Tote in Wisconsin

Donald Trump verteidigt Todesschützen von Kenosha

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Ein Staatsanwalt erklärt, dass der 17-jährige Schütze von Kenosha nicht aus Selbstverteidigung handelte. Präsident Donald Trump sieht das anders.

  • Polizeigewalt in den USA: Polizisten schießen dem Schwarzen Jacob Blake in den Rücken.
  • Bei den anschließenden Protesten in Kenosha werden zwei Menschen erschossen.
  • Der Polizei wird vorgeworfen, mit der rechten Bürgerwehr zusammenzuarbeiten

Update vom Dienstag, 01.09.2020, 05.00 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat erneut Kyle R. verteidigt, der bei einem Protest gegen Rassismus in der Stadt Kenosha zwei Menschen erschossen haben soll. Trump suggerierte, dieser habe in Notwehr gehandelt: Die Demonstranten hätten ihn „sehr gewalttätig“ angegriffen und er „wäre wohl getötet worden“, sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Die Untersuchungen liefen noch, fügte er hinzu. Trump wollte die Stadt in Wisconsin am Dienstag besuchen - obwohl ihn der demokratische Gouverneur des Bundesstaats und der Bürgermeister gebeten haben, nicht zu kommen.

In Kenosha wollte Trump unter anderem Vertreter der Sicherheitskräfte treffen. Die Familie von Blake, der nach Angaben seiner Angehörigen nach den Schüssen der Polizei gelähmt bleiben wird, wollte Trump nicht treffen. Sie hätten darauf bestanden, nur im Beisein eines Anwalts mit ihm zu sprechen, sagte er.

Kenosha: Tödliche Schüsse bei Protest keine Selbstverteidigung

Update vom Montag, 31.08.2020, 16.45 Uhr: Der Polizei wird im Zuge der gewaltsamen Proteste in Kenosha und Portland vorgeworfen, mit rechten und bewaffneten Bürgerwehr-Gruppen zu kollaborieren, wie die „Washington Post“ berichtet. In vielen Fällen zeigten die Beamten offen Unterstützung für die Gegenproteste von „Black Lives Matter“, der polizeitreuen „Blue Lives Matter“-Bewegung. Ein Video zeigt, wie die Polizei dem 17-Jährigen Täter - der bei den Protesten in Kenosha später zwei Leute erschoss - und weiteren bewaffneten Personen für ihren Einsatz dankt. In einigen Countys sollen Sheriffs die Leute dazu ermutigt haben, Einbrecher und Plünderer selber zu erschießen.

Ein Demonstrant von „Black Lives Matter“ (links) und der polizeitreuen „Blue Lives Matter“-Bewegung in Kenosha, Wisconsin.

Kenosha (USA): Täter kann nicht aus Selbstverteidigung gehandelt haben, erklärt Staatsanwalt

Eine mögliche Verteidigung der Anwälte des 17-jährigen Schützen von Kenosha - dass er aus Selbstverteidigung gehandelt habe - könne durch die Videoaufnahmen der Tat widerlegt werden. Das behauptet der Staatswanwalt für Palm Beach County (Florida) in einem Interview mit dem Fernsehsender „MSNBC".

„Bedenken Sie dabei, dass er die Nacht der Gewalt erst in Bewegung gesetzt hat“, sagte Dave Aronberg. „Er war derjenige, der eine Staatsgrenze überquert hat, mit einer Waffe, die er nicht hätte besitzen dürfen; der vor einem Parkplatz Wache stand, obwohl ihm niemand gesagt hat, dort Wache zu halten. Er war der ursprüngliche Aggressor.“ Aufgrund dessen habe der 17-Jährige nicht aus Selbstverteidigung handeln können, es sei denn er hätte seinen Widersachern klar gemacht, dass er sich aus dem Kampf zurückzieht, oder dass exzessive Gewalt gegen ihn angewendet wurde. Eine Person griff ihn mit einem Skateboard an. Deshalb sei das hier nicht der Fall.

Der Staatsanwalt erklärt, dass in diesem Fall entweder ein Mord zweiten Grades oder ein Totschlag bestehe. Der Täter, der bei den Protesten in Kenosha zwei Menschen tödlich erschoss, könnte 60 Jahre im Gefängnis verbringen, so Aronberg. Zudem hält er es für bedenklich, dass zur Unterstützung des Täters Geld gesammelt wird.

Kenosha (USA): Jacob Blake nach Schüssen nicht mehr ans Krankenhausbett gefesselt

Update vom Samstag, 29.08.2020, 14.56 Uhr: Der nach Polizeischüssen in Kenosha (Wisconsin) gelähmte Afroamerikaner Jacob Blake wird nach Angaben seines Anwalts nicht länger an sein Krankenhausbett gefesselt. Polizisten hätten Blake die Handschellen abgenommen, sagte sein Anwalt Patrick Cafferty am Freitag (28.08.2020). Auch sei die polizeiliche Bewachung des 29-Jährigen eingestellt worden.

Kenosha (USA): Berichte über Maßnahmen der Polizei sorgen im Fall Jacob Blake für Empörung

Berichte darüber, dass Blake trotz seiner schweren Verletzung an sein Bett gefesselt worden war, hatten zusätzliche Empörung über den Fall des von sieben Polizeikugeln in den Rücken getroffenen Schwarzen ausgelöst. Laut Cafferty hatte die Polizei die Maßnahmen wegen eines offenen Haftbefehls im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt im Juli ergriffen. Er habe bei der Staatsanwaltschaft erreicht, dass dieser Haftbefehl nun fallengelassen werde.

„Vor fünf Minuten sind die Handschellen bei Mister Blake entfernt worden und die Beamten haben sein Zimmer verlassen“, sagte der Anwalt laut einem Bericht des „Wisconsin State Journal“ am Freitagmittag.

Warum haben sie diesen kalten Stahl am Knöchel meines Sohnes?“ - Blake offenbar ans Krankenbett gekettet

+++ 19.45 Uhr: Der durch Polizeischüsse in den Rücken schwer verletzte Jacob Blake wird offenbar im Krankenhaus an sein Bett gefesselt. „Warum haben sie diesen kalten Stahl am Knöchel meines Sohnes?“, fragte Blakes Vater am Freitag im Nachrichtensender CNN. „Er kann nicht aufstehen, er könnte selbst dann nicht aufstehen, wenn er es wollte.“

Blakes Onkel sprach von einer „Beleidigung“. „Er ist gelähmt und kann nicht laufen, und sie ketten ihn an das Bett. Warum?“

Der Gouverneur des Bundesstaats Wisconsin, Tony Evers, hatte bereits am Donnerstag Unverständnis über die Sicherheitsmaßnahme gezeigt. „Ich persönlich verstehe nicht, warum das notwendig sein sollte“, sagte der US-Demokrat. „Ich würde mir wünschen, dass wir einen besseren Weg finden würden, ihm bei der Genesung zu helfen.“ Das Festketten erscheine ihm wie „schlechte Medizin“.

Kenosha in den USA: 17-Jähriger wegen zweifachen Mordes angeklagt

Update vom Freitag, 28.08.2020, 16.30 Uhr: Nach den tödlichen Schüssen bei Protesten gegen Polizeigewalt in der US-Stadt Kenosha (Wisconsin) ist ein zuvor festgenommener 17-Jähriger wegen zweifachen Mordes angeklagt worden. Kyle R. werden außerdem ein Mordversuch und unerlaubter Waffenbesitz zur Last gelegt. Dies geht aus Gerichtsunterlagen hervor.

In Kenosha waren in der Nacht zum Mittwoch (26.08.2020) zwei Menschen getötet und einer verletzt worden. Zumindest der Zwischenfall, bei dem eine Person erschossen und eine weitere verletzt wurde, ist auf Video festgehalten.

Tödliche Schüsse in Kenosha: 17-jähriger Kyle R. soll Trump-Fan sein

Die Online-Zeitschrift „Vice“ berichtet unter Berufung auf ehemalige Klassenkameraden, dass der 17-Jährige schon zu Schulzeiten ein großer Fan Donald Trumps und der US-Polizei gewesen sein soll. Er habe es geliebt, Liberale und Linke zu provozieren. Einige seiner Klassenkameraden sollen bereits früher im Spaß gesagt haben, dass er eines Tages mehrere Menschen erschießen werde. „Ich persönlich glaube, er ist nach Wisconsin gegangen, um zu töten“, so ein Ex-Klassenkamerad gegenüber „Vice“.

Kenosha: 17-Jähriger erschießt zwei Menschen und gibt zuvor Interviews

+++ 17.00 Uhr: Über die Vorfälle in Kenosha (Wisconsin) und den Verdächtigen, der auf den Demonstrationen in Kenosha in der Nacht zum Mittwoch (26.08.2020) zwei Menschen erschossen haben soll, sind neue Details bekannt geworden. Bei dem am Mittwoch verhafteten 17-Jährigen soll es sich um den Weißen Kyle R. handeln, der aus einem Ort etwa 30 Minuten von Kenosha entfernt stamme, wie die New York Times berichtet. Die Zeitung wertete mehrere Videos aus, auf dem Kyle R. zu sehen sein soll. Von dem Jugendlichen existieren demnach mehrere Videos, die ihn am Abend auf den Demonstrationen in Kenosha zeigen. Darunter soll sich auch ein selbst erstellter Livestream befinden. Zudem soll Kyle R. in Kenosha vor der Tat mehreren konservativen Medien Interviews gegeben haben.

Tote bei Protesten in Kenosha – Verdächtiger Jugendlicher gab vor der Tat Interviews

Der New York Times zufolge wird Kyle R. unter anderem der Blue Lives Matter-Bewegung zugeordnet, einer Gegenbewegung zu der Black Lives Matter-Bewegung. In einem Interview mit dem konservativen Medium The Daily Caller soll Kyle R. noch am gleichen Abend, nur etwa zwei Stunden vor den Schüssen, gesagt haben, dass er für seinen „Job“ da sei und sein „business“ beschützen wolle. Der 17-Jährige soll sich in den Sozialen Netzwerken bereits zuvor als ausgesprochener Waffennarr präsentiert haben, der mit Waffen und Munition posiert.

Schüsse in Kenosha: Verdächtiger Jugendlicher machte vor der Tat Interviews

Nach den Schüssen, bei denen zwei Menschen ums Leben kamen, sollen andere Demonstrierende gerufen haben, dass Kyle R. der Schütze gewesen sei. Laut New York Times sei die Polizei an Kyle R. vorbei direkt zu den Opfern gefahren. Der Tatverdächtige wurde am Mittwoch (26.08.2020) festgenommen. Die Tathergänge sollen nun untersucht werden. US-Medien berichten von Konfrontationen zwischen Demonstrierenden und einer selbst ernannten Miliz. Seit Dienstag (25.08.2020) herrscht in Wisconsin der Notstand.

Update vom Donnerstag, 27.08.2020, 4:40 Uhr: Die Schüsse eines Polizisten in den Rücken von Jacob Blake stürzen die USA immer tiefer in die Kontroverse um Rassismus und Polizeigewalt. Als Zeichen eines außergewöhnlichen Protests weigerte sich das Basketball-Team Milwaukee Bucks, ein NBA-Playoff-Spiel zu bestreiten. Präsident Donald Trump entsandte Sicherheitskräfte der Bundesregierung in die Stadt Kenosha, in der der 29-jährige Jacob Blake von sieben Polizeikugeln schwer verletzt worden war. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden forderte Gerechtigkeit und ein Ende der Gewalt.

Von den Ermittlungsbehörden kamen unterdessen neue Informationen zu dem Polizeieinsatz am Sonntag, die Auswirkungen auf die Entwicklung des Falls haben könnten. Blake habe ein Messer in seinem Fahrzeug gehabt, sagte der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Wisconsin, Joshua Kaul. Das Messer sei auf dem Boden des Innenraums auf der Fahrerseite sichergestellt worden. Der Mann habe den Polizisten zuvor „zu einem bestimmten Zeitpunkt“ gesagt, dass er ein Messer habe, sagte Kaul. In dem Auto seien keine weiteren Waffen gefunden worden.

Vor dem Gerichtsgebäude in Kenosha (Wisconsin) schützen Demonstranten sich mit Regenschirmen vor dem Tränengas der Polizei.

Zwei Tote bei Protesten in Kenosha – Polizei verhaftet jugendlichen Tatverdächtigen

+++ 23:05 Uhr: Auf Twitter macht ein Video die Runde, das den mutmaßlichen 17 Jahre alten Schützen zeigt, kurz bevor er zwei Menschen auf einer „Black Lives Matter" Demonstration in Kenosha (Wisconsin) erschossen haben soll. In dem Video interagiert der Junge mit der Besatzung eines gepanzerten Polizeifahrzeugs.

Einer der Polizisten in Kenosha wendet sich per Lautsprecher an den Jungen und andere Personen, dem Aussehen zufolge Mitglieder einer Bürgermiliz. Deutlich zu hören ist die Stimme eines Polizisten: „Wir schätzen, was ihr hier macht.“ Im Anschluss bieten die Polizisten dem Jungen und seinen Freunden Wasser an und werfen ihnen eine Plastikflasche zu. Danach fährt das gepanzerte Fahrzeug der Polizei weiter.

+++ 22.35 Uhr: Nach den tödlichen Schüssen bei Demonstrationen in Kenosha ist ein 17 Jahre alter Teenager verhaftet worden. Das berichtet die Agentur Reuters. Zwei Menschen wurden durch die Schüsse getötet, mindestens ein weiterer Mensch wurde verletzt. Ermittelt wird Medienberichten zufolge, ob die Schüsse im Zusammenhang mit der Anwesenheit bewaffneter, selbsternannter weißer Milizen in der Stadt standen.

+++ 20.37 Uhr: Nach den tödlichen Schüssen bei Demonstrationen in Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin wird Präsident Donald Trump die Nationalgarde und die Bundespolizei in die Stadt senden, wie er auf Twitter ankündigte. Damit sollen „Recht und Ordnung" wiederhergestellt werden. „Wir werden Plünderungen, Brandstiftung, Gewalt und Anarchie auf amerikanischen Straßen nicht tolerieren“, erklärte Trump.

Es war die erste Reaktion Trumps, seit Polizisten dem Afroamerikaner Jacob Blake am Sonntag vor seinen Kindern mehrfach in den Rücken geschossen und ihn schwer verletzt haben. Darauf kam es in Kenosha zu Protesten.

Demonstrationen in Kenosha, USA: Zwei Leute sterben nach Schüssen

+++ 12.07 Uhr: Bei erneuten Protesten gegen rassistisch motivierte Polizeigewalt in der US-Stadt Kenosha (Wisconsin) sind Schüsse gefallen. Zwei Menschen wurden getötet, berichtet die „Washington Post“ unter Berufung auf den Sheriff David Beth. Mindestens ein weiterer Mensch ist angeschossen worden. Ermittelt wird Medienberichten zufolge, ob die Schüsse im Zusammenhang mit der Anwesenheit bewaffneter, selbsternannter weißer Milizen in der Stadt standen.

Nach Angaben der „New York Times“ fielen die Schüsse nach einer Konfrontation zwischen Demonstranten und bewaffneten Männern in Kenosha, die angaben, eine Tankstelle schützen zu wollen. Nach den ersten Schüssen sei ein junger Mann mit einem Gewehr von den Demonstranten weggerannt, dann sei er auf den Boden gefallen und habe mehrere Schüsse abgegeben. Im Internet kursiert ein Video, welches die Szene zeigen soll.

Schüssen auf Schwarzen Jacob Blake in USA: Mutter ruft zu friedlichen Protesten auf

Update vom Mittwoch, 26.08.2020, 06.40 Uhr: Die Mutter des in den USA durch Polizeischüsse in den Rücken schwer verletzten Afroamerikaners Jacob Blake hat zu friedlichen Protesten aufgerufen. Sie habe in Kenosha „viele Schäden“ gesehen, sagte Julia Jackson am Dienstag, nachdem es in der Stadt im Bundesstaat Wisconsin zwei Nächte in Folge zu Ausschreitungen gekommen war. Diese Vorfälle spiegelten „nicht das wider, was mein Sohn und meine Familie sind“.

Blakes Familie erklärte, der 29-Jährige sei von der Hüfte abwärts gelähmt und werde womöglich nie wieder laufen können. Nach Angaben seiner Anwälte durchschlugen Kugeln Blakes Wirbelsäule, seinen Magen, seine Leber und einen Arm. „Die jetzige medizinische Diagnose ist, dass er gelähmt ist“, sagte der Menschenrechtsanwalt Ben Crump. „Es wird ein Wunder nötig sein, damit Jacob Blake junior jemals wieder laufen wird.“   

+++ 16.43 Uhr: Die Kinder von Jacob Blake, dem Schwarzen, der in den USA von Polizisten schwer verletzt worden ist, mussten mitansehen, wie ihr Vater niedergeschossen wurde. Auf einem Video, das am Sonntag (23.08.2020) im Internet verbreitet wurde, war zu sehen, wie Blake in Kenosha (Wisconsin) zu einem Auto geht, gefolgt von zwei Polizisten mit gezogenen Waffen. Als der Mann die Fahrertür öffnet und sich hineinbeugt, fallen mehrere Schüsse. Nach Angaben des Anwalts der Familie, Ben Crump, saßen im Auto Blakes Kinder im Alter von drei, fünf und acht Jahren.

Polizisten in Wisconsin geben Schüsse auf Schwarzen ab: Er wollte nach seinen Kindern sehen

Unklar blieb, was vor dem Geschehen passiert war, das auf dem Video aufgezeichnet ist. Anwalt Crump erklärte, Jacob Blake habe einen Streit geschlichtet. Dann hätten die Polizisten ihre Waffen auf ihn gerichtet. Zunächst sei Blake von einer Elektroschockpistole getroffen worden. Als er im Auto nach seinen Kindern habe sehen wollen, sei ihm mehrfach in den Rücken geschossen worden.

Sein Sohn habe „acht Löcher“ in seinem Körper, zitierte die „Chicago Sun Times“ den Vater Jacob Blake Senior. „Was rechtfertigte all diese Schüsse?“, habe dieser gesagt. „Was rechtfertigte es, dies vor meinen Enkeln zu tun?“ Die „Chicago Sun Times“ berichtete am Dienstag unter Berufung auf Blakes Vater, dass dessen Sohn infolge der Schüsse von der Hüfte abwärts gelähmt sei. Die Ärzte wüssten nicht, ob die Schäden von Dauer seien.

Schüsse auf Schwarzen Jacob Blake in USA: Plünderungen durch Demonstrierende

+++ 14.50 Uhr: Nachdem ein Schwarzer durch die Polizei im US-Bundesstaat Wisconsin schwer verwundet worden ist, reagieren die Bewohner*innen der Stadt Kenosha mit Entsetzen. Mehrere Menschen versammeln sich auf den Straßen, um gegen rassistische Polizeigewalt zu demonstrieren und eine Polizeireform einzufordern. Die Proteste arten jedoch zunehmend aus: Es kommt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, Brände werden gelegt und Läden geplündert.

Laut einem Bericht der New York Times zündeten Demonstrierende Polizeiwagen in einem Wohngebiet an. Auch ein Matratzenladen, ein Restaurant sowie ein Handygeschäft wurden in Brand gesetzt. Außerdem sollen protestierende Menschen in eine Tankstelle eingebrochen sein. Der Gouverneur des Bundesstaats Wisconsin, Tony Evers, ließ als Reaktion auf die Ausschreitungen Truppen der Nationalgarde einrücken.

Gleichzeitig verurteilt er das gewaltsame Vorgehen der Polizisten, die Jacob Blake elfmal in den Rücken geschossen haben, aufs Schärfste. In einem Beitrag auf Twitter schreibt er: „Wir müssen uns dieser Bewegung stellen und mit unserem Einfühlungsvermögen, unserer Menschlichkeit und unserer Entschlossenheit gegen sie vorgehen, wir müssen den institutionellen Rassismus beenden, unter dem Schwarze Familien und Gemeinschaften leiden.“

Entsetzen nach Schüssen auf Schwarzen: Unruhen in Wisconsin halten an

Update vom Dienstag, 25.08.2020, 07.38 Uhr: Bei den Protesten nach der Verletzung eines Afroamerikaners durch Polizeikugeln ist es im US-Bundesstaat Wisconsin am zweiten Abend in Folge zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Die Sicherheitskräfte setzten am Montag Tränengas gegen Protestierende ein, die sich in der Stadt Kenosha vor einem Gerichtsgebäude versammelt hatten, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete.

In der Nacht zum Dienstag gab es erneut Ausschreitungen und brennende Autos in der Stadt Kenosha.

Aus den Reihen der Demonstranten waren zuvor Wasserflaschen auf die Beamten geworfen worden. Später feuerten Protestierende auch Feuerwerkskörper in Richtung der Sicherheitskräfte ab. Die Demonstranten hatten sich über eine in Kenosha verhängte nächtliche Ausgangssperre hinweggesetzt, die ab 20.00 Uhr galt. In der vorherigen Nacht waren am Rande der Proteste mehrere Fahrzeuge in Brand gesetzt worden.

Wisconsin: Entsetzen nach Schüssen auf Schwarzen bei Polizeieinsatz in den USA

+++ 21.40 Uhr: Und wieder ist das Entsetzen in den USA groß. Drei Monate nach dem Tod von George Floyd sorgt nun die Polizeigewalt gegen den Schwarzen Jacob Blake für Empörung. Bei einem auf Video festgehaltenen Polizeieinsatz schossen Beamte im Bundesstaat Wisconsin dem Afroamerikaner aus kurzer Distanz mehrfach in den Rücken und verletzten ihn schwer. In der Stadt Kenosha kam es infolge des Polizeieinsatzes zu Protesten und Ausschreitungen. Fotos zeigten ausgebrannte Autos und Müllwagen und beschädigte Gebäude. Für die Nacht von Montag auf Dienstag wurde eine Ausgangssperre verhängt. Wisconsins Gouverneur Tony Evers erlaubte den Einsatz der Nationalgarde, um lokale Einsatzkräfte zu unterstützen.

Unterdessen forderte der demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden eine sofortige, umfassende und transparente Aufklärung. „Das Land wacht wieder einmal mit Trauer und Empörung auf, dass ein weiterer schwarzer Amerikaner Opfer übermäßiger Gewalt geworden ist.“ Seine Vize-Kandidatin, Senatorin Kamala Harris, meinte auf Twitter: „Jacob Blake sollte gerade nicht um sein Leben kämpfen.“ Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, erklärte: „Wir sind es Jacob, seinen Kindern und allen schwarzen Amerikanern schuldig, der Rassenungerechtigkeit und der Polizeigewalt ein Ende zu setzen.“

Polizeigewalt in den USA: Jacob Blake von Polizisten in den Rücken geschossen

+++ 17.48 Uhr: Nachdem Polizisten in Wisconsin siebenmal auf den 29-jährigen Jacob Blake geschossen haben, befindet sich dieser im Krankenhaus - sein Zustand ist offenbar kritisch. Zwei Polizeibeamte wurden in bezahlten Urlaub versetzt, während der Fall untersucht wird. Laut „cnn.com“ befanden sich während der Schießerei die drei Söhne von Blake in dessen Auto. Anwalt Ben Crump, der unter anderem George Floyds Familie vertritt, teilte ein Video des Vorfalls auf Twitter und schrieb: „Sie haben gesehen, wie ein Polizist auf ihren Vater geschossen hat. Sie werden für immer traumatisiert sein. Wir dürfen nicht zulassen, dass Beamte ihre Pflichten verletzen. Unsere Kinder haben es besser verdient!“ Blake war offenbar in einen Streit zwischen zwei Frauen verwickelt.

Nach der Schießerei in dem Wohngebiet kam es in Wisconsin zu zahlreichen Protesten durch Menschen, die sich gegen rassistische Polizeigewalt einsetzen. Die Stadt reagierte auf die Demonstrationen mit einer Ausgangssperre. Diese ist inzwischen wieder aufgehoben.

Erst am Freitag (21.08.2020) erschossen Beamten in Louisiana den 31-jährigen Trayford Pellerin. Die Familie des Opfers riefen nach dem Vorfall zu friedlichen Protesten auf. Bei vorangegangenen Protesten kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei.

Polizeigewalt in den USA: Beamten schießen Mann an

Update vom Montag, 24.08.2020, 9.50 Uhr: Erneut kommt es in den USA zu einem Vorfall mit Schüssen. Am späten Sonntagnachmittag (Ortszeit) wurden Polizisten wegen eines „häuslichen Vorfalls“ benachrichtigt. Ein Mann, der in mehreren Berichten als Jacob Blake identifiziert wurde, wurde von Beamten angeschossen.

Die Polizei teilte anschließend mit, der Mann wäre nach dem Vorfall in ein Krankenhaus gebracht worden. Er sei „in ernstem Zustand“, so die offizielle Mitteilung. Im Anschluss ist es in der Kleinstadt offensichtlich zu Ausschreitungen gekommen. Ein Video zeigt, wie ein Gebäude, wohl das örtliche Gericht, in Brand gesetzt wurde.

Wisconsins Gouverneur Tony Evers reagierte bei Twitter auf den Vorfall: „Wir sind gegen den übermäßigen Einsatz von Gewalt und sofortige Eskalation im Umgang mit schwarzen Bewohnern Wisconsins.“ Polizeiangaben zufolge soll das Justizministerium des Bundesstaats den Vorfall untersuchen.

Polizeigewalt in den USA: Familie trauert um Trayford Pellerin nach tödlichen Schüssen

Update vom Sonntag, 23.08.2020, 19.16 Uhr: Nachdem Trayford Pellerin im US-Bundesstaat mit elf Schüssen durch die Polizei getötet wurde, meldet sich jetzt seine Familie zu Wort. Laut einem Bericht von „usatoday.com“ beschreibt die Familie den 31-jährige Pellerin als einen ruhigen, freundlichen Mann, der gerne kochte und seine Arbeit liebte. „Er war sehr ruhig. Er hatte ein großes Herz. Er hat das nicht verdient.“, äußerte sich seine Tante, Choicey Pellerin.

Polizist schießt Mann in den Rücken als dieser in ein Auto steigen will

Da Trayford Pellerin immer wieder mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte, vermutet seine Familie, dass er sich während dem tragischen Unfall in einer schweren psychischen Krise befand. Er hätte dringend Hilfe benötigt, stattdessen wurde er jedoch von mehreren Polizisten mit elf Schüssen vor einer Tankstelle getötet. Ben Crump, ein Bürgerrechtsanwalt, der die Familie Pellerins in dem Prozess vertritt, forderte die sofortige Entlassung der beteiligten Beamten. Bisher wurden diese lediglich in bezahlten Urlaub versetzt.

Schwarzer mit elf Schüssen durch die Polizei in den USA niedergestreckt

Erstmeldung vom Sonntag, 23.08.2020, 10.09 Uhr: Lafayette - Im US-Bundesstaat Louisiana hat die Polizei einen schwarzen Mann erschossen. Ein Video zeigt den Einsatz vor dem Supermarkt einer Tankstelle in Lafayette, bei dem der 31-jährige Trayford Pellerin getötet wurde. Die Aufnahmen verbreiteten sich rasant in den sozialen Medien.

Ein Video aus dem US-Bundesstaat Louisiana zeigt, wie die Polizei Trayford Pellerin erschießt.

Der Vorfall ereignete sich am Freitag (21.08.2020) gegen 20 Uhr (Ortszeit). Der Mann befand sich auf dem Parkplatz der Tankstelle, als jemand die Polizei aufgrund einer „Störung" verständigte. Trayford Pellerin soll mit einem Messer bewaffnet gewesen sein. Die Beamten gingen auf ihn zu, er entfernte sich jedoch und versuchte im Schritttempo zu fliehen. Nach einem erfolglosen Versuch, Pellerin zu tasern, schossen die Beamten.

Polizeigewalt in den USA: Fall in Louisiana sorgt für Entsetzen

Elfmal sollen die Polizisten abgefeuert haben. Offiziell machten sie aber keine Angaben zur Anzahl der Schüsse. Zuvor soll Trayford Pellerin an einer Auseinandersetzung im Supermarkt beteiligt gewesen sein, teilte die Polizei mit. Er wurde anschließend in einem Krankenhaus für tot erklärt. Die Beamten wurden vorerst beurlaubt.

Die Amerikanische Bürgerrechtsunion ACLU kritisierte die Polizei scharf und forderte eine Untersuchung des Vorfalls. Auch der Anwalt der Familie des Opfers, Ben Crump, verlangte in einer Stellungnahme eine transparente Aufklärung „der sorglosen Schüsse und tragischen Tötung dieses Mannes". Am Tag danach versammelte sich am Tatort in Lafayette eine Menge und protestierte gegen den tödlichen Vorfall. Dutzende von Demonstranten riefen dabei wiederholt den Namen des Opfers.

USA: Polizei erschießt einen Schwarzen in Louisiana

Der gewaltsame Tod von George Floyd durch die Polizei im Mai war Auslöser für eine Welle von Demonstrationen in den ganzen USA, sowie international. In Minneapolis kniete damals ein Polizist auf dem Hals des Afroamerikaners. Wiederholt sagte Floyd den Beamten, dass er nicht atmen könne. Auch in Deutschland wurde über Polizeigewalt und das sogenannte „Racial Profiling" diskutiert.

Rubriklistenbild: © Morry Gash/dpa

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