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Türchen Nummer 21.

FR-Adventskalender

Vorurteilsfrei und gut gelaunt

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Hinter Türchen Nummer 21 warten ein grimmiger „Kroate“ und ein Nationalismusbehinderter.

Vorurteile gedeihen am besten, wenn man nicht zu viel über das Gegenüber weiß. Der Balkan zum Beispiel – alles Diebe und Einwanderer in unsere Sozialkassen, der wo da her kommt. Nein? Aber woher wissen Sie denn allerlei über den Balkan? Gut, die FR, ja, hier finden sie regelmäßig Berichte aus dem Kosovo, Serbien, Bosnien, Nordmazedonien und so weiter. Also, mehr oder weniger regelmäßig. Aber sonst?

Landauf, landab sparen Medien an der Auslandsberichterstattung, schauen auf viele Weltregionen erst, wenn’s knallt, oder – gefühlt – plötzlich viele Menschen aus einer bestimmten Region in Deutschland nach Schutz fragen. Zum Glück gibt es inzwischen nicht wenige neue Medienformate, die auf Themen und auf Regionen blicken, welche von vielen traditionellen Medien weniger beachtet werden.

Häufig gemacht von Menschen, die einen persönlichen Bezug zu dem Thema oder der Region haben, wie zum Beispiel der Podcast „ballaballa-balkan“. Die Macher der Sendungen über den Balkan sind zwei Journalisten, ihre Selbstbeschreibung lautet: der grimmige „Kroate“ Danijel Majic und der Nationalismusbehinderte Krsto Lazarevic.

Majic war lange FR-Redakteur, wanderte aber zum Hessischen Rundfunk aus; Lazarevic arbeitete als freier Journalist für diverse deutsche Medien und ist jetzt Mitarbeiter des Grünen-Europa-Abgeordneten Erik Marquardt.

Majic und Lazarevic sprechen über aktuelle Entwicklungen in einzelnen Ländern des Balkan, aber auch darüber, wie europäische Medien oder Politikerinnen und Politiker auf die Entwicklungen blicken. Sie legen auch immer wieder den Finger in die Wunde, etwa, wenn sie Frankreichs Präsident Macron in der Podcast-Folge 29 vorhalten, dass er kurzerhand die EU-Aufnahmegespräche mit Nordmazedonien und Albanien blockiert. Sie erklären humorvoll, warum sich die Länder des Balkans in Richtung der EU orientieren, wie die EU sie lockt und dann hinhält.

Die einzelnen Folgen sind garniert mit dem sogenannten News-Flash – Nachrichten aus der Region. Das ganze Programm ist im besten Sinne aufklärerisch, informativ ohne belehrend zu sein, detailreich ohne verwirrend zu sein, mit Anspielungen auf Insiderwissen, die erklärt werden. Vor allem sorgt es für gute Laune. Aber Vorsicht: Verständnis und gute Laune bergen das Risiko, dass Vorurteile verschwinden und man sein eigenes Weltbild infrage stellen muss.

„Ballaballa-Balkan“, zu hören über die App Soundcloud oder unter www.ballaballa-balkan.de

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