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Unfall am Vesuv: Tourist klettert in Vulkan-Krater

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Von: Jakob Koch

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Immer wieder kommt es an Sehenswürdigkeiten zu Unfällen – einige enden sogar tödlich. Ein Zwischenfall am Vulkan Vesuv ging für einen US-Touristen nochmal glimpflich aus.

Neapel – Der Vesuv in Italien gilt bei Reisenden als beliebtes Ausflugsziel. Jährlich besuchen zahlreiche Menschen den Vulkan nahe der italienischen Stadt Neapel. Er gilt als der einzige Vulkan auf dem europäischen Festland, der immer noch aktiv ist. Auch ein US-Tourist wollte sich den knapp 1300 Meter hohen Vulkan aus der Nähe anschauen. Diesen Besuch wird er wohl für immer in Erinnerung behalten: Der 23-Jährige fiel beim Versuch, ein Selfie zu machen, in den Krater des Vesuvs. Doch sein Glück: Er konnte gerettet werden.

Was war genau passiert? Lokalen Medienberichten zufolge war der Mann in einen Bereich gelangt, der für Besucherinnen und Besucher eigentlich nicht zugänglich ist. Drei Familienmitglieder hatten den Mann begleitet. Beim Versuch, ein Selfie mit seinem Smartphone direkt am Krater des Vulkans zu machen, ging jedoch einiges schief: Das Gerät fiel dem Mann aus der Hand – es rutschte in den Krater des Vesuvs. Für den Mann aber offenbar kein Grund zum Rückzug: Der 23-Jährige kletterte hinterher.

Unfall am Vulkan: Mann klettert in Krater des Vesuvs

Der US-Tourist verlor jedoch das Gleichgewicht und stürzte 15 Meter tief in den Krater – Glück im Unglück: Er verletzte sich nur leicht. Doch es bestand die Gefahr, dass er weiter in den mehr als 300 Meter tiefen Krater des Vulkans rutschen könnte. Förster des „Vesuvparks“ konnten den Mann in einer schnellen Rettungsaktion bergen, nachdem sie ein Seil hinuntergelassen hatten. Am Ende kam der 23-Jährige mit Abschürfungen und Prellungen davon.

Doch die Geschichte wird noch ein Nachspiel in Form von strafrechtlichen Konsequenzen für die Familie haben, da sie widerrechtlich in öffentliches Gelände eindrang, wie die Polizei mitteilte.

Vesuv, Italien, Krater, Neapel
Der Vesuv in Italien: Der Vulkan befindet sich seit seinem letzten Ausbruch 1944 in einer Ruhephase. © Stefan Rousseau/dpa

Vulkan Vesuv: Letzter Ausbruch im März 1944

Der letzte Ausbruch des Vesuvs ist einige Jahrzehnte her: Im März 1944 wurden knapp 12.000 Menschen evakuiert, 26 kamen zu Tode. Die zwei Städte Massa di Somma und San Sebastiano wurden unter Lavaflüssen begraben. Der bekannteste Ausbruch des Vesuvs geschah im Jahr 79 nach Christus, als der Vulkan die Stadt Pompeji zerstörte. Übrigens: Erst kürzlich entschlüsselten Forscher die DNA von einem Mann, der vor fast 2000 Jahren beim Ausbruch des Vulkans Vesuv getötet wurde.

Vulkan in La Palma wütete monatelang – 1200 Hektar mit Lava bedeckt

Ende 2021 hielt ein Vulkan auf der Insel La Palma die Welt in Atem. Die Bilanz des mit einer offiziellen Dauer von gut 85 Tagen längsten Vulkanausbruchs in der bekannten Geschichte La Palmas ist verheerend: Rotglühend wälzte sich die mehr als 1000 Grad heiße Lava damals durch das dicht besiedelte Tal von Aridane Richtung Meer, wo sich zwei insgesamt rund 50 Hektar große Landzungen bildeten. Die Menschen mussten hilflos mit ansehen, wie fast 2900 Wohnhäuser und andere Bauten sowie große Bananenplantagen, Avocadobäume und Weinreben in Zeitlupe verbrannt wurden. Rund 1200 Hektar sind nun mit einer meterdicken Lavaschicht bedeckt, die nur langsam auskühlt. Die Fläche entspricht rund 1700 Fußballfeldern. Für den Kontakt der Lava mit dem Meer wurdn große Mengen giftiger Gase prognostiziert.

Vulkanausbruch auf Kanareninsel La Palma
Die Lavaströme haben seit dem Vulkanausbruch vor sieben Wochen mehr als 2700 Gebäude zerstört. (Symbolfoto) © Saul Santos/dpa

Teile der Insel wirken wie eine Mondlandschaft, aus der Asche ragen hier und da nur noch die Schornsteine verschütteter Häuser heraus. Mehr als 7000 Bewohnerinnen und Bewohner mussten in Sicherheit gebracht werden, die Schäden werden auf mehr als 900 Millionen Euro geschätzt. Der Ausbruch des Untersee-Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha‘apai in der Südsee Anfang des Jahres führte dazu, dass sich die Insel Tonga durch den Vulkan in eine Mondlandschaft verwandelte. (jkk/dpa)

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