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Eine Lichterkette aus Impfdosen-Fläschchen: Auch die Pandemie wird zur Inspiration für die Weihnachtsbeleuchtung genutzt.
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Eine Lichterkette aus Impfdosen-Fläschchen: Auch die Pandemie wird zur Inspiration für die Weihnachtsbeleuchtung genutzt.

DER FR-ADVENTSKALENDER

Verzaubert von der Lichtlein Schein

  • VonUte Vetter
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Warum Lichterketten so viel mehr sind als bloß Kitsch: Teil 14 unserer Adventsgeschichten

Sie glauben, eine Lichterkette ist eine Lichterkette ist eine Lichterkette? Mitnichten! Es gibt Lichternetze, Lichterschläuche, Lichtervorhänge, Systemketten, Batterielichterketten, Drahtlichterketten, LED-Systeme, Kerzenlichterketten, Profi-Lichterketten … Die Auswahl ist gigantisch, der (finanzielle) Aufwand variabel je nach Gestaltungswunsch.

Die Bandbreite reicht von einigen Euro im Baumarkt bis hin zu mehreren Tausend Euro – und dann viiieeel Arbeit. Denn echte Lichterkettenfans scheuen keinen Aufwand. Die meisten scheinen eh in den USA zu leben, denn dort gibt es den Trend, das komplette Haus samt Vorgarten, Fenstersimse, Terrasse, Garagen, Veranda, Garten, Kamin und Hundehütte zu illuminieren, vermutlich schon, seit ein gewisser Thomas Alva Edison in seiner Erfinderfabrik bei New York anno 1879 die erste Kohlefaden-Lampe herstellte. Irgendwann schwappte dieser Trend ins gute alte Europa und damit bis nach Dunkeldeutschland, wo noch in den 1950er Jahren nur echte Kerzen, kleine Räuchermännchen und Schwibbögen dezent leuchteten und vielleicht mal eine Wunderkerze am Weihnachtsbaum für ein kurzes, zischendes Hallo sorgte.

Weihnachtsrituale

Für die einen ist es die Gans an Heiligabend, für die anderen muss es „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ im Nachmittagsprogramm sein. Wir alle haben bestimmte Geschichten, Filme oder auch Rituale, die zu Weihnachten gehören – und ohne die unsere Adventszeit nur halb so festlich wäre. In diesem Jahr finden Sie im FR-Adventskalender nicht nur die beliebten persönlichen Geschichten, sondern hin und wieder auch Verlosungen. Viel Glück und auf jeden Fall: Frohes Fest! FR

Ich halte es jedenfalls seit meiner Jugend eher mit „Kitsch as Kitsch can“, getreu dem Motto „Viel hilft viel“. In meinem Heim winden sich Lichtergirlanden über Türzargen, ums Radio, strahlen unterm Bett, gehen auf dem Balkon per Zeitschaltuhr an und aus, und vom Herrnhuter Stern erzähle ich auch allen, ob sie es nun wissen wollen oder nicht. Denn der hängt hier auf dem Land nordöstlich vom Mainmetropölchen an vielen Hausfassaden und Kirchtürmen und wenn es windig ist, sieht das Sternengeschaukel besonders romantisch aus.

Diese Sterne heißen nach der Herrnhuter Gemeinde, die ihren Stammsitz im Landkreis Görlitz der Oberlausitz hatte. Der Ort Herrnhut wurde 1722 von den Böhmischen Brüdern, Glaubensflüchtlingen aus Mähren, gegründet. Vom 4. bis 6. Januar 1821 feierte man dort in der Unitäts-Knabenanstalt in Niesky ein Fest zum 50. Jahrestag der Anstalt, als erstmals im Hof ein beleuchteter Stern mit 110 Zacken (nach einem einfachen geometrischen Entwurf gefertigt) aufgehängt wurde.

Wie dem auch sei: In meiner Gegend jedenfalls, wo sich die Leute noch grüßen und jeden Samstag die Bürgersteige kehren, da leuchten Ketten und Sterne überall, äsen glühende Rehlein in Vorgärten, blinken Lichtergebilde wilde Stakkatosignale ins Dunkel hinaus. Kitsch ist eben auch Kunst. Und ist es richtig hässlich, ist es wieder schön. Das nennen Intellektuelle „ironisch gebrochen“.

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