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Arbeiter werfen auf einer Geflügelfarm Enten in einen mit giftigem Gas gefüllten Behälter.
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In Russland ist erstmals eine Übertragung des Vogelgrippe-Virus H5N8 auf den Menschen festgestellt worden. (Symbolbild)

„Auf mögliche Mutationen vorbereiten“

Vogelgrippe-Virus in Russland: H5N8 erstmals bei Menschen nachgewiesen

  • Tim Vincent Dicke
    vonTim Vincent Dicke
    schließen

Mitten in der Corona-Pandemie wird erstmals beim Menschen das Vogelgrippe-Virus H5N8 nachgewiesen. In der Zukunft könnte der Erreger mutieren.

  • In Russland ist erstmals eine Übertragung des H5N8-Vogelgrippe-Virus auf den Menschen festgestellt worden.
  • Für Vögel ist der Erreger in aller Regel tödlich.
  • Die Behörden schließen mögliche Mutationen in der Zukunft nicht aus.

Moskau – Nach Angaben der Behörden sind in Russland die weltweit ersten Übertragungen des H5N8-Vogelgrippe-Virus auf den Menschen nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sei über diese „wichtige Entdeckung“ bereits informiert worden, äußerte sich die Leiterin der russischen Gesundheitsbehörde, Anna Popowa, am Samstag (17.2.2021).

Vogelgrippe in Russland: H5N8-Virus bei Arbeiter:innen in Geflügelfabrik nachgewiesen

Wissenschaftler:innen des Labors Vektor hätten das Virus bei sieben Menschen in einer Geflügelfabrik in Südrussland nachgewiesen, in der im Dezember bei Tieren die Vogelgrippe aufgetreten war. Popowa sagte im russischen Staatsfernsehen, die infizierten Personen fühlten sich „gut“. Schwerwiegende gesundheitlichen Folgen hätten sie nicht erlitten, insgesamt betrachtet sei die Krankheit mild verlaufen.

Popowa lobte „die wichtige wissenschaftliche Entdeckung“. Die Zeit werde zeigen, ob das Virus weiter mutiere. Da sich der Erreger derzeit offenbar noch nicht von Mensch zu Mensch übertrage, gebe das „der ganzen Welt Zeit, uns auf mögliche Mutationen vorzubereiten und angemessen und rechtzeitig zu reagieren“.

H5N8-Virus für Vögel in aller Regel tödlich

Das Labor Vektor sei bereit, mit der Entwicklung von Testkits zu beginnen, um Ansteckungen beim Menschen zu erkennen, sagte Laborchef Rinat Maxjutow in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Zudem werde das Labor mit der Arbeit an einem Impfstoff beginnen. Zu Sowjetzeiten wurden im Vektor-Labor in der Region Nowosibirsk biologische Waffen entwickelt. Heute steht das Labor hinter einem der drei in Russland zugelassenen Corona-Impfstoffe.

Die auch als Geflügelpest bezeichnete Vogelgrippe tritt sowohl bei Wildvögeln als auch immer wieder in Geflügelbetrieben auf. Auch in Deutschland wurde sie in der Vergangenheit immer wieder nachgewiesen, so Ende vergangenen Jahres bei mehreren Wildvögeln in Norddeutschland. Das Virus H5N8 ist für die Vögel in der Regel tödlich, eine Gefahr für den Menschen wurde bisher nicht angenommen.

H5N8 bei Menschen entdeckt: Infektion über Lebensmittel unwahrscheinlich

Es gibt verschiedene Subtypen von Vogelgrippe-Viren, darunter auch das Virus H5N1*. Erst kürzlich starben 750 Pelikane im Norden Senegals nach einer Infektion mit H5N1. Auch bei Menschen kann der Erreger zu schweren Erkrankungen führen. Die Sterblichkeitsrate liegt dabei bei 60 Prozent.

Der letzte große Ausbruch der Geflügelpest in Deutschland und anderen europäischen Staaten hatte sich im Winter 2016/17 ereignet. In der Bundesrepublik wurden hunderttausende Tiere in Geflügelfarmen gekeult, um das Geschehen einzudämmen. Eine Übertragung der Vogelgrippe-Viren über kontaminierte Lebensmittel wird von Wissenschaftler:innen als unwahrscheinlich angesehen. (tvd/AFP) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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