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Verfluchter Montagmorgen

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Bildnummer: 53407996  Datum: 03.12.2008  Copyright: imago/blickwinkel
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Bildnummer: 53407996 Datum: 03.12.2008 Copyright: imago/blickwinkel junge Geschaeftsfrau ist ueber der Arbeit zusammengebrochen und liegt mit losen Blaettern am Boden young dropped businesswoman lying with several chits of paper on the floor BLWS192073 kbdig 2008 hoch Person Personen Einzelperson Einzelpersonen 1 Person eine PersonLeute Weisse hellhaeutig weiss weisse Hautfarbe Model posieren Pose Posen Mensch Menschen Erwachsene Frau Frauen Twen Twens 20-30 Jahre jung Beruf Berufe Berufswelt Arbeit Arbeitsleben Arbeitswelt Business Geschaeftsfrau Geschaeftsfrauen Buero Bueroangestellte arbeiten Bueroarbeit Sekretaerin Sekretaerinnen liegen liegend Bauchlage auf dem Bauch auf dem Bauch liegen auf dem Bauch liegend Zettel Notizzettel Emotion Emotionen Gefuehl Gefuehle Stress stressig Erschoepfung erschoepft muede geschafft kaputt ausgelaugt ausgepowert Frontalansicht Vorderansicht von vorne frontal innen drinnen Innenaufnahme Innenaufnahmen Hochformat stuerzen stuerzend hinfallen hinfallend Verzweiflung verzweifelt Weitwinkelaufnahme Weitwinkelaufnahmen Weitwinkel-Aufnahme Weitwinkel-Aufnahmen Weitwinkel Weitwinkelfoto Weitwinkelfotos Weitwinkel-Foto Weitwinkel-Fotos persons one person single person single persons peoples individual individuals Caucasian Caucasians Whites light-skinned white posing posed attitude woman women human being human beings adult adults grown-up grown-ups 20-30 years young job jobs profession professions commerce business person business persons businesswoman businesswomen saleslady salesladies clerk clerks office worker office workers working office work secretary secretaries lying face-down position prone position lying on the belly memo chit chit of paper chits chits of paper emotions feeling feelings exhaustion exhausted tired worn out fatigued weary burnt out front view from the front indoor photography indoors vertical format falling dropping despair hopeless desperate wideangle photography wide-angel photography wide angel photograp © imago stock&people

Na, auch so schwer aus dem Bett gekommen nach dem Wochenende? Was den ersten Tag der Woche so besonders macht - und wie man ihn erfolgreich übersteht.

Von Giulia Bachmann

Der Wecker klingelt gefühlt noch mitten in der Nacht, die Dusche ist viel zu kalt und die Kaffeemaschine streikt. Im Radio ertönt der gut gemeinte Motivationsruf: „Nur noch fünf Tage bis zum Wochenende“ – es ist schon wieder Montag. 85 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland kennen dieses Gefühl. Sie gaben in einer Studie an, montags mit schlechter Stimmung in die Woche zu starten und wenig Lust auf Ihren Job zu haben. Aber was ist eigentlich dran am „Montagsblues“? Ist er nur Einbildung oder gibt es ihn wirklich?

Die Manpower-Group, ein globaler Personaldienstleister, ist sich sicher, dass es ihn gibt. Immerhin gaben 85 Prozent der Befragten ihrer Studie „Arbeitsmotivation 2016“ an, unter diesem Phänomen zu leiden. Und nicht nur das – montags passieren bei der Arbeit und auf dem Weg dorthin mehr Unfälle als an den übrigen Tagen. Seit Jahren ist das so, wie die Statistiken zeigen. Für 2015 registrierte die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) mehr als 20 000 Arbeits- und Wegeunfälle, die sich an einem Montag ereigneten. Im Verlauf der Woche ging die Zahl stetig zurück. Die Statistik berücksichtigte dabei jedes Missgeschick, das mehr als drei Tage Arbeitsunfähigkeit nach sich zog.

Startschwierigkeiten nach dem Wochenende

Besonders hoch waren die Zahlen am Montagmorgen und das nicht nur auf dem Weg zur Arbeit, sondern auch im Büro oder Betrieb. „Das deutet darauf hin, dass sich hier die sogenannte Montagsmüdigkeit bemerkbar macht“, erklärt Jutta Lamers, Präventionsleiterin des BGW. „Viele Menschen schlafen am Wochenende später und länger als unter der Woche. Dadurch verschiebt sich die innere Uhr.“ Der Körper gerate eventuell in Startschwierigkeiten, wenn der Tag montags wieder früher beginnen soll. Erschwerend käme für manche hinzu, dass sie gerade am Sonntagabend schlechter einschlafen könnten. Sei es, weil sie einfach noch nicht müde sind oder weil der bevorstehende Wochenanfang sie innerlich unruhig macht.

Eine weitere Gefahr lauert zu Wochenbeginn auf der Arbeit – montags werden die meisten Kündigungen ausgesprochen. Rund 30 Prozent davon erhalten Arbeitnehmer dann. Danach sinkt die Prozentzahl stetig mit einer herausstechenden Ausnahme: an Dienstagen sind es nur 8 Prozent. Das ermittelte 2014 die Wirtschaftskanzlei Eversheds Deutschland nach einer Auswertung von insgesamt 512 Kündigungsverfahren. 70 Prozent der Kündigungen waren demnach betriebsbedingt. Die Anwälte vermuten, dass der Montag hierbei ganz bewusst gewählt wurde. Arbeitgeber könnten so verhindern, dass der Betriebsrat sich über das Wochenende intensiv mit den Kündigungen beschäftigt.

Aber auch ohne Kündigung erscheinen viele Arbeitnehmer zu Beginn der Woche nicht auf der Arbeit. Einer Studie des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) zufolge werden am Montag mit Abstand die meisten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (kurz: AU-Bescheinigungen) beim Arbeitgeber eingereicht. 35 Prozent waren es 2014. Laut einer weiteren Umfrage des Verbandes 2012 kennen immerhin 40 Prozent der Deutschen jemanden, der solche eine Krankmeldung eingereicht hat, obwohl er nicht krank war oder anders: jemanden, der „blau gemacht“ hat.

Dirk Rennert, Projektleiter Gesundheitsberichterstattung des BKK Dachverbandes, relativiert diese Ergebnisse jedoch: „Der ‚blaue Montag‘ existiert insofern nicht, als dass er in der Statistik durch die medizinische Versorgung getriggert wird. Da an den Wochenenden die Arztpraxen in der Regel geschlossen haben und im Krankenhaus keine AU-Bescheinigungen ausgestellt werden dürfen, verlagert sich der Beginn einer Krankschreibung auf den Montag, obwohl er eigentlich schon am Wochenende beginnt.“

Aber warum wird man eigentlich gerade dann krank, wenn man endlich frei hat? Während der Körper unter Stress steht, wird vermehrt das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet, um dem Körper Energie zur Verfügung zu stellen. Dabei schwächt das Hormon jedoch unser Immunsystem. Sobald die Entspannungsphase beginnt und das Cortisol zurückgeht, tritt häufig eine Immunreaktion ein – man wird krank. So ist also weder Urlaub noch Wochenende der Grund für die Krankheit, sondern vielmehr der Stress unmittelbar davor.

Ruth Enzler Denzler, Psychologin, Coach und Autorin des Buches „Keine Angst vor Montagmorgen“ erklärt, warum viele Menschen den Wochenanfang scheuen. Während man am Wochenende selbstbestimmt und frei über seine Zeit entscheiden konnte, muss man montags erneut in das Hamsterrad steigen und sich an die Abläufe und Geschwindigkeiten der Arbeit anpassen: „Die Entfremdung der Arbeit schreitet immer weiter fort. Viele Menschen sehen den Sinn nicht mehr in ihren erbrachten Leistungen und fühlen sich als kleines Zahnrad in einem großen Getriebe“.

Auch der Begriff „Work-Life-Balance“ sei ihrer Meinung nach ein Unwort. Eine Balance zwischen Arbeit und Leben zu finden, bedeute, dass Arbeit nicht Teil des Lebens sei. Sie geht soweit zu sagen, dass man sich damit während der Arbeitszeit als „ein bisschen“ tot bezeichne und erst nach Feierabend oder am Wochenende wieder auflebe. Eben dieses Leben verlässt man also am Montagmorgen und genau davor hätten viele Angst.

Enzler Denzler rät dazu, achtsamer zu leben. Man solle das Wochenende genießen, in das Jetzt eintauchen und sich nicht mit der Arbeit beschäftigen. Probleme solle man dann lösen, wenn sie wirklich eintreten und sich nicht durch Befürchtungen herunterziehen lassen. Am Montag selbst sollte man sich in eine gute Stimmung versetzen – ob durch die Lieblingsmusik oder Joggen am Morgen, das bleibe eine individuelle Entscheidung.

Um nach dem Wochenende wieder in den Arbeitsrhythmus zu finden, braucht jeder Mensch ab und an kleine Motivationsschübe. Das zeigt auch die Studie der Manpower-Group. Dabei falle es vor allem den Menschen leichter, in die Arbeitswoche zu starten, die sich mit ihrer Tätigkeit identifizieren und Sinn in ihrer Arbeit sehen. Die Befragten nannten auch ihre eigenen Tipps und Tricks gegen den Montagsfrust: Die gängigste Strategie sei demnach die Verdrängung – für 41 Prozent heißt es montags „Augen zu und durch“. Am Wochenende nicht an die Arbeit zu denken und auch keine E-Mails zu überprüfen hilft 32 Prozent der Befragten. Weitere 31 Prozent versüßen sich den Arbeitsweg mit ihrer Lieblingsmusik. Jeder vierte versucht es mit viel Schlaf am Wochenende und gönnt sich durch frühes Aufstehen am Montag mehr Zeit. Die Studie zeigt aber auch: Immerhin 15 Prozent der Deutschen kennen keinen Montagsfrust. Für sie ist es ein Tag wie jeder andere.

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