Bahnstrecken

Vorschläge für den Nordzulauf

Die Bahn präsentiert am 1. Juli „eine Handvoll“ Trassen.

Mehr als 100 Vorschläge für den Verlauf von zwei neuen Bahngleisen im Inntal zwischen Rosenheim und Kiefersfelden hat DB-Projektleiter Torsten Gruber auf dem Tisch –und es werden immer mehr. Denn zu den Vorschlägen der Bahn kamen in den vergangenen Wochen auch noch Varianten, die von Bürgern vorgeschlagen wurden. Da die Bahn sich nicht vorwerfen lassen will, sie nehme die Anwohner nicht ernst, will sie alle 110 weiteren Bürger-Vorschläge bewerten.

„Wir hatten eine sehr gute Resonanz aus der Region“, sagt Gruber. Es zeige sich, dass im Detail durchaus positive Änderungen möglich seien. So lautet ein Vorschlag, die neuen Gleise „soweit wie möglich“ als Tunnel unter der Inntal-Autobahn A93 zu bauen. Eigentlich geht das nicht, weil die Autobahn während der Tunnelarbeiten lange Zeit gesperrt wäre und nach dem Fernstraßengesetz Bahn-trassen zu Autobahnen 40 Meter Abstand wahren müssen. Die Genehmigung einer Gesamtuntertunnelung sei den Bahn-Planern zufolge also „sehr unwahrscheinlich“. Doch abschnittsweise, über einige Kilometer, will sich Gruber so einer Lösung nicht von vornherein verschließen.

Abgelehnt wurden jedoch Alternativ-Routen jenseits des Inntals. So schlugen Bürger vor, den Tunnel durch den Wendelstein zu führen, oder gleich von Innsbruck aus über Garmisch-Partenkirchen auszubauen. Das sei mit dem Planungsauftrag nicht vereinbar und werde nicht weiter untersucht, sagt Gruber.

Am kommenden Montag will das DB-Büro in Rosenheim „eine Handvoll“ Trassen vorstellen, die dann vertieft untersucht werden. Dazu gehört dann auch eine Kostenschätzung. Im zweiten Halbjahr 2020 werde das Ergebnis vorliegen.

Parallel dazu muss sich Grubers Team um einen Arbeitsauftrag von Bundesver-kehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kümmern. Der Minister hatte im Januar bei seinem von Protesten begleiteten Besuch in Rosenheim zugesichert, es werde auch untersucht, ob die bestehende zweigleisige Strecke ertüchtigt werden könne.

Die Rechnung geht so: Derzeit fahren auf der Strecke im Inntal knapp 200 Güter- und Personenzüge täglich. Maximal machbar sind 240. Würde die Strecke mit dem europäischen Signalsystem ETCS ausgestattet, könnten es wohl 320 Züge täglich sein.

Geprüft werden soll nun auch noch, ob die Bestandsstrecke Ortsumfahrungen erhalten könnte und ob ein Ausbau mit einem dritten Gleis sinnvoll wäre. Es schimmert aber noch eine weitere Groß-baustelle am Horizont. Denn auch weiter im Norden, zwischen Rosenheim und Grafing im Kreis Ebersberg, hat die Strecke nur zwei Gleise. Die konkrete Planung des Ausbaus könne aber erst beginnen, sagt Gruber, wenn klar sei, wo der Ausbau des Brenner-Nordzulaufs ende.

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