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Cumbre Vieja

Vulkanausbruch auf La Palma - Starkes Erdbeben erschüttert Insel

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  • Nico Scheck
    Nico Scheck
  • Tobias Utz
    Tobias Utz
  • Mirko Schmid
  • Sandra Kathe
    Sandra Kathe
  • Julian Dorn
    Julian Dorn

Der Vulkan auf La Palma spuckt weiter Lava. Jetzt hat das stärkste Erdbeben seit dem Vulkanausbruch vor sechs Wochen die Insel erschüttert.

  • Der Vulkan an der Gebirgskette Cumbre Vieja auf der Kanareninsel La Palma wütet ununterbrochen.
  • In den vergangenen Wochen kam es mehrfach zu Vulkanausbrüchen. Lavaströme bahnen sich seitdem ihren Weg über die Insel.
  • Im News-Ticker finden Sie alle wichtige Informationen im Überblick.

>>> News-Ticker aktualisieren <<<

Update vom Samstag, 30.10.2021, 17.11 Uhr: Die Kanareninsel La Palma ist vom stärksten Erdbeben seit dem Vulkanausbruch vor knapp sechs Wochen erschüttert worden. Die Erdstöße am frühen Samstagvormittag hätten eine Stärke von 5,0 verzeichnet und seien auf ganz La Palma sowie zum Teil auch auf drei weiteren Kanareninseln, Teneriffa, La Gomera und El Hierro, gespürt worden, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf das spanische Geographische Institut (IGN).

Nennenswerte Schäden wurden nicht gemeldet. Seit dem Vulkanausbruch gibt es täglich Dutzende Beben auf La Palma. Da alle Erdstöße weiterhin in Tiefen von deutlich mehr als 30 Kilometern stattfinden, stellen sie nach Angaben von Experten keine bedeutende Gefahr dar. Sie deuten demnach aber darauf hin, dass der Vulkan am Gebirgszug Cumbre Vieja im Süden der Atlantikinsel vor der Westküste Afrikas noch einige Zeit aktiv bleiben wird.

Vulkanausbruch auf La Palma: Lavafontänen schießen empor - „Bis die Erdkruste bricht“ 

Update, 18.00 Uhr: Vulkanologen erwarten angesichts der anhaltenden Heftigkeit der Vulkantätigkeit auf der Kanareninsel La Palma kein baldiges Ende des Ausbruchs. Darauf deuteten die an einigen Tagen mehr als 100 mittleren und leichten Erdbeben und vor allem der Ausstoß großer Mengen von Schwefeldioxid hin, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE. Zudem sei das Terrain um den Vulkan um zehn Zentimeter in die Höhe gedrückt worden, sagte der Vulkanologe Ramón Ortíz der Zeitung La Vanguardia. „Das Magma drängt nach oben. Es drückt so lange, bis die Erdkruste bricht und Lava ausströmt.“

Aschenwolken steigen aus dem Vulkan.

Update von Mittwoch, 27.10.2021, 10.45 Uhr: Am Dienstagabend ist es erneut zu einem Vulkanausbruch an der Gebirgskette Cumbre Vieja auf der Kanareninsel La Palma gekommen. Das berichtet das vulkanologische Institut am Mittwochmorgen auf Twitter.

Videoaufnahmen des Instituts zeigen dichte Rauchwolken. Durch den abermaligen Vulkanausbruch kam es am Dienstagabend unter anderem zu einer rund 600 Meter hohen Lavafontäne. Bereits am Montag wurde von „riesigen Lavafontänen“ berichtet (s. Update v. 26.10.2021, 8.15 Uhr).

+++ 12.30 Uhr: Seit fünf Wochen kämpft die Insel La Palma mit dem Ausbruch des Vulkans, der seit Montag seine Aktivität sogar noch gesteigert haben soll. Durch den zwei Kilometer breiten Lavastrom sollen 2.000 Gebäude zerstört und mehr als 300 Hektar Land bedeckt worden sein. „Es ist ein Monstrum, das einfach alles verschlingt, was ihm in den Weg kommt“, sagte Pedro Rodriguez, Pastor in der Gemeinde Los Llanos im Westen der Kanareninsel, dem Portal Domradio.de.

Abermals ist es auf La Palma zu einem Vulkanausbruch gekommen. (Screenshot)

Vulkanausbruch auf La Palma: „Es ist eine erschreckende Situation“

„Diese fünf Wochen waren schier endlos, weil der Vulkan nicht wie eine Quelle irgendwo Lava ausströmt und der Fluss einfach diesen Lauf geht, sondern er breitet sich aus“, so der Pastor einer Baptistengemeinde, sechs Kilometer vom Vulkan entfernt. „Es ist eine erschreckende Situation. Tragisch.“ Gemeinsam mit einem Team von Ehrenamtlichen teile er in einer von der Stadt bereitgestellten Sporthalle Lebensmittel, Handtücher und Bettwäsche an Menschen aus, die zum Teil alles verloren hätten. „Es gab Leute, die sehr wohlhabend sind oder waren, die wunderbare Häuser, Bungalows oder Anwesen hatten.“ Ebenso kämen „sehr einfache Leute, Arbeiter, die nicht nur Wohnung oder Wohnraum verloren haben, sondern auch ihren Arbeitsplatz, weil sie in der Bananenproduktion tätig waren, in der Landwirtschaft ihre eigenen Anlagen hatten.“ Diese seien auch vernichtet worden. „Der Vulkan nimmt überhaupt keine Rücksicht, was den Status der Menschen betrifft. Alle Schichten sind betroffen.“

Vulkan als Teil der Gebirgskette Cumbre Vieja
Höhe1.949 m
StandortLa Palma, Kanarische Inseln (Spanien)
TypSchichtvulkan
Letzte Ausbrüche1971, 2021

Als Seelsorger versuche er, Mut zu machen. „Meine Aufgabe [...] ist es auch zu sagen, dass bisher kein Menschenleben zu beklagen ist und Gott davor bewahrt hat“, so der Geistliche. „Menschen, die ihre ganze Existenz verloren haben, kann ich sagen, dass sie nochmal anfangen können. Auch, wenn sie älter sind. Es kann noch mal weitergehen“, so Rodriguez. „Das ist jetzt vielleicht eine Bremse in unserem Alltag, nachzusinnen, was wir eigentlich sind, wer wir sind.“ Man könne „sich an Gott klammern..., wenn er uns Hilfe bietet“. Er bete darum, dass der Vulkan zur Ruhe kommt, sagte der Pfarrer. „Die Erdbeben haben ja nicht aufgehört, sie sind sogar schlimmer geworden. Ich wünsche mir, dass das aufhört, damit die Menschen und wir selbst auch wissen: So groß ist der Schaden und jetzt können wir erst mal drangehen, das wieder aufzubauen, was aufzubauen ist.“

Update von Dienstag, 26.10.2021, 8.15 Uhr: Der Vulkan auf der Kanareninsel La Palma kommt weiterhin nicht zur Ruhe. Am Wochenende kam es abermals zu einem Ausbruch, welcher für einen neuen Lavastrom sorgte (s. Update v. 25.10.2021).

Lava fließt aus dem Vulkan an der Gebirgskette Cumbre Vieja beim Ausbruch auf La Palma - nun erreicht Deutschland eine Vulkanwolke.

Aus der Perspektive lokaler Fachleute steigert der Vulkan, der Teil der Bergkette Cumbre Vieja ist, derzeit seine Aktivität: „Wir sind in einer neuen Phase, die weitaus intensiver ist“, erklärte ein Forscher des vulkanologischen Instituts am Montag dem TV-Sender RTVE. Laut Angaben des Instituts seien die verschiedenen Ströme mittlerweile eine „riesige Lavafontäne“.

Vulkanausbruch auf La Palma – „atemberaubender Anblick“

Update von Montag, 25.10.2021, 8.30 Uhr: In der Nacht auf Montag (25.10.2021) ist es auf La Palma abermals zu einem Vulkanausbruch eines Vulkans an der Gebirgskette Cumbre Vieja gekommen. Das berichtet das Vulkanforschungsinstitut Involcan. Es sei ein „atemberaubender Anblick“ gewesen, hieß es in einer Stellungnahme auf Twitter.

Seit dem neuesten Vulkanausbruch habe sich ein neuer Lavastrom gebildet, der sich seinen Weg über die Kanareninsel bahne, so die Forscherinnen und Forscher. Der neueste Strom sei mittlerweile in die bereits vorhandene Lavazunge übergegangen und bilde eine dicke, mehr als 1200 Grad Celsius heiße Masse. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Vulkaninstituts gaben allerdings teilweise Entwarnung: Die Lavaströme am Hang des Cumbre Vieja befänden sich aktuell in einer Phase der „Stabilität und Langsamkeit“.

Dieses von Maxar Technologies veröffentlichte Infrarot-Satellitenbild zeigt Lava vom Vulkan an der Gebirgskette La Cumbre Vieja auf La Palma auf den Kanarischen Inseln am 14. Oktober 2021.

Jedoch richteten die neuen Lavamassen abermals Zerstörungen auf La Palma an: Mehrere Bananenplantagen waren betroffen, wie die Zeitung El Mundo berichtete. Demnach wurden durch die Vulkanausbrüche mittlerweile fast 2000 Gebäude zerstört und mehr als 760 Hektar Landfläche durch Lava bedeckt.

Vulkanausbruch auf La Palma: Kein Ende der Eruption in Sicht – Asche wird hart wie Zement

Update von Sonntag, 24.10.2021, 14.24 Uhr: Nach dem verheerenden Vulkanausbruch auf der spanischen Insel La Palma laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Die Straßen und Abwasserkanäle müssen von der Asche befreit werden, und noch immer stößt der Vulkan diese in großen Mengen aus.

Das Problem: Auf den Dächern sammelt sich die Asche und vermischt sich mit Regenwasser zu einer schweren Masse –Einsturzgefahr. Deswegen versuchen die Bewohner:innen zusammen mit Feuerwehr und Rettungsdienst laut Euronews nun die Dächer von der Last zu befreien. „Regen macht es schwieriger“, meint eine helfende Frau im Gespräch mit dem TV-Sender. Die Asche würde hart wie Zement werden, heißt es.

Vulkanausbruch auf La Palma: Spanische Regierung verspricht weitere Hilfe

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez sicherte laut der spanischen Tageszeitung El Pais derweil den Betroffenen schnelle finanzielle Unterstützung zu. In den kommenden Tagen werde die spanische Regierung weitere Hilfen verabschieden, damit die Anwohner auf der Insel mehrere Millionen Euro bekämen, sagte Sánchez am Samstag (23.10.2021) bei einem Besuch auf der Insel. Hunderte Häuser der Insel sind durch den Vulkanausbruch vom 19. September zerstört worden.

Die spanische Regierung hat bereits 63 Millionen Euro an Direkthilfe zugesichert. Weitere sechs Millionen Euro sollen an die örtliche Landwirtschaft und Fischfangindustrie gehen.

Vulkanausbruch auf La Palma: Eruptionen könnten noch Monate dauern

„Ich möchte ihnen sagen, dass es keinen Grund zur Verzweiflung gibt. Die Solidarität des gesamten spanischen Volkes ist hier auf der Insel La Palma.“ Die spanische Regierung werde jeden Tag, den diese Krise andauere, hier sein und auch weiterhin danach, so Sánchez laut der Nachrichtenagentur AP.

Wann die Gefahr durch den Vulkan gebannt sein wird, ist noch unklar. Wissenschaftler befürchten, dass die Eruption noch Monate andauern könnte. Vor allem die Westseite der 85.000 Einwohner zählenden Insel wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.

Vulkanausbruch auf La Palma: Lava bahnt sich weiter ihren Weg

Update vom Samstag, 23.10.2021, 08.56 Uhr: Der Vulkan auf La Palma gibt einfach keine Ruhe. In der vergangenen Nacht hat es eine erneute Explosion des Vulkans gegeben, wie das kanarische Vulkanforschungsinstitut Involcan berichtet. Demnach stürzte sich ein gewaltiger Lavafluss bei Tacande herunter. Involcan twitterte dazu ein Video mit den Worten: „Atemberaubender Anblick.“

Seit mehreren Wochen spuckt der Vulkan Cumbre Vieja auf der Kanareninsel La Palma bereits Asche und Lava.

In besagtem Video ist glutrote Lava zu sehen, die sich einen Weg hinunter bahnt. Allerdings ist bei den diversen Lavaströmen, die am Cumbre Vieja hinunterfließen, eine Phase der „Stabilität und Langsamkeit“ eingetreten, wie Vulkan-Forscher betonen.

Neue Evakuierungen nach Vulkanausbruch auf La Palma

Update von Donnerstag, 21.10.201, 11.40 Uhr: Der Vulkanausbruch auf La Palma scheint kein Ende zu nehmen. Seit mehr als einem Monat spuckt der Vulkan auf der Kanareninsel Lava und Asche. Nun befinden sich erneut hunderte Menschen auf der Flucht. In der Nacht zum Donnerstag hat das Notfall-Komitee Pevolca die Evakuierung mehrerer Ortschaften der Gemeinden Tazacorte und Los Llanos de Aridane angeordnet. Rund 500 Menschen sollen nach Medienberichten betroffen sein. Damit mussten seit dem Ausbruch fast zehn Prozent der Einwohner La Palmas in Sicherheit gebracht werden.

Indes bedrohen die Lavaströme des Vulkans noch immer das Zentrum der Gemeinde La Laguna. Die bis zu 1270 Grad heiße Masse kam dem Ortskern auf ihrem Weg zum Meer bereits gefährlich nahe. Die etwa 1650 Bewohner waren jedoch nicht in Gefahr, denn sie waren bereits vorige Woche aus ihren Häusern vorsichtshalber evakuiert worden. Je nach weiterem Verlauf könnte die Lava aber neben Hunderten von Häusern auch eine alte Kirche und die Schule der Gemeinde zerstören, wie Pevolca-Chef Miguel Ángel angab. Twitter-Videos des Vulkanologischen Instituts der Kanaren zeigen die gefährliche Entwicklung der Lavaströme in La Laguna auf La Palma.

Erstaunliche Satellitenbilder zum Vulkanausbruch auf La Palma – Chaos durch Giftwolke

Update von Mittwoch, 20.10.2021, 13.30 Uhr: Der Vulkan an der Gebirgskette Cumbre Vieja auf der Kanareninsel La Palma stößt weiterhin Asche, Rauch und Lava aus. Daraus entstandene Lavaströme bahnen sich derzeit den Weg in Richtung Meer (s. Update v. 19.10.2021). Die Rauchwolken des Vulkans bewegen sich hingegen in mehrere Himmelsrichtungen. Dabei werden vor allem giftige Gase, unter anderem Schwefeldioxid, in der Atmosphäre verteilt. Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurden relative hohe Konzentrationen des genannten Oxids in der Atmosphäre gemessen – auch in Luftschichten am Himmel über Deutschland.

Allerdings stellen diese Messwerte laut DWD keine Gefahr für die Bevölkerung dar. Messstationen in Bodennähe hätten „so gut wie nichts“ davon bemerkt. Am Dienstagmorgen (19.10.2021) hatten zahlreiche besorgte Bürgerinnen und Bürger beim Deutschen Wetterdienst angerufen, um sich nach möglichen Gefahren zu erkundigen. „Seit sechs Uhr früh laufen die Telefondrähte heiß“, sagte ein Sprecher.

In der Erdatmosphäre werde es zu einer „chemischen Reinigung“ kommen. Laut DWD ist eine mögliche Folge davon, dass der Regen „etwas saurer“ werde, als generell. Derart hohe Schwefeloxidwerte in der Atmosphäre seien vor 20 bis 30 Jahren noch die Regelmäßigkeit in der Atmosphäre gewesen, so der DWD-Sprecher – stellen demnach aber aufgrund der Konzentration keine Umweltgefahr dar.

Vulkanausbruch auf La Palma: Lavastrom nur 30 Meter von Küste entfernt

Update von Dienstag, 19.10.2021, 13.30 Uhr: Der Vulkan auf der spanischen Kanareninsel La Palma spuckt nun seit genau einem Monat Asche, Rauch und Lava – und ein Ende ist nicht in Sicht. Da die aus dem Vulkan ausströmenden Gase derzeit wegen der Wetterlage nicht ausreichend abziehen, haben die Behörden rund 7000 Bewohner:innen des Ortes El Paso aufgerufen, ihre Häuser möglichst nicht zu verlassen.

Lavaströme aus dem Vulkan zerstören Häuser im Viertel La Laguna auf der Kanareninsel La Palma.

Gleichzeitig ist ein zweiter, nördlicherer Lavastrom kurz davor, das Meer zu erreichen, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. Er sei nur noch 30 Meter von der Steilküste entfernt. Schon vor knapp drei Wochen hatte der Hauptstrom auf seinem Weg durch das Tal von Aridane etwas weiter südlich den Atlantik erreicht und bildet seither eine neue Landzunge im Meer, die bereits 36 Hektar groß ist. Wie schon damals warnten die Behörden erneut, dass sich beim Kontakt der um die 1000 Grad heißen Lava mit dem salzigen Meerwasser giftige Dämpfe bilden könnten.

Vulkan auf La Palma: Erstaunliche Satellitenbilder - Lavastrom verlangsamt sich

+++ 20.45 Uhr: Ein zweiter Lavastrom wird auf der kanarischen Vulkaninsel La Palma entgegen erster Voraussagen am Montag wohl noch nicht das Meer erreichen. Der Strom habe sich deutlich verlangsamt und bewege sich aktuell noch mit einer Geschwindigkeit von zwei Metern pro Stunde vorwärts. Das berichtet der Nachrichtensender RTVE und verweist auf Behördenangaben. Am Sonntag war der Strom noch mit einer Geschwindigkeit von 15 Metern pro Stunde Richtung Meeresklippen geflossen.

Die 1270 Grad heiße Masse sei noch 160 Meter vom Meer entfernt. Es gilt als sicher, dass er früher oder später den Atlantik erreichen und eine neue Landzunge bilden wird. Der Hauptstrom ergießt sich schon seit gut zwei Wochen ins Meer und lässt dort eine neue Landzunge entstehen, die am Montag bereits mehr als 36 Hektar groß war. Darauf passen rund 50 Fußballfelder.

Vulkan auf La Palma: Atemberaubende Satellitenbilder – Kein Flugverkehr am Wochenende

Am Montag wurde unterdessen der Flugbetrieb auf La Palma nach zweitägiger Unterbrechung wieder aufgenommen. Der Flughafen der Insel war am Wochenende zwar weiter betriebsbereit geblieben, doch wegen einer Zunahme der für Flugzeuge gefährlichen Vulkanasche war ein Großteil der Flüge gestrichen worden.

Update vom Montag, 18.10.2021, 8.00 Uhr: Der Vulkanausbruch auf La Palma legt weiterhin den Flugverkehr auf der Kanareninsel lahm. Flugzeuge auf der Insel mussten am Sonntag wegen der Vulkanasche den zweiten Tag in Folge am Boden bleiben, wie ein Flughafensprecher mitteilte. Alle 38 für den Tag geplanten Flüge wurden demnach gestrichen. Am Samstag hatten nur vier der 34 geplanten Flüge starten können.

Derweil könnte ein zweiter Lavastrom am Montag das Meer erreichen und dort eine neue Landzunge bilden. Die 1270 Grad heiße Masse sei rund 200 Meter vom Meer entfernt, teilte das Vulkanologische Institut der spanischen Region (Involcan) am Sonntagnachmittag mit. Der Lavastrom bewege sich Richtung Meeresklippen mit einer Geschwindigkeit von 15 Metern pro Stunde vorwärts. 

Vulkan auf La Palma weiter aktiv: Kaum Hoffnung auf schnelles Ende der Lavaströme

Erstmeldung, vom Sonntag, dem 17.10.2021: La Palma - Neue hochauflösende Satellitenbilder der spanischen Insel La Palma zeigen Lavaflüsse, die sich vom Vulkan an der Bergkette Cumbre Vieja aus auf der Insel ausbreiten. Die Bilder, die am Donnerstag (14. Oktober 2021) von einem Satelliten des US-Erdbeobachtungsunternehmens Maxar Technologies aufgenommen wurden, zeigen eine massive, dunkle und schwere Rauchwolke, die sich vom Vulkankrater aus über die Insel erstreckt. Glühende Lavaströme fließen die Flanke des Gebirges in Richtung Küste hinab und zerstören alles, was sich ihnen in den Weg stellt. 

In der Bildbeschreibung des Naturphänomens auf Twitter heißt es seitens Maxar: „Die Lava bildet ein riesiges Delta an der Küste von La Palma und hat rund 40 Hektar neues Land vom Atlantik eingefordert.“ Indem die Lavaströme mit ihren Oberflächentemperaturen von 500 bis über 1000 °C ins Meer fließen, verfestigen sie sich nämlich zu Vulkangestein und vergrößern somit die Landmasse an den Rändern der Insel auf Kosten der Fläche des Atlantiks.

Schwerwiegender aber für die Menschen auf La Palma sind giftige Gase, die beim Eintritt der Lava ins Meer entstehen. Bei der chemischen Reaktion, die entsteht, sobald die kochend heiße Lava auf Wasser trifft, wird unter anderem Salzsäure freigesetzt. In Gasform ist Salzsäure stark ätzend und für die Atemwege von Menschen und Tieren hochgefährlich. Außerdem können bei Kontakt Verätzungen der Hauroberfläche und Reizungen der Augen auftreten.

Lava des Vulkans auf La Palma trifft auf Meerwasser: Giftige Gase entstehen

Doch damit nicht genug. Donald Bruce Dingwell, Professor für Geo- und Umweltwissenschaften der Sektion Mineralogie, Petrologie und Geochemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, erklärte gegenüber dem RND: „Ein Vulkan enthält viele Gase, von Uran über Fluor bis Schwefel, die zumeist nach oben entweichen. Ein Teil der Gase ist aber auch in der Lava gespeichert, die auf ihrem Weg entgast.“

Sobald die Lava auf Meerwasser trifft, würden weitere, beispielsweise brom-, schwefel- und chlorhaltige, Gase freigesetzt: „Der Grund, warum es so pikant ist, wenn Lava ins Meer fließt, ist, dass durch die Explosionen und die Verdampfung von Meerwasser sehr viele Aerosole gebildet werden. Wenn man in der falschen Windrichtung steht, bekommt man die Aerosole voll ab.“

Die örtlichen Behörden reagierten auf diese Gefahr mit einem Sicherheitsbereich im Umkreis von 3,5 Kilometern. Die Anwohner:innen wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten, um ein Einatmen der giftigen Gase zu vermeiden. Der Umwelt übrigens schade dieser Prozess nicht, so Dingwell. Seit viereinhalb Milliarden Jahren würde Lava ins Meer fließen, dies sei ein „natürlicher Prozess“, welcher der Erde nicht schade – ganz im Gegensatz zu den Menschen vor Ort.

1.817 Gebäude auf La Palma sind der Lava des Vulkans zum Opfer gefallen

Auf Twitter veröffentlichte das Institut für Vulkanologie der Kanarischen Inseln (Involcan) eigene, vom Boden aus gefilmte, Aufnahmen von den Lavaströmen, welche sich an inzwischen verlassenen Häusern vorbei ihren Weg bahnen. In der Beschreibung heißt es: „Unsere Crew war heute dazu in der Lage, einen wahrhaftigen Lava-“Tsunami“ zu filmen.“

Für die einheimische Bevölkerung ist das Spektakel weniger unterhaltsam. Laut dem Copernicus Emergency Monitoring Service der Europäischen Union sind seit Beginn des Vulkanausbruchs am 19. September 2021 1.817 Gebäude der kochenden Lava zum Opfer gefallen. Mehr als 7,3 Quadratkilometer Land sind bereits betroffen, während der Vulkan an der Bergkette Cumbre Vieja immer mehr Lava auf die Insel speit.

Die Eruptionen verstärkten sich am vergangenen Wochenende, nachdem am Samstag (9. Oktober 2021) ein Teil des Kraters des des Vulkans zusammengebrochen war und die Lava anschließend in neue Richtungen ausströmen konnte. Felsbrocken von der Größe eines Wohnhauses rollten den Krater hinab, neue Lavaströme fanden in Windeseile ihren Weg zur Küste des Atlantiks und zerstörten auf ihrem Weg Siedlungen, die vom ursprünglichen Abfluss noch verschont geblieben waren.

Vulkan an der Gebirgskette Cumbre Vieja auf La Palma erstmals wieder ausgebrochen

Nach Angaben des britischen Guardian haben die örtlichen Behörden auf La Palma am Donnerstag (14. Oktober) etwa 300 Menschen angewiesen, ihre Häuser in den Städten Tazacorte und La Laguna zu evakuieren. Nur wenige Stunden Zeit blieben den Betroffenen daraufhin, ihre Habseligkeiten und Haustiere zu retten.

Unterdessen breitet sich die vom Vulkan ausgestoßene Schwefeldioxidwolke über Europa aus und erreicht Höhen von bis zu 5 Kilometern, so der Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS). Es wird erwartet, dass die Gaswolke Europa in den kommenden Tagen von West nach Ost durchquert, so Mark Parrington, leitender Wissenschaftler am CAMS, auf Twitter. 

Der Vulkan an der Gebirgskette Cumbre Vieja war am 19. September 2021 nach rund 50 Jahren Ruhe zum ersten Mal wieder ausgebrochen. Über 20.000 leichte Erdbeben alarmierten Geologen und lokale Behörden in der Woche vor dem Ausbruch des Magmas, das im Inneren des Vulkans aufsteigt. Experten befürchten, dass die Eruptionen noch Monate andauern könnten. (ms/ska/tu/judo/nc mit AFP/dpa/KNA)

Rubriklistenbild: © Spanish Geological and Mining Insitute/ AFP

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