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Vergiftet Putin seinen eigenen Verteidigungsminister? Kreml äußert sich zu Vorwürfen

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Urkaine-News: Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu im Gespräch mit Präsident Wladimir Putin
Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu im Gespräch mit Präsident Wladimir Putin. (Archivbild) © ITAR-TASS/Imago

Nach langem Verschwinden soll der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu im Krankenhaus liegen. Was ist an den Gerüchten dran?

Moskau – Sergej Schoigu gehört in Russland aktuell zu den vielleicht wichtigsten Personen. Mitten im Ukraine-Krieg ist er Verteidigungsminister in Putins Regierung. Umso verwunderlicher waren die Spekulationen Mitte März um den Verbleib des Putin-Vertrauten, als dieser für mehrere Wochen spurlos von der Bildfläche verschwunden war.

Ungewöhnlich für Schoigu, da dieser bis dato regelmäßig im russischen Staatsfernsehen zu sehen war. Nach der zweiwöchigen Abwesenheit des Verteidigungsministers, welche der Kreml mit „gesundheitlichen Problemen“ erklärt hatte, war Schoigu wieder aufgetaucht. Doch nun soll der russische Minister im Krankenhaus liegen. Von einem Giftanschlag ist die Rede.

Ukraine-News: Verteidigungsminister von eigenen Leuten vergiftet?

Die britische Boulevardzeitung Daily Mail spricht von einem Mordanschlag und bezieht sich dabei auf den russisch-israelischen Geschäftsmann Leonid Newslin. Newslin will etwas von einem „schweren Herzinfarkt“ wissen, der jedoch „nicht auf natürliche Weise“ zustande gekommen sein könnte. Stattdessen solle es sich um eine Vergiftung handeln. Beweise dafür kann der Putin-Gegner nicht vorlegen, allerdings werden dem im israelischen Exil lebenden Geschäftsmann enge Verbindungen nach Russland nachgesagt. Newslin selbst war einst ein hochrangiger Angestellter bei dem russischen Erdölkonzern „Yukos“, ehe dieser von der russischen Regierung 2003 liquidiert wurde. Er gehörte damals zu den reichsten Einwohnern Russlands.

Laut dem ukrainischen Innenministerium soll Schoigu den Herzinfarkt im Anschluss an eine Konfrontation mit Staatschef Wladimir Putin erlitten haben. Darüber berichtet die britische Zeitung The Sun auf Facebook. Gerüchte werden laut, die von einer Entzweiung der beiden Staatsmänner spricht. Wurde der wichtige Mann ins Putins Reihen also eventuell Opfer eines Angriffs? Weitere Spekulationen behaupten, dass Schoigu nur abgetaucht sei, um von einem abgelegenen Atombunker im Ural aus die Invasion der Ukraine zu koordinieren. Alle genannten Gerüchte lassen sich bisher nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-News: Kreml äußert sich zu den Vorwürfen

Die Gerüchte um die mediale Abwesenheit des russischen Verteidigungsministers häufen sich. Schoigus zeitweiliges Verschwinden im März hatte bereits für große Unruhe gesorgt. Mitte April folgen nun die nächste Welle an Gerüchten. Damals wie heute weist der Kreml alle Theorien zurück: „Ich möchte diesen Blödsinn nicht kommentieren, weil es eben Blödsinn ist, der auch von den Geheimdiensten der Ukraine verbreitet wird“, sagte Lawrow in einem von dem Ministerium veröffentlichten Interview mit serbischen Journalisten.

Schoigu wurde 2012 zum Verteidigungsminister der Russischen Föderation ernannt. Er ist einer der engsten Vertrauten Putins und seit dem 23. Februrar 2022 auch Leiter der russischen Invasion der Ukraine. Viele Jahre lang galt er als rechte Hand des Staatschefs. Besonders bekannt sind beide für die gemeinsamen Sommerurlaube mit Bärenjagd und Fischfang in Sibirien. (aa mit dpa)

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