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USA: Geschlechtsumwandlungen sind kein Kindesmissbrauch – Verfahren gegen Familie gestoppt

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Von: Nadja Austel

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Transgender-Jugendliche in Texas und ihre Angehörigen protestieren gegen Gouverneur Greg Abbotts Erlass.
Transgender-Jugendliche in Texas und ihre Angehörigen protestieren in Austin gegen Gouverneur Greg Abbotts Erlass. © Bob Daemmrich/Imago Images

Eine „zynische und gefährliche Kampagne gegen Transgender-Kinder“ sieht US-Präsident Joe Biden in der Anweisung des Gouverneurs Greg Abbott aus Texas.

Washington D.C. – Ein Gericht in Texas hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Familie eines jugendlichen Transgender-Mädchens per einstweiliger Verfügung gestoppt. Die USA dürfen nun nicht weiter gegen die Familie vorgehen, bis das Gericht am Freitag (11.03.2022) eine Anhörung abhalte. Das zitierten die Bürgerrechtsorganisationen ACLU und Lambda legal am Mittwoch (Ortszeit) aus der Anordnung des Gerichts. Dabei soll es um die Frage gehen, ob eine umfassendere einstweilige Verfügung erlassen werden soll, die die Durchsetzung von Abbotts Erlass vollständig blockiert.

Nun äußerte sich auch Präsident Joe Biden zur Sache: Er verurteilte das Vorgehen des Republikaners Gouverneur Abbott und warf ihm eine „zynische und gefährliche Kampagne gegen Transgender-Kinder und ihre Eltern“ vor. Abbotts Entscheidung sei ein schlimmes Beispiel für Kompetenzüberschreitung durch eine Regierung. Mit seinen Handlungen drohe der Gouverneur „Kinder und ihre Familien zu verletzen, nur um politisch zu punkten“.

USA: Gouverneur aus Texas spricht bei Transgender-Maßnahmen von „fehlgeleiteter Ideologie“

Abbott hatte Maßnahmen zur Geschlechtsumwandlung bei Kindern im Februar als „Kindesmissbrauch“ eingestuft. Er hatte die Kinderschutzbehörde des Staates Texas angewiesen, Ermittlungen gegen Eltern zu führen, die ihren minderjährigen Kindern geschlechtsangleichende Behandlungen ermöglichen.

Unter Berufung auf ein Rechtsgutachten des republikanischen Justizministers argumentierte Abbott: Das ist Kindesmissbrauch. Er nennt in seinem Erlass etwa die Verabreichung pubertätshemmender Medikamente, weitere Hormontherapien oder Operationen als nicht erlaubte Behandlungsformen. Das Justizministerium spricht dabei von einer „Verschmelzung von Medizin und fehlgeleiteter Ideologie“.

Transgender-Protest in Texas
Transgender-Jugendliche aus Texas, ihre Angehörigen und Familien versammeln sich vor dem State Capitol und protestieren gegen die Anweisung von Gouverneur Abbott. © Bob Daemmrich/Zuma Press Wire/dpa

Die Mutter der vom jetzigen Verfahren betroffenen Jugendlichen war zuvor von ihrem staatlichen Arbeitgeber, der Familienbehörde, suspendiert worden. Das Jugendamt hatte begonnen zu ermitteln, ob die 16-Jährige sich „derzeit von einem Jungen in ein Mädchen umwandelt“. Die Familie des Mädchens klagte dagegen mithilfe der Bürgerrechtsorganisationen.

Kürzlich sorgte auch eine Afd-Politikerin im Deutschen Bundestag für einen Eklat bei dem Thema Transgender. In der Debatte zum Internationalen Frauentag am 8. März warf Beatrix von Storch der Mehrheit der Abgeordneten vor, einer „Genderideologie“ anzuhängen. „Sie behaupten, das Geschlecht hat mit Biologie nichts zu tun. Und jeder kann sich sein Geschlecht irgendwie selbst bestimmen“, so Storch. (na mit AFP/dpa)

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