Indien

Viele Frauen unter den Opfern

Mehr als 130 Teeplantagen -Arbeiter sterben durch gepanschten Alkohol in Indien.

In Indien ist die Zahl der Toten durch gepanschten Alkohol auf mehr als 130 gestiegen. Seit Samstag seien im nordöstlichen Bundesstaat Assam mindestens 35 weitere Teeplantagen-Arbeiter gestorben, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Zahl der Todesopfer in den Bezirken Golaghat und Jorhat liege mittlerweile bei 133, sagte Assams Vize-Polizeichef Mukesh Agarwala.

Die ersten Menschen laut Polizei am Donnerstag erkrankt, nachdem sie schwarz gebrannten Alkohol getrunken hatten. Die Opfer, unter denen viele Frauen sind, arbeiteten auf Teeplantagen in der Region. Mindestens 200 Menschen wurden am Sonntag noch in Krankenhäusern behandelt. Nach Angaben von Ärzten leiden die Patienten unter starkem Brechreiz, Brustschmerzen und Atemnot.

In den ärmlichen ländlichen Gebieten Indiens wird viel selbst gebrannter Schnaps verkauft, weil er billig ist. Oft wird dem Fusel hochgiftiges Methanol beigemischt, um den Alkoholgehalt zu erhöhen. Große Mengen davon können zu Blindheit, Leberschäden und zum Tod führen.

Im aktuellen Fall wartet die Polizei noch auf Testergebnisse aus dem Labor, wie Vize-Polizeichef Agarwala sagte. Es gab seinen Angaben zufolge aber bereits zehn Festnahmen. Die Behörden beurlaubten zudem zwei Beamte, weil sie keine Vorkehrungen gegen den Verkauf des Alkohols getroffen hätten. Assams Regierungschef Sarbananda Sonowal ordnete eine Untersuchung an.

Jedes Jahr sterben in Indien hunderte Menschen an gepanschtem Alkohol. Erst vor knapp zwei Wochen waren in den nordindischen Bundesstaaten Uttar Pradesh und Uttarakhand mehr als hundert Menschen an gepanschtem Alkohol gestorben. (afp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion