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Die Lage im Gebäudeinneren war lange unübersichtlich.

Südkorea

Viele Verletzte bei Hochhausbrand

Dicht an der Katastrophe vorbei: 33-stöckiges Gebäude in Südkorea fängt Feuer.

Beim nächtlichen Brand eines 33-stöckigen Hochhauses in der südkoreanischen Küstenstadt Ulsan sind Hunderte von Menschen knapp einer Katastrophe entkommen. Erst nach einem mehr als 15-stündigem Einsatz der Feuerwehr konnte das Feuer am Freitagnachmittag (Ortszeit) unter Kontrolle gebracht werden. Insgesamt seien 93 Menschen einschließlich eines Feuerwehrmanns mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden, berichteten der südkoreanische Rundfunksender „KBS“ und die Nachrichtenagentur Yonhap.

Die meisten Verletzungen seien leicht, viele hätten Brandrauch eingeatmet. Drei Personen hätten aber schwere Verletzungen davongetragen. Ihr Zustand sei kritisch. Über Todesopfer lagen zunächst keine Berichte vor.

Einsturzgefahr unklar

Noch am Vormittag war auf Bildern zu sehen, wie aus den Fenstern in den oberen Stockwerken des Samhwan Art Nouveau-Tower Rauch aufstieg. An mehrere Stellen wurden durch starke Winde immer wieder neue Flammen entfacht. Im Gebäudeinnern suchten die Rettungskräfte weiter nach möglichen Opfern. Es gab aber keine Informationen über Vermisste.

Unklar war, ob eine Einsturzgefahr bestand. Videos zeigten in der Nacht, wie eine Seite des Gebäudes lichterloh in Flammen stand. Das Feuer fraß sich über die Außenseite nach innen, so dass auch aus der anderen Gebäudeseite Flammen nach außen drangen.

In dem als Gewerbe- und Wohnhaus genutzten Tower wohnten südkoreanischen Medien zufolge mehr als 380 Menschen. Wie viele sich zum Zeitpunkt des Unglücks darin aufhielten, war unklar. Die meisten Menschen konnten den Flammen durch aus ihren Wohnungen fliehen. Einige flüchteten aufs Dach und wurden von dort gerettet.

Laut „KBS“ hätte es durchaus eine große Zahl von Opfern geben können. Doch seien die ersten Feuerwehrwagen am Unglücksort gewesen, bevor sich das Feuer weiter ausgebreitet habe. Die Feuerwehr sei von Bewohnern alarmiert worden. Die Brandursache war ebenfalls zunächst ungeklärt. Es wurde angenommen, dass das Feuer kurz nach 23.00 Uhr am Donnerstag im zwölften Stock ausgebrochen war – möglicherweise auf einem Balkon. Ein Bewohner habe einen Notruf abgesetzt und gesagt, er habe gesehen, wie eine Flamme von einer an der Außenseite angebrachten Kühlanlage aufsteige, berichtete die Zeitung „JoongAng Ilbo“.

Das Feuer breitete sich an der Außenseite schnell nach oben hin aus. Die Lage im Gebäudeinnern galt lange Zeit als unübersichtlich. Das Feuer sei plötzlich da gewesen, zitierte die Agentur Yonhap einen Bewohner. „Die Fenster zerbrachen und das Wohn- und Badezimmer stand in Flammen.“ Die Feuerwehr der 1,2-Millionen-Einwohern-Stadt versuchte, die Bewohner so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen.

Die rasche Ausbreitung der Flammen wurde südkoreanischen Medien zufolge möglicherweise durch das an den Fassaden verwendete Material - Aluminiumverbundplatten - begünstigt. Die Füllungen und Klebstoffe seien offensichtlich leicht brennbar gewesen.

Das Unglück erinnert an den Brand des Londoner Grenfell Towers 2017, wo 72 Menschen ums Leben kamen. Vor allem die Fassadenverkleidung aus brennbarem Kunststoff soll das 24-stöckige Hochhaus damals zur Todesfalle gemacht haben. (dpa)

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