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Verpasst und vergessen

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Von: Boris Halva

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Star-Geiger David Garrett: „Das mit den Klassenfahrten hat mich schon traurig gemacht.“
Star-Geiger David Garrett: „Das mit den Klassenfahrten hat mich schon traurig gemacht.“ Jens Kalaene/dpa © Jens Kalaene/dpa

Von Stargeigern, die als Kind nicht auf Klassenfahrt durften, und Drogendealern, die beim nächsten Mal sicher besser aufpassen.

Alles im Leben hat seinen Preis. Und wer weiß, hätte David Garrett nicht so viel an der Geige üben müssen, würde ihn heute möglicherweise mit jedem neuen Rentenbescheid eine tiefe Traurigkeit überkommen. Aber da der 42-Jährige mit seiner Musik bis heute ziemlich erfolgreich ist, schleicht sich das Bedauern eben über andere Wege in sein glamouröses Leben. Etwa, wenn er daran denkt, dass er tagein, tagaus die Saiten zupfen musste, während sich seine Mitschüler:innen auf Klassenfahrten die Nächte um die Ohren schlugen. „Das mit den Klassenfahrten hat mich schon traurig gemacht“, sagte Garrett jetzt der Süddeutschen Zeitung. „Gerade als mein älterer Bruder nach Südfrankreich fuhr mit seinen Freunden.“ Denn, so Garrett: „Das durfte ich nicht.“ Immerhin weiß er heute, was ihm damals gefehlt hat: eine gewisse Widerspenstigkeit. „Ich war so jung, dass ich mich nicht über meine Eltern hinwegsetzen konnte. Das hat mich geärgert.“

Geärgert haben dürfte sich auch ein 22-Jähriger , als er bemerkte, dass er seinen Rucksack im Hauptbahnhof Braunschweig vergessen hatte. Also rief er am Sonntagmorgen bei der Bundespolizei an und fragte nach, ob sein Rucksack dort abgegeben worden sei. Die dortigen Diensthabenden wiederum fragten bei der Deutschen Bahn nach, wo der Fund des Rucksacks bestätigt wurde. Als die Bundespolizisten den Rucksack öffneten, staunten sie nicht schlecht, fanden sie darin neben einem Beutel Marihuana eine Dose mit weißem Pulver, das sich nach einem Drogenschnelltest als Amphetamine entpuppte.

Der Mann wurde über den Fund seines Rucksacks informiert und erschien auf der Wache der Bundespolizei. Dort identifizierte er den Rucksack – und staunte nicht schlecht, als sich die Stimmung schlagartig wandelte und er statt seines Stoffs eine Strafanzeige wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln überreicht bekam. „Vermutlich habe er gehofft, dass die Bundespolizisten sich den Inhalt nicht angeschaut hätten“, hieß es in der Polizeimeldung von Montag. Vielleicht hätte der 22-Jährige es so machen sollen wie so manch berühmte Persönlichkeit: Es erstmal dabei belassen, sich hin und wieder dem Selbstmitleid hingeben – und dann einfach weitermachen. boris halva

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