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Feuer auf dem US-kriegsschiff „USS Bonhomme Richard“ nahe der Stadt San Diego in den USA.
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12.Juli 2020: Ein Feuer auf dem US-Kriegsschiff „USS Bonhomme Richard“ sorgte für Aufsehen. Gut ein Jahr später haben die Behörden einen Verdächtigen festgenommen. (Archivbild)

USA

Matrose zündet US-Kriegsschiff an und verursacht 30 Millionen Schaden

  • Yannick Wenig
    VonYannick Wenig
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Im Fall der Brandstiftung auf dem US-Kriegsschiff „Bonhomme Richard“ vor gut einem Jahr haben die ermittelnden Behörden nun Erfolg zu verzeichnen.

San Diego – Vor etwas mehr als einem Jahr, am 12. Juli 2020, entfachte ein Großfeuer auf dem Kriegsschiff „USS Bonhomme Richard“, das im Hauptquartier der US-Navy in Coronado, nahe der südkalifornischen Millionenstadt San Diego in den USA, vor Anker lag. Insgesamt fünf Tage benötigten die Einsatzkräfte, um gegen die Flammen anzukämpfen und den Brand zu löschen.

Der angerichtete Schaden war so groß, dass das Schiff stillgelegt werden musste. Nun deuten die Ermittlungen auf Brandstiftung hin. Demnach wirft die US-Marine einem Matrosen vor, für das Inferno verantwortlich gewesen zu sein, wie das amerikanische Nachrichtenportal thedailybeast.com berichtet.

Aus Groll gegen die Marine US-Kriegsschiff angezündet

Den Berichten zufolge wird ein 20-Jähriger beschuldigt, den Brand auf dem Kriegsschiff „Bonhomme Richard“ gelegt und der Navy somit einen Sachschaden von gut 30 Millionen US-Dollar verursacht zu haben. Als Motiv, wird Groll gegen die Marine gehandelt, den er aufgrund eines gescheiterten Versuches, ein Seal zu werden – also ein Mitglied der Spezialeinheit der US-Navy – gehegt haben soll.

Das geht aus einer Erklärung der Naval Criminal Investigative Service (NCIS), der Strafverfolgungsbehörde der US-Marine, hervor, die offenbar nach einem erteilten Durchsuchungsbefehl der Wohnung des Verdächtigen abgegeben wurde und auch dem Nachrichtenportal The Daily Beast vorliegt.

Nach Feuer auf der „USS Bonhomme Richard“: Schwere Vorwürfe gegen den Verdächtigen

Demzufolge handelt es sich bei dem Verdächtigen um den Matrosen Ryan Sawyer Mays. Er soll nun wegen der Brandstiftung innerhalb einer besonderen und territorialen Gerichtsbarkeit angeklagt werden, heißt es. Darüber hinaus wird ihm die Beschädigung von Staatseigentum der USA durch den Einsatz von Feuer und Falschaussage zur Last gelegt. Möglich ist es aber auch, dass die Navy stattdessen vor ein Kriegsgericht zieht. Dann würde Mays wegen schwerer Brandstiftung sowie der vorsätzlichen Gefährdung eines Schiffes angeklagt, so ein Sprecher der US-Navy. Mays selbst habe in seinen Gerichtsakten keinen Rechtsbeistand aufgeführt.

Wie die NCIS bestätigte, habe Mays den Verdacht der Ermittler:innen bereits unmittelbar nach dem Brand auf dem amphibischen Angriffsschiffes „Bonhomme Richard“ auf sich gezogen. Bei dem Feuer wurde jedes Deck oberhalb der Wasserlinie des 40.000 Tonnen schweren Schiffes beschädigt. Insgesamt waren etwa 400 Matrosen:innen von 16 Schiffen, Hubschrauber, die Feuerwehr der Naval Base Coronado und zahlreiche zivile Feuerwehr-Einheiten aus den umliegenden Städten bei der Brandbekämpfung im Einsatz. Insgesamt wurden bei dem Feuer auf dem Kriegsschiff der US-Navy 71 Menschen verletzt oder mit Rauchvergiftungen im Krankenhaus behandelt. Schwerer verletzt oder gar getötet wurde glücklicherweise niemand.

Feuer auf US-Kriegsschiff: Behörden in den USA nehmen Verdächtigen wegen Brandstiftung fest

Im Zuge der Untersuchungen des Feuers auf dem US-Kriegsschiff wurden insgesamt 177 Matros:innen, die an Bord der „USS Bonhomme Richard“ dienten, von den NCIS-Ermittler:innen befragt. Demnach häuften sich Aussagen zu einem „hellhäutigen Mann“ in sauberer Uniform und Gesichtsmaske, der einen Metalleimer in den vom Brand betroffenen Schiffsabschnitt gebracht haben soll. Aus der Erklärung der NCIS geht außerdem hervor, dass ein namentlich als Kenji Velasco gelisteter Befragter „einen Matrosen namens Mays erwähnte, der die US-Navy und die Flotte hasst“, wie The Daily Beast schreibt.

In weiteren Befragungen sagte Velasco, er sei „ziemlich sicher“ beziehungsweise zu „90 Prozent sicher“, den Verdächtigen Ryan Sawyer Mays unmittelbar vor dem Ausbruch des Feuers gesehen zu haben. Auch habe er Manipulationen an der Feuerlöschausrüstung im betreffenden Schiffsteil festgestellt. Laut dem Bericht weisen auch Aussagen von weiteren Befragten, die zur Tatzeit an Bord des US-Kriegsschiffes waren, auf den Verdächtigen hin.

In seiner Befragung verstrickte sich Mays selbst in Ungereimtheiten über sein Privatleben. Dennoch kündigte er an sich einem Lügendetektortest unterziehen zu wollen, um seine Unschuld zu beweisen. Wie The Daily Beast berichtet, soll Mays sich allerdings im Beisein zwei weiterer Matros:innen selbst belastet haben, was schließlich zur Festnahme des 20-Jährigen führte.

Brand auf US-Kriegsschiff: Behörden werden auf verdächtigen Instagram-Beitrag aufmerksam

Auf dem inzwischen nicht mehr öffentlichen Instagram-Profil des Verdächtigen zog außerdem ein Beitrag das Interesse der Ermittler:innen auf sich. Mays schrieb dabei, „Ich liebe den Duft von Napalm am Morgen.“ Zum Verständnis: Napalm ist eine brennbare gelatinöse Masse, deren Hauptbestandteil Benzin ist und als Brandwaffe eingesetzt werden kann.

Laut den Ermittlungsbehörden trat Ryan Sawyer Mays im Jahr 2019 der US-Navy bei. Zunächst mit der Absicht, eine Ausbildung zu absolvieren. Schließlich änderte er den Berichten zufolge aber seine Karriereziele und strebte es an, Navy Seal zu werden. Die Ausbildung für die Spezialeinheit brach Mays aber nach nur fünf Tagen wieder ab und wurde infolgedessen als Matrose ohne Auszeichnung dem Kriegsschiff „USS Bonhomme Richard“ zugeteilt. Die Ermittlungen gegen den 20-jährigen Hauptverdächtigen Mays sind noch nicht abgeschlossen.

Im November 2020 kündigte die US-Navy an, dass das Kriegsschiff nicht mehr instandgesetzt wird, da eine Reparatur Kosten in Höhe von bis zu 3,2 Milliarden US-Dollar verursachen würde. Das Schiff war seit dem Jahr 1998 im Dienst. Im April 2021 wurde die „Bonhomme Richard“ nach der Demontage einer Bauteile endgültig ausgemustert. (yw)

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