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Sinnloser kann ein Überweg kaum angelegt sein.

Kaum zu glauben

Zebrastreifen-Irrsinn: Welt lacht über kuriose Aktion - das steckt wirklich dahinter

Zebrastreifen-Irrsinn in Hessen: Die Welt lacht über eine kuriose Markierungsaktion. Was wirklich dahinter steckt.

Update, 2. August, 15.09 Uhr: Die Invasion der Zebrastreifen in einem Gewerbegebiet in Ober-Roden geht möglicherweise auf ein Missverständnis zurück. Eine Markierungsfirma hatte etwa 40 gelbe Zebrastreifen auf die Fahrbahn geklebt. Die Telekom verlegt in dem Gebiet zehn Kilometer Glasfaserkabel.  

„Die Firma hat alles richtig gemacht“, sagt ein Telekom-Sprecher, „sie hat lediglich die verkehrsrechtliche Anordnung der Stadt Rödermark befolgt, nach der im Baustellenbereich etwa alle 50 Meter ein Fußgängerüberweg angelegt werden muss.“

Die Stadtverwaltung ging nach eigener Auskunft davon aus, dass die Markierung je nach Baufortschritt abschnittsweise erfolge. Es sei wohl „Auslegungssache“, zu welchem Zeitpunkt wie viele provisorische Übergänge geklebt werden.

Posse: Zebrastreifen endet an Hauswand

Erstmeldung, 1. August, 3 Uhr: Ober-Roden – Anlieger wundern sich zu Recht im hessischen Rödermark (Kreis Offenbach) über die Flut der gelben Überwege. Zum Beispiel in der Carl-Zeiss-Straße, Höhe Johann-Friedrich-Böttger-Straße, sind manche von ihnen nur wenige Wagenlängen voneinander entfernt.

Es wurden im Radius von (geschätzt) einem Kilometer aber nicht nur an die 40 Zebrastreifen auf die Straßen geklebt. Obendrein verlaufen einige von ihnen vollkommen sinnlos. Etwa in der Otzbergstraße unweit der S-Bahnlinie. Dort hätten der Unsinn und die Markierungs-Wut spätestens ein Ende haben können, sofern jemand mitgedacht hätte. Denn ein Überweg endet direkt an der Wand eines Gebäudes.

Markierungs-Irrsinn in Rödermark: Hintergrund sind Arbeiten der Telekom

Hintergrund der Markierungsarbeiten sind Stadt-Sprecher Heiko Friedrich zufolge Arbeiten der Telekom. Sie verlegt in dem Gebiet Glasfaserkabel für ein schnelles Internet. Dazu werden auch Bürgersteige aufgegraben – wie gestern aktuell in der Albert-Einstein-Straße. Um während der Bauarbeiten auf den Gehwegen für Fußgänger den erzwungenen Wechsel auf die andere Straßenseite abzusichern, wurden die Zebrastreifen großzügig aufgeklebt.

In der Carl-Zeiss-Straße liegen die neuen Überwege zuweilen nur einige Fahrzeuglängen auseinander.

Zebrastreifen laufen ins Leere: Genehmigung liegt vor

Im städtischen Ordnungsamt hieß es gestern, die Genehmigung seitens der Stadt dafür liege vor. Die Telekom habe – den Vorschriften folgend – eine Verkehrsabsicherungsfirma mit den Markierungsarbeiten beauftragt. Die Genehmigung sei erteilt worden, ohne über die genaue Anzahl der Überwege zu reden. Stadt-Sprecher Heiko Friedrich führt die Invasion der Fußgängerfurten auf ein Missverständnis zurück. Die Markierungsfirma habe die Pläne verwechselt. Irrtümlich sei gemäß den Leitungsplänen markiert worden und nicht nach Skizzen, auf denen lediglich die Zebrastreifen eingezeichnet sind. Könnte bedeuten: Überall dort, wo Glasfaserkabel in der Erde unter dem Asphalt von der einen auf die andere Straßenseite geschossen wird, wurde ein Übergang auf die Fahrbahn geklebt. 

In der Albert-Einstein-Straße wurde gestern gebuddelt.

Entfernung von Markierungen 

Als die Markierungsfirma sich dann auch auf Straßen austobte, in denen die Telekom gar nicht zu Gange ist, stoppte das Ordnungsamt die überspannte Aktion gestern. Auslöser waren Markierungsarbeiten in der Dieburger Straße, Höhe der Agip-Tankstelle und Jaques Weindepot. Das Ordnungsamt möchte veranlassen, dass einige der Zebrastreifen entfernt werden. Dann hat Ober-Roden nicht mehr die höchste Überweg-Dichte in der ganzen Bundesrepublik. Die Pressestelle der Telekom kündigte gestern an, den Fall selbst recherchieren zu wollen. Eine Stellungnahme werde dann folgen.

von Bernhard Pelka

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