum der Insel mit einer Einwohnerzahl von insgesamt 8000 Menschen wurden laut einer Vertreterin der Sicherheitskräfte evakuiert.
Mehrere Dörfer im Zentrum der Insel mit einer Einwohnerzahl von insgesamt 8000 Menschen wurden laut einer Vertreterin der Sicherheitskräfte evakuiert. © afp
Weitere Menschen im Zentrum der Insel wurden vor dem Waldbrand in Sicherheit gebracht, wie die Behörden  mitteilten.
Weitere Menschen im Zentrum der Insel wurden vor dem Waldbrand in Sicherheit gebracht, wie die Behörden  mitteilten. © afp
Das Feuer zerstörte im Zentrum der Insel laut Behördenangaben rund 6000 Hektar Land. Es hat demnach bereits den Naturpark Tamadaba erreicht. © afp
Betroffen sei auch ein Gebiet, das die Unesco unter anderem wegen seiner Kiefernwälder unter besonderen Schutz gestellt hat. © afp
Die hohen Temperaturen, starker Wind und Ascheregen können demnach neue Brandherde begünstigen.
Die hohen Temperaturen, starker Wind und Ascheregen können demnach neue Brandherde begünstigen. © afp
Das bergige Zentrum der spanischen Ferieninsel ist besonders bei Wanderern beliebt. 
Das bergige Zentrum der spanischen Ferieninsel ist besonders bei Wanderern beliebt.  © afp
Die kanarische Regierung betonte, dass die Touristengebiete nicht von den Auswirkungen des Feuers betroffen seien. Auch der Flugverkehr sei nicht beeinträchtigt.
Die kanarische Regierung betonte, dass die Touristengebiete nicht von den Auswirkungen des Feuers betroffen seien. Auch der Flugverkehr sei nicht beeinträchtigt. © afp
Es ist bereits der dritte Brand auf der Ferieninsel binnen zehn Tagen.
Es ist bereits der dritte Brand auf der Ferieninsel binnen zehn Tagen. © afp

Der kanarische Regionalpräsident Ángel Víctor Torres sagte am Sonntag, es gehe vor allem darum, Menschenleben zu retten. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich daher darauf, das Feuer in bewohnten Gegenden einzudämmen. Die Umwelt habe bereits Schäden erlitten, fügte er hinzu und nannte den Brand eine "Naturschutz-Tragödie".

Waldbrand auf Gran Canaria: Dörfer im Zentrum der Insel wurden evakuiert

Mehrere Dörfer im Zentrum der Insel mit einer Einwohnerzahl von insgesamt 9000 Menschen wurden laut einer Vertreterin der Sicherheitskräfte evakuiert. Eine genaue Zahl der Betroffenen nannte die Sprecherin nicht. Etwa hundert Menschen seien vorläufig in dem Dorf Artenara eingeschlossen, da es im Moment keinen sicheren Weg zur Evakuierung gebe.

Das bergige Zentrum der spanischen Ferieninsel ist besonders bei Wanderern beliebt. Die meisten Touristen halten sich jedoch lieber an den Stränden auf. Die kanarische Regierung betonte, dass die Touristengebiete nicht von den Auswirkungen des Feuers betroffen seien. Auch der Flugverkehr sei nicht beeinträchtigt.

Es ist bereits der dritte Brand auf der Ferieninsel binnen zehn Tagen. Erst am vergangenen Dienstag hatte die Feuerwehr einen Waldbrand in der selben Region im Zentrum der Kanaren-Insel unter Kontrolle gebracht. Gleichzeitig hatte der Katastrophenschutz gewarnt, bei starkem Wind und großer Hitze könnten verbleibende Glutnester jederzeit wieder aufflackern und ein neues Feuer auslösen. (afp)

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