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Shitstorm auf Twitter
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Die Aussagen von Holger Hagenlocher sorgten für einen Shitstorm von VfB-Fans auf Twitter. (Screenshot)

VfB Stuttgart

Machtkampf in Stuttgart: Experte vergleicht Fußball-Fans mit rechtsextremen Proud Boys

  • Tobias Utz
    vonTobias Utz
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Ein PR-Experte sorgt mit einem Vergleich für einen Shitstorm auf Twitter. Kritik gibt es auch am SWR.

  • Ein PR-Experte sorgte mit Aussagen über Fans des VfB Stuttgart für einen Shitstorm.
  • Er verglich Teile der Anhängerschaft mit den „Proud Boys“.
  • Die „Proud Boys“ gelten als militante Rechtsradikale.

Frankfurt/Stuttgart – Während Eintracht Frankfurt in der Bundesliga von Sieg zu Sieg eilt, zeigt sich auch der VfB Stuttgart überraschend stabil in der aktuellen Saison. So erfrischend sich der Aufsteiger auf dem Rasen präsentiert, so pomadig ist das Bild auf der Tribüne. Abseits der Corona-bedingt leeren Ränge tobt ein Machtkampf in den Logen des Vereins: Präsident Claus Vogt gegen Sportvorstand Thomas Hitzlsperger.

Dieser schien am Sonntag (31.01.2021) vorerst beigelegt zu sein, als Hitzlsperger überraschenderweise seine Kandidatur für das Amt des VfB-Präsidenten zurückzog. Am Abend wurde jedoch durch einen Beitrag im „SWR“ neues Öl in das Feuer der Debatte gegossen. In der TV-Sendung „Sport im Dritten“ kam ein Mann zu Wort, der die Anhänger des amtierenden VfB-Präsidenten Claus Vogt mit den rechtsradikalen „Proud Boys“ verglich. Zur Erinnerung: Diese Gruppierung stand rund um die US-Wahl 2020 hinter Donald Trump, ehe dieser gegen Joe Biden verlor und sich die „Boys“ abwandten. Holger Hagenlocher, laut eigener Aussage PR-Berater und Dozent, sagte: „Ich habe [...] die Situation einmal mit Trump verglichen. Und [...] Claus Vogt fühlt sich sehr bestärkt von den Fans, die ihm den Rücken stärken. Und so sind seine Fans, die Stimmung machen, wie die Proud Boys bei Trump.“

Hagenlochers Aussagen lösten bei Twitter einen Shitstorm aus. Zahlreiche Fans des VfB Stuttgart zeigten sich empört. In den Fokus der Kritik rückte dabei nicht nur der Interviewte, sondern auch der TV-Sender der ARD. Der „SWR“ reagierte schließlich am Montag mit einem Statement. „Wir möchten betonen, dass Hagenlochers Aussage nicht der allgemeinen Auffassung der SWR-KollegInnen entspricht. Die Aussage hätte journalistisch eingeordnet werden müssen, das ist nun deutlich klar und wurde intern besprochen“, so der TV-Sender auf Twitter. Hagenlocher selbst sprach im Nachgang von einem „dummen Vergleich“.

VfB Stuttgart setzte jüngst ein Zeichen für Toleranz und Offenheit

Der Aufschrei in den sozialen Netzwerken führte unter anderem dazu, dass die eigentliche Debatte in den Hintergrund rückte. Plötzlich spielten Machterhalt und Wahlkampftaktik kaum eine Rolle. Im Vordergrund stand Grundsätzliches. Eine Anhängerin schrieb beispielsweise bei Twitter: „Ich wehre mich dagegen, als VfB-Fan in die rechte Schwurblerecke gestellt zu werden.“

Der Verein hat sich bislang noch nicht zum TV-Beitrag und den darin enthaltenen Aussagen geäußert, was einige Fans bemängelten. Angesichts der Tatsache, dass der VfB am vergangenen Spieltag durch ein Sondertrikot in Regenbogenfarben ein Zeichen für Offenheit und Toleranz gesetzt hatte, passt das Schweigen im „Ländle“ bislang nicht ins Bild. (Tobias Utz)

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