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Mike Lindell bei einer Wahlkampfveranstaltung für Donald Trump 2019.
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Mike Lindell bei einer Wahlkampfveranstaltung für Donald Trump 2019.

„Frank“

USA: Trump-Fan und Multimillionär will Twitter ersetzen

  • vonSebastian Richter
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Die sozialen Medien greifen auf ihren Webseiten gegen Verschwörungsmythen durch. Ein Unterstützer Donald Trumps will eine Plattform erschaffen.

USA – Er war der Twitter-Präsident: Als Donald Trump bei Twitter gesperrt wurde, verlor der damalige Präsident der Vereinigten Staaten sein wichtigstes Sprachrohr. Begründung Twitters: Aufruf zur Gewalt. Auch Facebook und Youtube verbannten die Accounts von Trump, es folgen kleinere Plattformen wie Tiktok, Twitch, Discord, Snapchat und Reddit. Zuvor wurde der extrem rechte US-Radiomoderator und Verschwörungsmythiker Alex Jones gesperrt.

Ein Exodus ihrer Follower zur Plattform „Parler“ begann, über das sich Rechtsextreme schon beim „Sturm aufs Kapitol“ am 6. Januar vernetzten und ihre Aktionen koordinierten. Google nahm die App aus ihrem PlayStore, auch Apple löschte „Parler“ aus ihrem Downloadbereich. Den vorläufigen Todesstoß für „Parler“ setzte Amazon, das der Twitter-Alternative die Nutzung der Cloud-Server der Amazon Web Services verweigerte. „Parler“ war somit zeitweise offline, bis es durch Unterstützung aus Russland wieder verfügbar wurde. Große mediale Reichweite konnte „Parler“ aber Trump und seinen Unterstützern nicht bieten.

Ein eigenes Netzwerk für die Rechten in den USA

Jetzt soll es also ein eigenes soziales Netzwerk im Stile Twitters sein. Erste Ansätze von Trump sollen sich bereits in der Beta-Testphase befinden. Zugleich startet ein prominenter Unterstützer Trumps nächste Woche eine Plattform, die möglicherweise eine Heimat für Trumps Tiraden werden könnte.

Mike Lindell heißt der Gründer des Netzwerkes „Frank“, dass laut seiner eigenen Aussage eine Mischung aus Twitter und Youtube sein soll. Lindell ist als Produzent von Kissen und politischer Propaganda bekannt. In den USA kennt man Lindell als „My Pillow Guy“. Er trat als Protagonist in der Werbung seines Kissenunternehmens „MyPillow“ auf, die im ganzen Land im Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Mike Lindell: Selbst von Twitter gebannt ruft er eine Alternative ins Leben

Er verbreitet die Lüge des Wahlbetrugs, der Donald Trump die Präsidentschaftswahl 2020 gekostet haben soll. Vorwürfe macht er dem Wahlmaschinen-Hersteller Dominion, das dazu beigetragen haben soll, die Wahl zu manipulieren. Das Unternehmen verklagte ihn daraufhin auf Schadensersatz in Milliardenhöhe. Die Vorwürfe verbreitete er auf Twitter, sein Account dort ist inzwischen wegen der haltlosen Behauptung des Wahlbetruges gesperrt, wie die Website „MarketWatch“ bestätigt. Seinen persönlichen Bann von der Plattform versuchte er zu umgehen, indem er den Konzernaccount von „MyPillow“ für seine Propaganda nutzte. Auch dieser Account landete daraufhin auf Twitters Bannliste.

Mike Lindell wartet am 15. Januar 2021 vor dem Weißen Haus auf sein Treffen mit Donald Trump.

Am 20. April soll „Frank“ online gehen. Im Vordergrund stehe dabei die freie Meinungsäußerung, die bei Twitter durch Sperren und Zensur nicht mehr möglich sei. In einem Ankündigungsvideo verspricht Lindell den Nutzern, sie müssen sich „keine Sorgen mehr machen, frei sprechen zu können“. Allerdings hat die freie Meinungsäußerung bei „Frank“ seine Grenzen. Schimpfworte und Pornografie werden rigoros gesperrt. Auch Blasphemie ist auf der Plattform ein striktes Tabu.

Trump-Anhänger Lindell gründet „Frank“: Plattform geht in einer Woche online

Um Teil der Testphase von „Frank“ werden zu können, müssen Interessierte bisher ihre Handynummer hinterlegen und erhalten dann einen „VIP-Zugang“. Denn Lindell hat Angst vor Spam und Angriffen. „Wir werden angegriffen werden!“, sagt er in seinem Ankündigungsvideo, das bisher auf der Website als Platzhalter dient. Aber er habe eigene Server organisiert, das Schicksal von „Parler“ kann ihn also nicht ereilen. Auch für den Fall, dass Amazon, Youtube, Google und Apple „Frank“ von ihren Seiten nehmen, sei vorgesorgt.

Seit vier Jahren will Lindell an dem Projekt schon gearbeitet haben, einige Millionen Dollar sollen in die Website bisher geflossen sein. Starten soll die Plattform mit einem „Frankathon“, Lindell will den ganzen Tag selbst online sein, genauso wie zahlreiche Influencer, die er nicht direkt benennt. Ob „Frank“ den von Lindell prophezeiten Status als Twitter Konkurrent erreichen kann, bleibt abzuwarten. (Sebastian Richter)

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