Tod von Dijon Kizzee

USA: Polizisten in Los Angeles schießen 20 Mal auf Schwarzen Radfahrer

  • Lukas Rogalla
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Nach einer Verkehrskontrolle erschießen Polizisten den schwarzen Radfahrer Dijon Kizzee in Los Angeles (USA). Demonstrierende marschieren daraufhin zur Polizeistation.

  • Erneut erschießen Polizisten in den USA einen Schwarzen.
  • Beamte hatten den Radfahrer in Los Angeles wegen eines Regelverstoßes angehalten.
  • Als die Polizisten eine Waffe sehen, erschießen sie den 29-jährigen Dijon Kizzee.

+++ 16.41 Uhr: Nach dem Tod von Dijon Kizzee in der US-Metropole Los Angeles haben Familienmitglieder und Aktivisten die Namen der Polizisten gefordert, die die tödlichen Schüsse auf den Afroamerikaner abgegeben hatten. Am Ort des tödlichen Einsatzes versammelten sich Demonstrant*innen, mehr als 100 Menschen marschierten im Anschluss zur Polizeistation. Einige riefen „sagt seinen Namen“ sowie „keine Gerechtigkeit, kein Frieden“, berichtet die „Los Angeles Times“.

'I’m sad, and I’m mad’: Killing of Black cyclist by L.A. deputies sparks outrage, grief https://t.co/TwpS4EtVfa — Los Angeles Times (@latimes) September 2, 2020

USA: Polizei in Los Angeles erschießt Schwarzen Radfahrer

Erstmeldung vom Mittwoch, 02.09.2020, 12.00 Uhr: Los Angeles – In Los Angeles sind nach tödlichen Schüssen der Polizei auf einen Schwarzen Proteste ausgebrochen. Der 29-jährige Dijon Kizzee war am Dienstagnachmittag (01.09.2020) auf seinem Fahrrad unterwegs. Gegen 15.15 Uhr (Ortszeit) bemerkten ihn Polizisten im Vorbeifahren und versuchten, Kizzee wegen eines Verstoßes gegen die Radfahr-Vorschriften anzuhalten.

Kizzee soll zunächst davongelaufen sein und habe dann einen der Beamten, der ihn verfolgte, ins Gesicht geschlagen, wie die Polizei bei einer Pressekonferenz angab. Daraufhin soll er ein Kleiderbündel fallengelassen haben, in dem sich eine halbautomatische Waffe befand.

Der 29-jährige Schwarze Dijon Kizzee stirbt in Los Angeles nach Schüssen der Polizei. Angehörige und Freunde stellen Kerzen auf.

Los Angeles County (USA): Polizisten erschießen schwarzen Fahrradfahrer bei einer Kontrolle

Kizzee hob die Waffe nicht auf. Die Polizisten eröffneten dennoch das Feuer. 20 Mal sollen die Beamten auf Dijon Kizzee geschossen und ihn im Anschluss stundenlang liegengelassen haben, wie Benjamin Crump, der Anwalt seiner Familie, auf Twitter mitteilte. Die US-Polizei behauptete hingegen, dass es weniger als 20 Schüsse gewesen seien. Gegen welche Radfahr-Vorschrift Dijon Kizzee zu Beginn des Vorfalls überhaupt verstoßen haben soll, konnte der Polizeisprecher nicht sagen.

Der Anwalt Benjamin Crump – ein Bürgerrechtler, der auch die Familien von Jacob Blake und George Floyd vertritt – rief auf Twitter dazu auf, Videos von dem Vorfall zu teilen. Da die Polizisten im Los Angeles County im Gegensatz zur Stadtpolizei von LA keine Körperkameras tragen müssen, gebe es keine bekannten Aufnahmen.

Unlike LAPD, LA County sheriffs deputies are NOT required to wear body cameras, so there's no known footage of what happened. If you witnessed this incident or have a video of it, DM it to my account NOW. — Ben Crump (@AttorneyCrump) September 1, 2020

Los Angeles County (USA): Freunde und Familie gedenken Dijon Kizzee

Am Tatort richteten Freunde und Familie von Dijon Kizzee eine Gedenkstätte mit Blumen, Ballons und Kerzen ein. Noch in der gleichen Nacht kam es vor einem nahe des Tatort gelegenen Polizeibüro zu einer Demonstration.

Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd im Mai war es in den USA und weltweit immer wieder zu Protesten gegen rassistische Polizeigewalt gekommen. Auch in Kenosha, wo die Polizei auf Jacob Blake schoss und ihn schwer verletzte. US-Präsident Donald Trump besuchte die Stadt, obwohl weder der Bürgermeister noch der Gouverneur von Wisconsin ihn dort haben wollten. (Von Lukas Rogalla)

Auch in der US-Hauptstadt Washington erschießt die Polizei einen Afroamerikaner. Der 18-jährige Deon Kay lief vor der Polizei weg. In Utah schoss zudem ein Polizist fünf Mal auf einen 13-jährigen Autisten.

Rubriklistenbild: © MARIO TAMA

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