Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Clint Eastwood mit Angelina Jolie am Set des aktuellen Dramas "Changeling"
+
Clint Eastwood mit Angelina Jolie am Set des aktuellen Dramas "Changeling"

Historischer Mordfall

Die wahre Geschichte des "fremden Sohns"

Der Fall zum Clint-Eastwood-Film "Der fremde Sohn": Wie die Mutter eines mutmaßlichen Mordopfers um die Wahrheit kämpfte - und gegen eine korrupte Stadt.

Von KATJA RIDDERBUSCH

Ein Serienkiller. Eine korrupte Polizeitruppe. Ein untergeschobenes Kind. Und eine emanzipierte Frau, die um ihren verschwundenen Sohn kämpft: Die Geschichte, vor deren Hintergrund sich das Filmdrama von Clint Eastwoods "Der fremde Sohn" abspielt, ist in den USA als "Wineville Chicken Coop Murders" bekannt.

1926 entführte der Rancher Gordon Stewart Northcott den 14-jährigen Sanford Clark, brachte ihn auf seine Hühnerfarm in dem kleinen Ort Wineville nahe Los Angeles, schlug ihn und missbrauchte ihn sexuell. Im September 1928 fand die Polizei den Jungen auf der Ranch. Er sagte aus, Northcott habe mehrere Jungen - spätere Berichte sagen: bis zu 20 - entführt, missbraucht, in Hühnerställe eingesperrt, schließlich erschlagen und die Leichen mit einer Axt zerstückelt.

Die Polizei pflügte das Grundstück um, fand vereinzelte Körperteile und eine blutbeschmierte Axt. Northcott war mittlerweile mit seiner Mutter Sarah Louise nach Kanada geflohen, wo sie Ende 1928 verhaftet wurden. Zunächst gestanden Mutter und Sohn die Morde an den Jungen, darunter auch an dem neunjährigen Walter Collins aus Los Angeles, der am 10. März 1928 von einem Kinobesuch nicht heimgekehrt war. Jenem Ausschnitt des Falls - dem Kampf der alleinerziehenden Christine Collins um ihren Sohn und gegen den korrupten Polizeioffizier J. J. Jones - widmet sich der Film, der im Original "Changeling" heißt, zu Deutsch: Wechselbalg.

Spektakuläre Suchaktion

Tatsächlich führte die Polizei Christine Collins nach einer spektakulären Suchaktion ein falsches Kind zu. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um den Halbwaisen Arthur J. Hutchins, der nach Hollywood wollte, um dort seinen Lieblingsschauspieler Tom Mix zu treffen. Gordon Northcott und seine Mutter zogen ihr Geständnis später zurück. Dennoch wurde Northcott wegen dreifachen Mordes zum Tode verurteilt und 1930 im Gefängnis von St. Quentin hingerichtet.

Sarah Northcott wurde wegen Mordes an Walter Collins zu lebenslanger Haft verurteilt, aber nach zwölf Jahren auf Bewährung freigelassen. Die Leiche von Walter Collins wurde nie gefunden. Christine Collins gab die Suche nach ihrem Sohn nie auf. Nachdem die öffentliche Erregung abgeebbt war, verschwand Christine Collins in die Anonymität. Der Ort Wineville änderte seinen Namen in Mira Loma. Die Farm mit den Hühnerställen steht bis heute.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare