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Zugvögel (Gänse) im Flug bei Linum, Brandenburg.

Mecklenburg

Vogelschützer kritisieren „Jagd-Safaris“

Abschuss bedrohter Gänse in Mecklenburg. Es soll strenger kontrolliert werden.

Naturschützer haben die Landesregierung in Schwerin aufgefordert, Veranstalter von kommerziellen „Vogeljagd-Safaris“ strenger zu kontrollieren. Im Zentrum der Kritik steht ein Unternehmen aus Dargun im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, das den Abschuss von international gefährdeten Wasservögeln in der Peene-Niederung sowie Jagden im Nationalpark organisiert und verkauft. Im Programm ist auch eine viertägige „Gänsejagdpauschale“ für 590 Euro, die neben der Unterkunft direkt an der Peene auch „alle Abschüsse von Grau-, Saat- und Bläßgänsen (inkl. Wildpret)“ enthalte.

Axel Hirschfeld vom Komitee gegen den Vogelmord kritisiert: „Diese Firma hat den Abschuss von Zugvögeln zum Geschäftsmodell gemacht“, und zwar „in einem der wichtigsten Wasservogel-Rastgebiete Deutschlands.“ In der Peene-Niederung überwintert ein großer Teil der Population der international stark gefährdeten Waldsaatgans, deren Bestand in den letzten 20 Jahren um rund die Hälfte abgenommen hat. Während andere Bundesländer den Abschuss von Saatgänsen verboten haben, steht die Art in Mecklenburg-Vorpommern weiter auf der Liste der jagbaren Arten.

Das Komitee gegen den Vogelmord hat nun die Jagdbehörde in Demmin eingeschaltet. „Wir hoffen, dass der Landkreis schnell reagiert und der Firma eine klare Ansage macht“, so Hirschfeld. „Die Freigabe der Jagd auf gefährdete Zugvögel ist nicht nachhaltig und kann von der EU als Verstoß gegen die Vogelschutzrichtlinie gewertet werden.“ (dpa)

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