Sichtbare Folgen: ein toter Fisch am Ufer des Flusses Ambarnaya. AFP
+
Sichtbare Folgen: ein toter Fisch am Ufer des Flusses Ambarnaya. 

Russland

Verseuchte Fische

Ölpest bedroht indigene Völker Russlands.

Nach Einschätzung von Experten bedroht die Ölpest am Nordpolarmeer die indigenen Völker im Norden Russlands. Die Katastrophe dürfte dazu führen, dass die Menschen keine Fische mehr fangen können, sagte der Präsident der Vereinigung indigener Minderheiten in Sibirien und im Fernen Osten, Grigori Ledkow, am Dienstag. „Die Menschen müssen gewarnt werden.“ Ledkow befürchtet, dass nach dem Auslaufen von mehr als 21 000 Tonnen Dieselöl verseuchter Fisch gegessen wird. Weil es unmöglich sei, den ausgelaufenen Kraftstoff restlos einzusammeln, müsse laut Ledkow darüber nachgedacht werden, wie der Fisch durch andere Lebensmittel ersetzt werden könne.

Rund 700 Spezialisten kämpfen seit zwei Wochen gegen die Folgen des Unfalls. Sie pumpen Diesel aus Flüssen und Seen und tragen verseuchten Boden ab. Kremlchef Wladimir Putin hatte den Notstand erklärt. Ölsperren sollen verhindern, dass sich der Diesel weiter ausbreitet. Allerdings ist er bereits hinter den Absperrungen nachgewiesen worden.

Der Kraftstoff war Ende Mai ausgelaufen und bedroht nun Teile eines Naturreservates in der Arktis. Die Stützen eines Dieseltanks waren im Erdboden abgesackt. Russlands Umweltminister Dmitri Kobylkin nannte den Temperaturanstieg als eine Ursache für den Unfall. Das Werk gehört zum Konzern Nornickel, einem der weltgrößten Nickelproduzenten. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare