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Rekordjahr befürchtet

Klimawandel: Waldbrände in den USA - öfter, größer, intensiver

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Die Waldbrandsaison in den USA dauert inzwischen drei Monate länger als noch vor einem halben Jahrhundert. Für 2021 fürchten die Behörden ein weiteres Rekordjahr.

Madera County/Mariposa - Die jüngste Hitzewelle im Westen der USA hat nicht nur neue Temperaturrekorde an vielen Orten mit Werten zwischen 40 und 50 Grad Celsius gebracht – vor allem in Kalifornien. Die Behörden befürchten auch, dass der Bundesstaat ein weiteres Rekordjahr der Waldbrände erleben könnte. Laut der Behörde „Cal Fire“ ist von Januar bis zum 11. Juli bereits mehr als dreimal so viel Fläche ein Raub der Flammen geworden wie im gleichen Zeitraum 2020. Damals hatte Kalifornien eine Rekord-Brandsaison erlebt, die bis Oktober dauerte. Mehr als 30 Menschen kamen ums Leben, über 10 00 Gebäude wurden beschädigt oder zerstört.

Flammen schlagen aus einem Wohnhaus in Doyle im Westen der USA. Dort kämpfen Feuerwehrleute gegen Waldbrände an.

Verstärkt werden die Sorgen durch einen schnell um sich greifenden Waldbrand in der Nähe des berühmten Yosemite-Nationalparks. Das sogenannte River-Feuer sei rasch auf eine Fläche von 32 Quadratkilometer angewachsen, teilten die Behörden am Montagnachmittag mit. Rund 500 Helferinnen und Helfer kämpften gegen das Feuer in den Bezirken Madera County und Mariposa, 30 Kilometer vom Nationalpark entfernt. Mehrere Hundert Anwohnerinnen und Anwohner mussten ihre Häuser verlassen. Im letzten September hatte das Yosemite-Tal eine Woche lang für Gäste wegen dichten Rauchs in der Region schließen müssen. Der Nationalpark, der für seine Wasserfälle und riesigen Granitfelsen bekannt ist, lockt jährlich Millionen Besucherinnen und Besucher an.

Hitze rund um die Erde

Mitteleuropa ist bisher von einem Extremsommer verschont geblieben. Aus anderen Regionen aber werden Hotspots gemeldet, deren Intensität mit der globalen Erwärmung zu tun haben könnte. So wurde in Lappland in Nordfinnland unlängst eine Spitzentemperatur von 33,6 Grad gemessen. Auch in anderen Landesteilen war es zehn bis 15 Grad wärmer als üblich. Laut Meteorolog:innen steht dies im Zusammenhang mit dem Hitzestau in Nordwestamerika.

Für die Regionen an der US-Westküste sind Wald- und Buschbrände eigentlich nichts Ungewöhnliches. Für viele Ökosysteme, die sich erst mit den natürlichen Bränden entwickelt haben, sind sie sogar wichtig, um stabil zu bleiben. Unbestritten ist aber: Die Häufigkeit und die Größe der Feuer hat sich in den letzten Jahrzehnten erhöht. In den gesamten USA ist die Waldbrandsaison inzwischen drei Monate länger als noch vor einem halben Jahrhundert. Speziell in Teilen Kaliforniens brennt es in den Wald- und Buschregionen fast ganzjährig, abgehen von ein paar Wochen im tiefen Winter. 2019 zeigte eine Statistik der Forstbehörde, dass sich 15 der 20 zerstörerischsten Brände dort seit dem Jahr 2000 ereigneten.

Hitzewelle in den USA: Klimaexpert:innen warnen

Wetterexpert:innen führten die jüngste Hitzewelle, die sich laut den Prognosen ab Dienstag abschwächen sollte, auf ein außergewöhnlich großes und starkes Hochdruckgebiet über der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada zurück, das die Temperaturen um zehn bis 15 Grad über den Normalwert steigen ließ. Solche Ereignisse sind zwar typisch für diese Jahreszeit. Klimaexpert:innen warnen jedoch, dass sie häufiger und intensiver werden. „120 Grad in Palm Springs, das ist nicht normal“, sagte Ivory Small, ein Meteorologe vom Nationalen Wetterdienst in San Diego. 120 Grad Fahrenheit entsprechen 48,8 Grad Celsius. Gut 47 Grad waren am Samstag in Las Vegas gemessen worden, im kalifornischen Death Valley, das für seine Hitze berüchtigt ist, sogar mehr als 54 Grad.

Ein Schild warnt vor Hitze: Das Death Valley in der kalifornischen Mojavewüste erreichte am Samstag 53 Grad Celsius.

Erst zu Monatsbeginn hatte eine Hitzewelle das westliche Kanada und den Nordwesten der USA mit Temperaturen bis knapp 50 Grad erfasst. Die Hitze hatte zu zahlreichen Todesfällen beigetragen. In der kanadischen Gemeinde Lytton rund 260 Kilometer nordöstlich von Vancouver waren 49,6 Grad gemessen worden – zuvor hatte der Rekord in Kanada bei 45 Grad gelegen. Eine Studie von Klimaexpert:innen zeigte, dass eine Hitzewelle dieses Ausmaßes ohne den Klimawandel praktisch unmöglich gewesen wäre. Co-Autorin Friederike Otto von der Universität Oxford sagte: „Was wir sehen, ist beispiellos. Es ist nicht normal, dass Wärmerekorde um vier oder fünf Grad Celsius gebrochen werden.“ Die neue Hitzewelle passt in das Muster. (Joachim Wille)

Rubriklistenbild: © dpa

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