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Waffenrecht in den USA: Altersgrenze zum Kauf soll angehoben werden

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Die Altersgrenze zum Kauf von Sturmgewehren soll in den USA von 18 auf 21 Jahre angehoben werden. Dafür setzt sich auch Präsident Joe Biden ein.

Washington D.C. – Zwei Wochen nach dem Massaker an einer Grundschule in Texas soll die Altersgrenze zum Kauf von Sturmgewehren nun angehoben werden. Statt ab 18 Jahren können die Waffen dann erst ab einem Alter von 21 Jahren gekauft werden. Dafür hat das US-Repräsentantenhaus zwei Wochen nach dem Massaker nun gestimmt.

Die Gesetzesvorlage zum Waffenrecht wurde am Mittwoch (8. Juni, Ortszeit) mit der Mehrheit der Demokraten beschlossen, hat jedoch nur geringe Chancen, geltendes Recht zu werden. Dazu müsste auch der Senat zustimmen, was als sehr unwahrscheinlich gilt. In der Parlamentskammer sind die Demokraten auf die Unterstützung einiger Republikaner angewiesen.

Waffenrecht in den USA: Dass die Anhebung der Altersgrenze umgesetzt wird, ist unwahrscheinlich

Das Repräsentantenhaus in den USA verabschiedete zudem eine Reihe weiterer Reformen, um das Waffenrecht zu verschärfen. Die Vorhaben dürften jedoch alle am Senat scheitern. Dort laufen Verhandlungen um eine eher wenig ambitionierte Verschärfung des Waffenrechts, die womöglich auch von einigen gemäßigten Republikanern mitgetragen werden könnte.

Sollte ein Gesetz von beiden Parlamentskammern beschlossen werden, bedarf es noch der Unterschrift von US-Präsident Joe Biden, um in Kraft zu treten. Der Demokrat hat sich für eine Verschärfung des Waffenrechts in den USA ausgesprochen und den Kongress zum Handeln aufgefordert.

Zahlreiche Erschießungen in den USA bewegten Präsident Biden dazu, das Waffenrecht zu verschärfen

Auslöser der jüngsten Bemühungen, das eher laxe US-Waffenrecht etwas zu verschärfen, war unter anderem das Massaker in der texanischen Kleinstadt Uvalde, bei dem ein 18-Jähriger mit einem Sturmgewehr in einer Grundschule 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschoss. Dabei zeigten sich schreckliche Szenen, die den US-Präsidenten dazu bewegten, Kritik an der Waffenlobby auszuüben. Auch die Polizei räumte Fehler bei ihrer Arbeit ein.

Kreuze, Blumen und weitere Gaben für die an einer Grundschule in Texas erschossenen Menschen.
Bei einem Massaker an einer Grundschule in Texas wurden 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschossen. © Jae C. Hong / dpa

Darüber hinaus gab es am ersten Juniwochenende zahlreiche weitere Erschießungen in den USA – darunter einige auf Partys, eine in einem Krankenhaus und eine in einem Einkaufszentrum. Medienberichte darüber beherrschten in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen in den USA, sodass sich von einer regelrechten Welle von Morden und Erschießungen sprechen lässt.

Party in VirginiaEin Toter, sechs Verletzte
Party in PhiladelphiaDrei Tote, fast ein Dutzend Verletzte
Übernachtung in DetroitEine Tote
Abschlussfeier in South CarolinaEin Toter, sieben Verletzte
Nachtclub in TennesseeDrei Tote, 14 Verletzte
Krankenhaus in North CarolinaEin Verletzter

Das Waffenrecht in den USA wird zum Teil von den Bundesstaaten bestimmt. Vielerorts können Sturmgewehre – etwa vom Typ AR-15, wie es der Schütze in Uvalde eingesetzt hatte – schon ab 18 Jahren ohne viel Aufwand gekauft werden. In einem Restaurant Alkohol trinken hingegen darf man in den USA landesweit erst ab 21 Jahren. (Lea-Sophie Mollus/dpa)

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