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Vom Schaudern und Plaudern

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Von: Boris Halva

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Ed Sheeran.
Ed Sheeran. © dpa

Ed Sheeran ist einer dieser Menschen, die gar nicht anders können als inbrünstig über Liebe zu singen. Und weil sein Herz so groß und warm ist, kann er auch gar nicht anders, als mit all jenen Menschen zu fühlen, die sich fragen: Was machen wir, wenn er eines Tages nicht mehr für uns singt? Wenn er zu den himmlischen Chören gerufen wird, um fortan die Jenseitigen mit seinem Gesang zu entzücken?

Diese Sorgen der Menschen muss ein Vögelchen ans Ohr des blassen Briten getragen haben, der sogleich die besten Architekten des Königreichs um sich scharte und den Bau einer Kapelle auf seinem Anwesen in der Grafschaft Suffolk in Auftrag gab. Das war im Jahr 2019 und geschah einzig aus dem Grund, seinen „aus aller Welt anreisenden Fans einen Ort der Andacht“ zu schaffen, wie es bei der britischen Nachrichtenagentur PA zu lesen war.

Nun ist aber eine Pilgerstätte ohne Reliquien nur halb so anziehend – und weil Schnulzenschmied Eddie offenbar befürchtete, eine schnöde Kapelle könne nicht heilig genug sein für seine Fans, reichte er bei den örtlichen Behörden den Antrag nach, unter der Kapelle eine Familiengruft bauen zu dürfen, in der seine sterbliche Hülle dereinst zur letzten Ruhe gebettet werden solle.

Erstaunlicherweise fanden einige in der Nachbarschaft diese Vorstellung eher gruselig und versuchten, den Bau der zwei auf drei Meter großen unterirdischen Grabstätte zu verhindern. Vergebens. Weil der Zugang durch die Bodenplatte kein eigenes Bauvorhaben sei, hatte die Behörde nichts einzuwenden.

Das Gruft-Gerangel war nicht die erste Unstimmigkeit, die der Weltstar mit seinen Vorstellungen von Wohnkomfort und Gartendeko ausgelöst hat. Rund um seinen Heimatort Framlingham, wo Sheeran aufgewachsen ist, sind nicht nur diejenigen genervt, die Eddie schon in der Schule doof fanden. Auf Sheerans weitläufigem „Mega-Anwesen“ (jawoll!) stehen Bauernhäuser und Scheunen, es gibt dort, wenn wir der Deutschen Presse-Agentur glauben, „einen eigenen Pub, einen Fußballplatz, einen See und ein Kino im Keller“. Manche würfen „ihm wegen seiner hochtrabenden Immobilienpläne vor, den Kontakt zur Realität verloren zu haben“. Und hiermit ist auch klar, worum es eigentlich geht: Neid! Denn was bitte zeigt deutlicher, dass Mister Sheeran einen realistischen Blick auf die Welt hat, als dass er mit zarten 31 schon daran denkt, wie er sich betten will, nachdem der letzte Ton gesungen ist?

Da wir gerade vom realistischen Blick auf die Welt sprechen: Wer ebenfalls nicht den Boden unter den Füßen verloren hat, ist der liebe Thomas Gottschalk . Er hat immer nur getan, was er wirklich gut kann: unterhalten. Was er nicht so gut kann, ist damit wieder aufzuhören, aber das ist jetzt keine Klage, sondern nur eine Feststellung. Zumal wir ja seit kurzem aus der „Bunten“ wissen, dass alles viel, viel schlimmer sein könnte, wenn Thomas Gottschalk nicht schon immer gewusst hätte, dass er „kein großer Trinker“ ist. Da sagen wir mal, dem Himmel sei Dank, denn „ich rede ja nüchtern schon so viel wie Andere betrunken“.

In diesem Punkt, sagte der 71-Jährige dem Magazin, sei er ja ganz anders als sein guter Freund und Kollege Günther Jauch . Der sei „nach einer Flasche Wein ein anderer Mensch“. Er aber nicht (klar!). „Ich trinke aber auch sehr in Maßen, weil ich Angst habe, die Kontrolle zu verlieren und dann noch mehr dummes Zeug zu reden.“ Es ist nur so ein Gefühl, aber vermutlich wird Günther Jauch die nächsten ein, zwei Flaschen Wein lieber ohne seinen guten Freund Thomas trinken. boris halva

Thomas Gottschalk.
Thomas Gottschalk. © Silas Stein/dpa

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