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„Borat Anschluss Moviefilm“

Rudy Giuliani: Donald Trumps Anwalt macht Antifa für Ausschreitungen in Washington verantwortlich

  • Daniel Dillmann
    vonDaniel Dillmann
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  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
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Erst fordert Rudy Giuliani auf der Bühne in Washington einen „Kampf als Prozess“ gegen die US-Wahl. Dann schiebt er die Schuld für die Ausschreitungen der Antifa zu.

  • Der zweite Teil von Borat bringt Rudy Giuliani in Bedrängnis. Der Anwalt von Donald Trump wird vor laufender Kamera vorgeführt.
  • Die Schauspielerin der Borat-Tochter soll es bis ins Weiße Haus geschafft haben.
  • Rudy Giuliani legt auf Demo in Washington D.C. nach und wiederholt Vorwürfe des Wahlbetrugs.

Update, 7. Januar 2020, 14.37 Uhr: Rudy Giuliani war einer der Vorredner von Donald Trump auf der Bühne der „Save America“ Demonstration in Washington D.C., in deren Anschluss ein rechter Mob das Kapitol stürmte. Am Tag danach nahm der Anwalt und ehemalige Bürgermeister der Stadt New York Stellung.

„Unser Ziel ist es, eine ehrliche Wahl zu erhalten und den Wahlbetrug zu beenden“, schrieb Giuliani auf seinem Twitter-Account. Nach einem Seitenhieb gegen die „von den Medien beschützten“ Demokraten machte Giuliani deutlich, wer seiner Meinung nach Schuld an der Gewalt trägt, die vier Menschen das Leben kostete: die Antifa. „Gewalt muss abgelehnt und verurteilt werden. Sie ist kontraproduktiv. Die Beteiligung der Antifa ist keine Entschuldigung“, twitterte Giuliani, was er, im Gegensatz zu Donald Trump, ja noch kann.

Demonstration in Washington: Rudy Giuliani spricht vor Donald Trump

Update, 6. Januar 2020, 17:20 Uhr: Kurz vor der mit Spannung erwarteten Rede von Donald Trump hat Rudy Giuliani die Bühne in Washington DC betreten. Der Trump-Vertraute richtete das Wort an die Trump-Fans und forderte buchstäblich „Trial by Combat“, also einen Prozess durch Einzelkampf.

Rudy Giuliani ging noch weiter. Er wiederholte die bislang unbewiesenen Vorwürfe des Wahlbetrugs bei der US-Wahl und forderte deren Untersuchung. „Wenn sich die Anschuldigungen als falsch erweisen, dann haben wir uns zu Idioten gemacht“, sagte Giuliani in einem Moment der geistigen Klarheit. „Ich stellle meine Reputation aufs Spiel, der Präsident tut dasselbe“, so Giuliani unter dem Jubel der Fans in Washington DC.

Rudy Giuliani bleibt Donald Trump treu - auch wenn es seine Reputation kostet.

Rudy Giuliani: Peinlicher Auftritt bei Borat - Regisseur spricht über Hintergründe

New York – Die Fortsetzung der Kult-Komödie Borat hatte im Oktober für mächtigen Wirbel um Rudy Giuliani, den persönlichen Anwalt von Donald Trump, gesorgt. Versteckte Kameras filmten, wie sich Giuliani mit einer angeblichen Journalistin in einem Hotelzimmer befand, sich aufs Bett legte und seine Hand in seine Hose steckte. Jetzt meldet sich der Regisseur und erzählt, was bei den Dreharbeiten wirklich geschah.

Rudy Giuliani: Anwalt von Donald Trump in „Borat“-Fortsetzung vorgeführt

In seinem zweiten Film infiltrierte der kasachische Journalist Borat, gespielt von Sacha Baron Cohen, ein Treffen US-amerikanischer Konservativer, wo er eine Rede von Vizepräsident Mike Pence unterbrach, eine Veranstaltung rechter Milizen und schließlich das Hotelzimmer von Rudy Giuliani besuchte. In der aktuellen Episode (5.1.2021) des Podcasts „The Last Laugh“ erklärt Borat-Regisseur Jason Woliner nicht nur, wie man Rudy Giuliani vor die Kamera bekam, sondern wieso man sich damals, Wochen vor der US-Wahl, überhaupt auf ihn fokussierte.

In zweiten „Borat“-Film gibt es eine für Rudy Giuliani peinliche Szene. Regisseur Jason Woliner erzählt, wie die Dreharbeiten abliefen.

Von Anfang an hätten Sacha Baron Cohen und die Drehbuchautor:innen Rudy Giuliani mit einbeziehen wollen. Er war der „erste Name im Skript“ und sei eine Art „Hintermann“ gewesen, der es auf Joe Biden abgesehen und behauptet hatte, über belastendes Material gegen ihn zu verfügen. Deshalb habe Rudy Giuliani im Monat vor der US-Wahl plötzlich so viel an Bedeutung zugenommen. „Diese Szene [im Hotelzimmer] zeigt, wie einfach es war, Rudy dranzukriegen. Zwei Monate später ist es schwierig, sich eine Zeit vorzustellen, in der er in irgendeiner Weise glaubwürdig war. Es könnte geholfen haben, ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen, weil sie sich eine ‚Oktober-Überraschung‘ erhofften.“ Das Team hinter „Borat“ habe „unglaubliche Arbeit“ geleistet, um an die, normalen und prominenten Leute zu kommen, die man wollte.

Kompromittierende Szenen mit Rudy Giuliani in „Borat“-Fortsetzung

Während der für Rudy Giuliani verhängnisvollen Szene befand sich Sacha Baron Cohen in einer Abstellkammer, Jason Woliner in einem Abhörraum. Mit Maria Bakalova, die die Tochter von Borat spielt, konnten sie nicht kommunizieren. Beide untereinander nur über Textnachrichten. „Sie führen also dieses Interview. Er sagt diese schlimmen Dinge über Covid und diese rassistischen Sachen über chinesische Leute. Dann kommt Sacha als Tontechniker im lächerlichsten Outfit überhaupt rein. Es könnte auffliegen. Es besteht die Chance, dass Rudy denkt: ‚Was zur Hölle ist das?‘ Aber es passiert nicht. [...] Rudy hat nichts komisches entdeckt. Er hatte es nicht auf dem Schirm.“ Vielleicht sei Rudy Giuliani nicht die „wachsamste“ Person, im Vergleich zu seinen skurrilen Auftritten wirke er allerdings ganz anders und weniger verrückt.

Borats Tocher erzählt Rudy Giuliani also, wie nervös sie ist und wie sehr sie ihn bewundert. Irgendwann geht dieses Interview zu Ende und sie gehen ins Schlafzimmer. Dann ist alles so, wie man es sieht. Er berührt ihre Schulter, fragt nach ihrer Nummer. Er setzt sich aufs Bett, berührt sie unten am Rücken. Und in jedem einzelnen Moment haben wir uns gedacht: ‚Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott.‘ Stell dir vor, du siehst das im realen Leben, wenige Fuß entfernt. Dann legt er sich hin und steckt seine Hand in seine Hose. Mir fiel die Kinnlade herunter. Es war einer dieser Momente, die man niemals vergisst. Dann haben wir uns gesagt: ‚Okay, Sacha. Du gehst da jetzt rein.“

Tochter von „Borat“ im Interview mit Rudy Giuliani: Anwalt von Donald Trump in kompromittierender Szene

Rudy Giuliani hatte die Szene in „Borat als „gestellt“ bezeichnet. Der Anwalt habe lediglich sein Hemd in seine Hose stecken wollen, nachdem das Mikrofon entfernt wurde. Sasha Baron Cohen sei ein „eiskalter Lügner“, der seine angekündigten Enthüllungen über Joe Biden entwerten wolle. Donald Trump nannte Cohen, der Borat spielt, einen „widerlichen Kerl“, den er „nicht lustig“ finde.

Woliner wird gefragt, was er von der Ausrede mit dem Mikrofon hält: „Ich mache das schon sehr lange und habe bei vielen Leuten gesehen, wie die Mikrofone angebracht und abgenommen werden. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der sich auf ein Bett legen und seine Hände in die Hose stecken muss.“ Es habe ihm vor allem Spaß gemacht, einen „Bösewicht im echten Leben“, der im Zuge der US-Wahl zu einer wichtigen Figur wurde, auch im Film als Bösewicht darzustellen. Ein Film, von dem Rudy Giuliani überhaupt nichts wusste. Der Monat nach der US-Wahl sei verrückt gewesen. Es habe sich für Jason Woliner so angefühlt, als würde Rudy Giuliani so viele verrückte Dinge sagen, nur um von dieser Szene in Borat abzulenken.

Rudy Giuliani als unfreiwilliger Star in „Borat“: Anwalt von Donald Trump gedemütigt

Maria Bakalova soll es als Borats Tochter sogar bis ins Weiße Haus geschafft haben, erzählt Woliner. Über den rechtskonservativen und Trump-loyalen Fernsehsender „One America News“ (OAN) habe sie einen Presseausweis erhalten und sei mit Korrespondentin Chanel Rion ohne Corona-Test in den Presseraum gekommen. „One America News ist sehr einfach hereinzulegen. Sie sind kein echter Nachrichtensender, sie sind ein Propagandasender“, erklärt Woliner. Es soll sogar ein Interview mit Trump-Schwiegersohn und -Berater Jared Kushner geben, bei dem Bakalova im Hintergrund durch das Bild läuft. Etwa eine Woche später kam es im Rosengarten zum Superspread-Event, bei dem sich zahlreiche Leute mit dem Coronavirus infizierten, unter anderem Präsident Donald Trump. Allerdings ist keine Szene im Weißen Haus auch im Borat-Film zu sehen. Man habe vor allem sehen wollen, wie weit man komme.

Mit der Borat-Fortsetzung wollte Cohen zeigen, was für ein Land die USA unter Donald Trump geworden seien, erklärt Woliner. „Wenn Leute das sehen können und es sie motiviert, wählen zu gehen oder nicht für Trump zu stimmen, das fühlte sich sehr bedeutsam an.“

Rubriklistenbild: © Bryan Smith via www.imago-images.de

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