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Der Weihnachtsmann (rechts), wie er angeblich seine Erlaubnis für das Tragen einer verdeckten Handfeuerwaffe beantragt.
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Dieses Foto aus den USA sorgt auf Twitter für Empörung. Der Weihnachtsmann (rechts), wie er angeblich seine Erlaubnis für das Tragen einer verdeckten Handfeuerwaffe beantragt.

Nach Amoklauf in Michigan

USA: Auch der Weihnachtsmann ist jetzt bewaffnet

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Kurz nach einem tödlichen Amoklauf in den USA löst ein Bild der Polizei in Colorado Empörung aus. Es soll den Weihnachtsmann zeigen, der gerade eine Waffen-Erlaubnis beantragt.

Colorado Springs – In den USA ist sogar der Weihnachtsmann lieber mit einer Waffe unterwegs. Das scheint zumindest das Sheriff-Büro vom El Paso County im Bundesstaat Colorado vermitteln zu wollen.

„Ratet mal, wer heute gekommen ist, um seine Erlaubnis zum verdeckten Tragen einer Schusswaffe abzuholen?“, schrieb die Behörde am Freitag (03.12.2021) bei Twitter. Anbei ein Foto, das einen älteren Herren mit weißem Bart und weihnachtlicher Kleidung zeigt.

USA: Werbung für Waffen-Erlaubnis mit Weihnachtsmann geht nach hinten los

„Wusstet ihr, dass das Sheriff-Büro des El Paso Countys 49.750 dieser Erlaubnisse erteilt hat und 2560 noch darauf warten, erteilt zu werden?“, heißt es weiter. Dazu teilte die Behörde einen Link zu einer Anleitung, wie man sich um die Erlaubnis, eine verdeckte Waffe zu tragen, bewirbt.

Dass die Polizei mit dem Weihnachtsmann für die Beantragung der Lizenz wirbt, fanden die meisten Twitter-Nutzer:innen allerdings nicht sonderlich witzig. Viele forderten die Behörde auf, das Bild zu löschen. Vor allem der Zeitpunkt des Beitrags sorgte für Fassungslosigkeit. Erst Ende November hatte ein 15-Jähriger in Michigan vier Mitschüler erschossen und sieben weitere verletzt.

„Ich sitze hier mitten in Oxford, Michigan, und warte bis die Mahnwache beginnt, um die vier Schüler zu würdigen, die durch eine Waffe getötet wurden, die in die Schule geschmuggelt wurde. Aber unbedingt, erzählt Kindern, dass der Weihnachtsmann eine verdeckte Waffe trägt.“

Kurz nach Amoklauf in Michigan: Polizei-Tweet sorgt für Sturm der Entrüstung

Eine andere Nutzerin schrieb: „Die Familien der in Oxford abgeschlachteten Kinder würden gerne ein paar Worte sprechen. Meine Tochter, deren bester Freund wegen einer selbst zugefügten Schusswunde um sein Leben kämpft, ebenfalls. Es gibt einen Grund dafür, dass das weiterhin passiert.“ Zudem fand in Colorado mit dem Amoklauf an der Columbine High School eines der schwersten Massaker an einer Schule in der US-Geschichte statt.

„Ihr wollt mir erzählen, dass der Weihnachtsmann eine verdammte Waffe bei sich hat?“, schrieb ein weiterer Nutzer. „Soll ich dieses Bild meinem Kind zeigen? Wird es den Weihnachtsmann dann mehr lieben? Für wen ist dieser Tweet gedacht?“

Die Behörde rechtfertigte sich. „Das EPSO wollte nur unser Personal bei der Arbeit zeigen und nicht unsensibel sein. Der Weihnachtsmann hängt mit dem Monat Dezember zusammen und wir dachten, dass er helfen würde und unserem hart arbeitenden Personal Anerkennung verleiht.“

Auch die Reaktion von Trevor Noah ließ nicht lange auf sich warten. Der Comedian und Moderator der „Daily Show“ stellt sich offenbar vor, wie der Weihnachtsmann aus Colorado am ersehnten Tag im Dezember durch den Kamin kommt – und zitiert dazu das berühmte Weihnachtslied „Santa Claus Is Comin‘ To Town“ („Der Weihnachtsmann kommt in die Stadt“). Die Textpassage „Pass lieber auf, heul lieber nicht rum. Schmoll besser nicht, ich sag dir warum‘ fühlt sich auf einmal ganz anders an.“

USA: Republikaner posiert nach Amoklauf in Michigan mit Familie und Waffen

Einen Tag nach dem Post des Sheriff-Büros in Colorado teilte der Republikaner Thomas Massie ein Familienfoto vor dem Weihnachtsbaum – mitsamt Waffen. „Frohe Weinachten! P.S.: Santa, bring bitte Munition mit.“

Das Waffenrecht ist in den USA nach wie vor ein heiß diskutiertes Thema. Obwohl Joe Biden Präsident ist und seine Demokraten die Mehrheit im Kongress haben, ist eine Verschärfung der Gesetze in nächster Zeit nicht zu erwarten. Laut dem „Gun Violence Archive“ sind in den USA allein im Jahr 2020 19.380 Menschen durch eine Schusswaffe getötet worden, Selbstmorde nicht eingerechnet. (lrg)

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