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Naturkatastrophe auf Kanareninsel

Vulkan-Lava auf La Palma schießt Drohne fast ab – deutsches Paar schildert dramatische Rettung

Durch den Vulkanausbruch auf La Palma sind zahlreiche Existenzen vernichtet worden. Unter den Betroffenen sind auch deutsche Auswanderer. Sie stehen vor dem Nichts.

La Palma – Die Folgen des Vulkanausbruchs am Cumbre Vieja auf La Palma sind nach wie vor enorm. Auf der zu Spanien*gehörenden kanarischen Insel haben Lavaströme viele Häuser zerstört und Brände ausgelöst*. Die Auswirkungen der Naturkatastrophe sind selbst in Deutschland zu spüren*.

Spektakuläre Bilder entstanden nun durch einen Drohnenflug – direkt über dem brodelnden Auge des Cumbre Vieja. Die mit einer Kamera bestückte Drohne kreiste über dem Inneren des Vulkans, glühend heiße Lava und schwarzer Rauch waren zu erkennen.

Als die Drohne weiter flog, wurde sie plötzlich von sprühender Lava getroffen und wackelte bedrohlich. Nur die automatische Stabilisierung des Flugobjektes verhinderte den Absturz. Die Drohne fing sich wieder und konnte ihren Flug fortsetzen.

La Palma: Vulkanausbruch am Cumbre Vieja bedroht Ortschaft La Laguna

Inzwischen ist auch die Gemeinde La Laguna von der bis zu 1270 Grad heißen Masse bedroht*. Aktuelle Bilder von Donnerstag (21. Oktober) zeigen, wie die Lavaströme Teile des Orts überrollen. Für die rund 1650 Bewohner von La Laguna bestand aber keine Gefahr. Sie waren schon in der Vorwoche evakuiert worden, um kein Risiko einzugehen. Allerdings droht auch ihnen der Verlust ihrer Häuser und Wohnungen. Bislang (Stand 20. Oktober) liegt die Zahl der zerstörten Gebäude nach offiziellen Angaben bei über 2000, zudem wurden über 800 Hektar Land zunichtegemacht.

Auf La Palma ist auch der Ort La Laguna von den Lavaströmen erfasst worden.

Mit ihrer Existenzangst stehen die Anwohner von La Laguna nicht alleine da. In der Nacht zu Donnerstag (21. Oktober) ordnete das Notfall-Komitee Pevolca zudem die Evakuierung mehrerer Ortschaften der Gemeinden Tazacorte und Los Llanos de Aridane an. Dies betrifft laut spanischer Medienberichte etwa 500 Menschen. Seit dem Beginn des Vulkanausbruchs am 19. September mussten knapp 7500 Menschen auf der spanischen Insel in Sicherheit gebracht werden. Das entspricht fast zehn Prozent aller Inselbewohner von La Palma.

La Palma: Deutsches Paar entkommt Vulkanausbruch am Cumbre Vieja in letzter Sekunde

Unter ihnen waren auch einige Deutsche, wie Jürgen Dolz und Jacqueline Rehm. Dem Spiegel erzählten die beiden Auswanderer, dass ihr Boot sich als Rettung in letzter Not erwies. „Wir hatten das Glück, dass wir das Boot noch hatten und konnten mit unseren Sachen aufs Boot gehen“, schilderte Dolz: „Seitdem leben wir jetzt auf dem Boot. Sehr beengt, aber es geht.“

Dabei hatte sich das Paar eigentlich entschlossen, das Boot zu verkaufen. Doch einer potenziellen Kundin erschien das Gefährt nach einer Probefahrt „nicht sportlich genug“, so Dolz. Der Kauf kam nicht zustande – letztlich ein Glücksfall für die beiden Deutschen. Sie leben nur vier Kilometer vom Vulkan entfernt und mussten wenige Tage nach dem Ausbruch Hals über Kopf flüchten.

La Palma: Vulkanausbruch trifft deutsche Auswanderer - „Wissen nicht so richtig, wohin“

„Ich habe erstmal Panik bekommen. Ich habe gezittert und Gänsehaut bekommen und bin dann hinters Haus gerannt und hab geschrien: Ach du Scheiße“, erinnerte sich Rehm an den Tag. Sie habe dann „angefangen, zu filmen. Das hat einen so angezogen, aber auch abgeschreckt gleichzeitig.“

Letztlich blieb nur die Flucht übers Wasser. Ob ihr Haus die Naturkatastrophe überstehen wird und sie je wieder dorthin zurückkehren können, weiß das Paar nicht. „Im Moment wissen wir nicht so richtig, wohin. Wir bleiben jetzt erstmal auf dem Boot, bis wir wissen, was wir wirklich machen“, sagte Jacqueline Rehm dem Spiegel. „Ob wir jetzt wirklich auch noch hier bleiben oder eventuell sogar auf eine andere Insel gehen. Teneriffa vielleicht. Keine Ahnung, ich weiß es nicht, es steht in den Sternen“. (kh) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Saul Santos/dpa

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